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DEAD BY SUNRISE – Biografie

Montag, 5. Oktober 2009 | By | Category: Biografie

Die Stimme ist bekannt. Bei Linkin Park hat nämlich eben diese Stimme die Bühne mit Paul McCartney, Jay-Z, Alice In Chains, The Doors, Perry Farrell und vielen anderen geteilt. Sie gewann vier American Music Awards, fünf MTV Music Awards und zwei Grammys und erklang in Stadien auf der ganzen Welt.

dead_by_sunrise

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Insgesamt 50 Millionen verkaufte Linkin Park-Tonträger haben diese Vocals als auffälliges Markenzeichen, und sie ist die musikalische Kraft hinter dem Titelsong eines der erfolgreichsten Filme des Jahres: Transformers: Revenge Of The Fallen. Und es eine Stimme, die von Fans in der ganzen Welt verehrt und geliebt wird. Klar kennt man die Stimme von Chester Bennington.

Jetzt, auf Out Of Ashes tritt sie aus dem Schatten des Gesamtwerks Linkin Park heraus. Als Frontmann von DEAD BY SUNRISE gestattet Chester Bennington einen Blick auf den Mann hinter dieser Stimme – zusammen mit Ryan Shuck und Amir Derakh, Ex-Orgy- und derzeit Julien K-Mitglieder, Brandon Belsky, Elias Andra und Anthony „FU“ Valcic. „Diesmal habe ich die Lyrics allein geschrieben, dementsprechend auf den Punkt, geradeaus und persönlich sind sie geworden“, so Bennington über sein erstes Abenteuer außerhalb von Linkin Park. „Ich kam an den Punkt, an dem ich dachte: ‚Okay, jetzt kommt’s wirklich drauf an’.

Wie wirklich das wurde, überraschte sogar Bennington selbst. „In Let Down geht es um die Erfahrung geschieden zu werden“, erklärt er. „Ich weiß, wer ich bin, dass ich ein romantischer Mensch bin, und dass ich gern verliebt bin. Und ich will nicht, dass mir in einer künftigen Liebesbeziehung das Gleiche passiert wie in der letzten.“
In der Tat entspringen sowohl die Band als auch der Bandname der unverstellten Offenheit, mit der Bennington sich dem Bandprojekt näherte. „Dahinter steht buchstäblich der Frage, ob ich den morgigen Tag überstehen würde“, so Bennington. „Es gab Momente, in denen ich mir dessen wirklich nicht sicher war, aber glücklicherweise kam ich durch. Der Albumtitel Out Of Ashes ist ebenfalls ein authentisches Statement, so als hätte ich ein Haus niedergebrannt, um ein neues zu bauen.“

Bennington befreite sich von seinem Schmerz, indem er merkte, dass er in der Lage war, über seine Probleme und sein Leben zu schreiben., und er hält nichts zurück, wenn es darum geht, seine persönlichen Dämonen offen zu legen. Songs wie Let Down und das harte Inside Of Me dokumentieren das, wenn er singt:  What the hell is wrong with me/This isn’t who I’m supposed to be.
Aber an keiner Stelle wird seine Pein klarer als in der explosiven Lead-Single Crawl Back In, auf der Bennington seine Zweifel und seinen Kampf gegen die Sucht mitteilt. „Das ist ein Song über das Gefühl, keine eigene Identität zu besitzen und gleichzeitig den Wunsch zu haben, niemals geboren worden zu sein.. Der Song kommt aus dem Abscheu, den du empfindest, wenn du dich abhängig fühlst.“
Noch tiefer in die Abhängigkeit taucht er in My Suffering ein, in dem er singt:  I’ve seen the devil in a smile/I’ve found salvation in a vile/My happy ending exists only in my dreams.

Anders als viele seiner Künstlerkollegen hat Bennington keine Vorbehalte, über seine Dämonen und Kämpfe zu sprechen. „Ich habe kein Problem damit, wenn die Leute wissen, dass ich ein Alkoholproblem hatte“, erklärt er ganz offen. „Es gehört zu mir, darüber schreibe ich, und das macht meine Person aus. Fast alles ist auf die eine oder andere Art eine Reflektion über das, was ich durchgemacht habe. Mein Leben fiel auseinander, also schrieb ich über meine Scheidung, ein Prozess, der mich tief in den Alkohol und andere Drogen gezogen hat.“

Die emotionale Achterbahnfahrt prägt auch das Feeling der Musik. In den zwölf Songs des Albums bewegen sich DEAD BY SUNRISE gekonnt zwischen den explosiven Rockern, für die Bennington bekannt ist, etwa Fire und das frenetische My Suffering, und einigen überraschend zarten Momenten, wie beim wunderbar melodischen Midtempo-Song Let Down und bei Walking In Circles, das einen hypnotischen Rhythmus besitzt.

