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Fight Or Flight – Biografie

Mittwoch, 15. Mai 2013 | By | Category: Biografie

Was macht ein Vollblutmusiker, wenn sich seine Band entscheidet, eine kreative Pause einzulegen? Er sucht sich eine andere Beschäftigung. So auch Disturbed-Gitarrist Dan Donegan, den es während der Abwesenheit der Grammy-ausgezeichneten US-Multiplatin-Rocker schon nach kurzer Zeit begann, wieder in den Fingern zu jucken. Schließlich vermisste man das Studio und die Bühne so sehr, dass er sich kurzerhand an Evans Blue-Frontmann Dan Chandler mit einer groben Idee wandte…

Fight Or Flight

Fight Or Flight

Einer sehr groben Idee, statt eines ausgeklügelten Planes, die am Anfang von Fight Or Flight stand. Statt genauen Vorstellungen zu folgen, ließ man die Musik einfach zu sich kommen, ließ es fließen und entstehen. Und genau das macht den Grund aus, weshalb das Material von Fight Or Flight so lebendig und so 100prozentig authentisch klingt. Fight Or Flight geht es ausschließlich um gute Songs; dementsprechend wenig Aufsehen hat man im Vorfeld auch in Sachen Social Media gemacht. Tatsächlich wusste nicht einmal Donegans Plattenfirma oder sein Management von seinen Songwriting-Plänen. Statt zu reden, griff man lieber nach der Gitarre und arbeite zusammen mit Chandler an neuen Stücken.

„Nach ein paar Monaten zuhause begann ich, an Tourentzug zu leiden“, erinnert sich Donegan heute lachend zurück. „Dan Chandler und ich kamen erstmalig im Jahr 2011 über Facebook in Kontakt. Ich bin ein großer Fan seiner Band Evans Blue und sandte ihm einfach eine Freundschaftsanfrage. Ich sah sie live beim Rock on the Ranch-Festival im gleichen Jahr und fand, dass er eine unglaubliche Stimme hat. Wir haben an diesem Tag auch darüber gesprochen, irgendwann einmal zusammen zu arbeiten. Als Disturbed dann auf Eis lagen, erinnerte ich mich wieder daran…“

Also begann man, sich gegenseitig Demoaufnahmen per Mail zu schicken und traf sich persönlich, wenn immer Chandler sich in der Nähe von Chicago aufhielt. Auch Chandler trug sich bereits seit einiger Zeit mit einer Menge vager Ideen, für die er nach einem passenden Projekt suchte. „Der ganze Plan war, zusammen Songs zu schreiben“, so Donegan weiter. „Es gab im Vorfeld keinerlei Diskussionen, in welche Richtung es eigentlich gehen sollte. Wir haben es einfach fließen lassen.“ Schon bald hatte sich eine ganze Songflut aufgestaut, so dass Donegan vorschlug, seinen langjährigen Disturbed-Kollegen, Mike Wengren mit ins Boot zu holen und das Material standesgemäß einzuspielen. Kein großes Problem für den Drummer, wie sich schnell herausstellte. „Obwohl man deutlich heraushören kann, dass Mike und ich schon lange zusammen spielen und unsere gewissen Soundtrademarks haben, klingt das Zeug durch die Beteiligung und die Stimme Chandlers doch wieder total anders. Natürlich gibt es diese typisch krassen Momente, auf der anderen Seite aber auch viele melodische Parts. Wir haben eine Menge experimentiert – es gibt Akustikgitarren und sogar ein bisschen Elektronik!“ Gemeinsam erarbeitete das Trio 14 hypnotische Heavy-Tracks, die von Donegans charakteristischem Riffing, Chandlers unnachahmlich melodischen Vocals und der soliden Rhythmusarbeit Wengrens leben.

