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Goo Goo Dolls – Biografie

Dienstag, 19. März 2013 | By | Category: Biografie

Nach mehr als zwei Jahrzehnten als Band, neun Alben, einem Katalog an Songs, die tief im Pop-Bewußtsein verwurzelt sind und zahllosen Konzerten für Millionen von Fans fühlen sich die Goo Goo Dolls besonders gut mit ihrem neuen Album: Magnetic.

Goo Goo Dolls - Credits: Chapman Baehler

Goo Goo Dolls – Credits: Chapman Baehler

Genauer gesagt: Die Goo Goo Dolls fühlen sich besonders gut, Punkt.

Das Aufnehmen dieses Albums ging wirklich nach vorn und hat eine Menge Spaß gemacht“, sagt John Rzeznik, Hauptsänger des Trios, Songschreiber und Gitarrist seit der Gründung in Buffalo, New York 1986. „Ich glaube, wir haben lange nicht so ein Album gemacht. Wir hatten einfach eine tolle Zeit.“

Das verwundert nicht, denn ganz grundsätzlich ist es eine großartige Zeit für die Musiker. Bassist Robby Takac, dessen Partnerschaft mit Rzeznik von Anfang an das Fundament der Band war, hat gerade sein erstes Kind bekommen. Und Rzeznik heiratet diesen Sommer.

Dazu kam unlängst die Platzierung von drei Songs der Band in den Billboard Top 100 von 2001-2012, obendrein mit „Iris“ auf Platz 1. Dieser Song spricht derzeit außerdem eine ganz neue Generation von Musikfreunden an, denn Dolls-Fan Taylor Swift performt ihn regelmäßig auf ihren Konzerten.

All diese positive Energie merkt man dem Geist der elf neuen Songs auf dem Album an, das Rzeznik, Takac und Schlagzeuger Mike Malinin  – die ständige Besetzung seit 1995  – zusammen mit Gregg Wattenberg (Train), Rob Cavallo (Green Day), John Shanks (Bon Jovi) and Greg Wells (Katy Perry) in New York, London und Los Angeles aufnahmen. Von der feierlichen Single „Rebel Beat“ hin zur Ballade „Slow It Down“, die eine Liebe neu entdeckt. Von der Arbeiter-Hymne „Keep the Car Running“ bis zum romantischen „Come to Me“ ist „Magnetic“ ein Album, das mit dem Geist der Erneuerung glüht. Nirgends wird dies deutlicher als bei „Happiest of Days“, einem der beiden Stücke von Takac.

Das Schreiben ist eine Erweiterung von uns selbst“, sagt Rzeznik. „Mein Leben ist fantastisch. Wenn ich mich hinsetze und über mein Leben nachdenke, ist es schlicht unglaublich gewesen.

Das sieht Takac nicht anders. „Ich finde es ziemlich erstaunlich“, sagt er, „seit so vielen Jahren spielen wir zusammen in dieser Band und trotzdem schaffen wir es noch, zu wachsen. Das erlaubt uns, es immer wieder anzugehen. Wir haben uns nie vor der jeweiligen Situation versteckt. Jetzt sind wir wieder hier und leben diesen Moment, und einige ziemlich coole Sachen passieren in unserem Leben.“

Damit steht das Album in bemerkenswertem Kontrast zu der poetisch-introspektiven Stimmung von „Something For The Rest of Us“ (2010), das einiges an persönlicher Unruhe widerspiegelte.

Dieses Album fühlt sich so an, als seien wir auf der anderen Seite herausgekommen und sähen wieder Tageslicht“, so Takac. „Es wurde ein bisschen dunkel beim letzten Album. Aber es musste so sein, denn an diesem Punkt war ich damals. Und dies ist, wo ich jetzt bin. Weißt du, ich stand wieder auf, klopfte meine Klamotten ab, sah mich um  – und alles war in Ordnung. Warum also nicht ein wenig feiern?

Und so enthüllt sogar ein dunkel anmutender Titel wie  „When The World Breaks Your Heart“ eine Welt der Freude.