Wie Bennington es gesagt hat, musste ein neues Haus gebaut werden. Und aus diesem Schmerz heraus fand Bennington tatsächlich eine neue Liebe. Give Me Your Name, ein musikalischer Heiratsantrag an seine „Neue“, und Into The Darkness, das er als einen Song „über den Liebesakt mit jemandem, den Du sehr liebst“ beschreibt, bringen das neue Lebens- und Liebesgefühl auf den Punkt. Und es sind diese Einblicke in Bennington, den Romantiker, die man auch in seiner Arbeit mit Linkin Park heraushört. „Aber ich glaube, die Sexiness und die unverschlüsselte Offenheit der neuen Songs sind der Punkt, an dem sich DEAD BY SUNRISE und Linkin Park unterscheiden,“ so Bennington.

Zu Recht ist Bennington stolz auf Out Of Ashes, und er hofft, dass die Millionen von LP-Fans verstehen, dass DEAD BY SUNRISE lediglich ein neues Medium für ihn ist und Linkin Park keinesfalls ersetzen kann und wird. „Jeder bei Linkin Park hat mich bei der Idee dieses Album unterstützt,“ betont er. „Wir stehen einander sehr nahe und sind sehr offen miteinander. Wenn die Jungs sich darum gesorgt hätten, dass es der Band schaden würde oder uns davon abhalten würde, ein weiteres großartiges Album zu machen, hätten sie es mir gesagt und ich hätte das Album nicht veröffentlicht. Selbst wenn es schon längst fertig gewesen wäre, hätte ich solange gewartet, bis die Zeit dafür reif gewesen wäre.“

Und das ist nicht nur so dahergesagt. Die Geschichte von Out Of Ashes begann schon im Jahr 2005 als Benningtons Soloprojekt, während sich Linkin Park in einer Schaffenspause befanden. Kurz darauf gingen LP ins Studio, um den weltweiten Album-Chart-Topper Minutes To Midnight aufzunehmen. Bennington legte DEAD BY SUNRISE in der Folge für drei Jahre auf Eis: Mit Linkin Park ging es zunächst 18 Monate ins Studio und dann noch einmal genau so lange auf Tour. Vier Jahre lang ging die Arbeit an Out Of Ashes also nur sporadisch voran, was für viele Veränderungen und Metamorphosen sorgte. Die erste davon war, dass DEAD BY SUNRISE von einem Soloprojekt zu einem Bandprojekt heranwuchs.

Bennington erklärt: „Ich bin wirklich sehr gut mit Ryan und Amir befreundet. Orgy hatten sich gerade aufgelöst, und so fragte ich sie, ob sie mich dabei unterstützen würden, die Songs zu produzieren, die ich geschrieben hatte. Wir fingen also damit an, und eines Nachts riefen sie mich an und fragten: ‚Hey, hättest Du was dagegen, wenn wir uns einen Song vornehmen und ein bisschen mit ihm herumspielen, um zu sehen, was dabei herauskommt? Wir haben da ein paar Ideen und glauben, es könnte richtig cool werden.’ Ich sagte nur: ‚Ich geb Euch völlig freie Hand. Macht aus den Songs, was immer ihr gut findet. Macht es einfach.’ Dann fingen sie an, und die Wendungen und Entwicklung, die die Musik so nahm, haben mich echt weggeblasen!“

Der nächste Schritt in der Evolution von Out Of Ashes wurde drei Jahre später getan, als Howard Benson (My Chemical Romance, P.O.D., Papa Roach) als Produzent dazukam. „Wir hatten zu diesem Zeitpunkt das Gefühl, als würden wir schon ewig lange an diesem Projekt sitzen, auch wenn wir zusammengenommen erst seit etwa acht Monaten dabei waren. Howard brachte ganz neuen Enthusiasmus und frische Energie in den Prozess. Die hatten wir schon fast verloren, weil es manchmal schwierig war, immer wieder in das Feeling einzusteigen.“
Zusätzlich sorgte Benson dafür, dass DEAD BY SUNRISE einen Sinn für Risiko entwickelten. „Als wir mit den Vocals begannen, wurde es ein völlig neues Spiel“, so Bennington. „Er meinte zu mir: Okay, zeigen wir den Leuten mal, was Du mit Deiner Stimme alles machen kannst.“

Es hat zwar eine Weile gedauert, aber der gewundene Pfad war die Reise wert. Sowohl für die Fans, die eine der Top-Stimmen im Rock neu kennen lernen werden, als auch für Bennington selbst. „Ich habe das Gefühl, wirklich etwas erreicht zu haben, denn diese Erfahrung hat etwas Authentisches, Bedeutungsvolles und Existenzielles hervorgebracht. Und es ist mehr als ein Seitenprojekt. Ich spüre, dass ich eine neue Band mit einem neuen Sound auf die Beine gestellt habe. Das ist ein großer persönlicher Erfolg, und ich bin verdammt stolz drauf.“

http://www.myspace.com/deadbysunrise

Quelle: WMG

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