„Zu diesem Zeitpunkt wusste noch kein Label, was wir da taten“, so Donegan weiter. „Wir waren uns lediglich darüber im Klaren, dass wir Songs in der Tasche hatten, auf die wir sehr stolz sein konnten und dass wir zusammen eine neue kreative Richtung gefunden hatten.“ Sobald man die Aufnahmesessions beendet hatte, stellte man die fertigen Stücke Label und Management vor – der Moment, in dem den Dreien das erste Mal wirklich bewusst wurde, dass ihr Projekt nun tatsächlich begonnen hatte, zu leben und es höchste Zeit wurde, das Line-Up abzurunden. Mit Ra-Bassist Sean Corcoran und Gitarrist Jeremy Jayson komplettierte sich schnell die Besetzung. „Damals hätte ich nicht gedacht, dass ich mit diesen beiden Typen einmal eine gemeinsame Band hätte“, lacht Donegan. „Wir trafen Sean das erste Mal vor mehr als zehn Jahren und ich erkannte in ihm schon damals einen großartigen Gitarristen.“ Als man im Bekanntenkreis nach einem geeigneten Bassisten mit zusätzlichen Sängerqualitäten herum fragte, tauchte immer wieder Seans Name auf. Man telefonierte und traf sich kurze Zeit später in Boston zur Audition. „Ich wusste schon vorher, dass er viel Talent besaß. Dieser Trip war eigentlich nur zu dem Zweck, gemeinsam ein wenig abzuhängen und uns kennen zu lernen, bevor wir zusammen spielen würden.“

Und so beginnt das Album auch standesgemäß mit einem echter Brecher: Der ersten Single „First Of The Last“. Einer Metal-Hymne, wie sie im Buche steht und die man nach Möglichkeit mit weit nach rechts unten aufgedrehten Volume-Reglern hören sollte. „Einer der treibenderen Songs auf der Platte, der meinen Signature-Style besitzt. Rein textlich ist das Stück eher kryptisch ausgefallen; Dan und ich haben stundenlang irgendwelche wilden Verschwörungstheorien gewälzt. Aus unseren Gesprächen entstand dann der Song.“

Auf der anderen Seite steht die herzblutige Akustikballade „Leaving“, die sich mit der Rückkehr der US-Truppen in die Heimat beschäftigt. „Wir alle waren schon immer pro-militär“, bekennt Donegan. „Ich mag die Botschaft dieses Stücks. Die Erinnerungen quälen die Soldaten noch lange nach ihrer Rückkehr – der Song handelt davon, wie sie nach extremen Erfahrungen wieder in ein normales Leben zurückfinden.“ Den Albumtitel „Is Life By Design?“ dagegen hat man aus der Opening-Zeile des Songs „A Void“ entliehen. „Die Frage ist: Sind wir selbst für die Gestaltung unseres Lebens verantwortlich, oder zieht jemand anders im Verborgenen die Fäden? Fällen all die Multimilliardäre und Geheimgesellschaften die wichtigen Entscheidungen für uns, oder wir selbst? Gibt es eventuell sogar einen größeren Plan für unser Leben, den irgendjemand für uns macht? Wir fragten uns das öfter und es war sehr interessant, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen.“

Doch egal, wer auch am Ende welche Fäden zieht – jeder hat die Möglichkeit, sein Leben selbst zu beeinflussen. Eine Theorie, die sich auch im Bandnamen Fight Or Flight widerspiegelt. „Meine Frau benutzte irgendwann diese Phrase und sie blieb mir wirklich im Kopf hängen. Ein paar Tage später schaute ich eine Folge von „Dexter“ und auch er sagte es! Nachdem ich es innerhalb von ein paar Tagen zweimal gehört hatte, ergab es irgendwie Sinn, es als Bandnamen zu nehmen. Ich mag die Bedeutung dahinter. Es beschreibt die Körperfunktion wenn du in die Ecke gedrängt wirst; die Reaktion auf Bedrohung. Du kannst dich wegducken, oder aufstehen und kämpfen. Als Musiker wissen wir am besten darüber Bescheid, wie es ist, wenn man ständig kämpfen und Mauern einreißen muss, des bloßen Überlebens Willen. Aber wenn man diese gewisse Kämpfermentalität und Leidenschaft hat, ist Aufgeben keine Option!“

„Wir haben uns niemals vor Herausforderungen oder unangenehmen Situationen gedrückt. Unser Bandname drückt das aus. Wir wollten etwas erschaffen, das sich deutlich von Disturbed unterscheiden sollte“, so Donegan. „Man darf sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, es jedem Recht machen zu wollen. Es gab keine Erwartungen und auch keine Regeln. Wir haben getan, wonach uns war und diese Platte ist das Ergebnis. Wir hatten den unstillbaren Hunger, da rauszugehen und es uns noch mal zu selbst zu beweisen. Das hier ist keine Eintagsfliege. Mike und ich haben jetzt zwei gleichberechtigte Bands. Das ist das nächste Kapitel!“

http://en.wikipedia.org/wiki/Dan_Donegan

Quelle: WMG

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