„Es ist ein Lied über Freundschaft“, sagt Takac. „Echte Freundschaft. Wenn du entdeckst, wer diejenigen sind, die sich wirklich um dich kümmern und dich lieben. Wie wenn du einen Umzug machen musst beispielsweise oder in Zeiten der Not.“

Auch die Entstehung des Albums verkörpert einen Bruch mit alten Methoden. Rzeznik arbeitete zunächst mit jenen, die beim Komponieren und Vorproduzieren der Lieder mitwirkten. “Ich bin diesmal ganz anders herangegangen,” sagt Rzeznik. “Statt einen Haufen Lieder erstmal zu schreiben, dann ins Studio zu gehen und sie aufzunehmen und dann festzustellen, ob sie funktionieren, so wie wir es vorher stets taten, habe ich einen Song geschrieben, ein Demo gemacht, dann kamen Robby und Mike herein und wir haben es gespielt. Es hat sich als viel zügiger erwiesen. Und ich habe einiges mit Gregg Wattenberg und John Shanks gemeinsam geschrieben und bewusst versucht, das Ergebnis offen zu lassen.“

Die Inspiration kam aus unterschiedlichsten Quellen.

„Vieles wurde aufgenommen in einem Tonstudio, das sich 12 Stockwerke über dem Times Square befindet, ringsum versehen mit Fenstern“, berichtet Rzeznik. „Du bist im kulturellen Epizentrum der westlichen Zivilisation. Es war unglaublich stimulierend. In vielerlei Hinsicht ist dies eine wirkliche New-York-Platte.”

Das Eröffnungsstück „Rebel Beat“, von Rzeznik gemeinsam mit Wattenberg geschrieben, reflektiert diese Stimmung. Es entstand aus einem sommerlichen Spaziergang des Sängers durch Lower Manhatten, wo er zufällig ein italienisches Straßenfest entdeckte.

„Jeder schien so viel Spaß zu haben, kleine Kinder, ältere Leute. Und wie alles roch, und es war so heiß! Ich wollte einfach unbedingt ein Teil davon sein!“

Solche Szenen werden immer wieder hervorgerufen. Die Musik trägt dabei den Geist genauso wie die Texte. Bei „More of You“ haben Shanks und Rzeznik sanft mit Elektronik experimentiert, der hymnenhafte Sound portraitiert eine fest entschlossene Suche nach Liebe. Bei „Caught in the Storm“ malen die beiden die Komplikationen von Beziehungen mit dem gleichmäßigen Flair eines freudigen und zugleich tumultartigen Klangs aus. Bei „Bringing on the Light“ bringt Takac mit Klavier und Orgel einen Rock-Twist der anderen Art hinein, seinen Angaben zufolge teilweise inspiriert durch die britische Band Badfinger.

Für „Bulletproof Angel“, eine hoch fliegende Ballade geschrieben von Rzeznik zusammen mit langjährigem Freund Andy Stochansky, engagierte Produzent Greg Wells den Orchester-Arrangeur Joel McNeely für ein reiches Streicherarrangement. Das Stück wurde in den legendären Abbey Road Studios in London aufgenommen.

Den Kern bildet jedoch zu jedem Zeitpunkt der Arbeiter-Background der Goo Goo Dolls aus Buffalo. Es ist dieselbe Energie, die die Band antrieb, als sie zuerst lokal, dann regional und schließlich national für Furore in der Clubkreisen sorgte. Nirgends wird das deutlicher als bei „Keep the Car Running“, ein Song über die Desillusionierung der Jugend, über den Wunsch zu entkommen und zugleich eine aufrichtige Liebeserklärung an die eigene Herkunft.

„Buffalo hat seinen eigenen unverwechselbaren Klang“, sagt Rzeznik. „Und den behalten wir definitiv bei. Wenn ich mir eine Akustikgitarre schnappe und anfange zu singen, dann bin das ich. Wir können nicht jemand anders sein. Ich mag, was ich singe. Wir mögen, was wir schreiben. Und wenn wir es nicht mögen, spielen wir es eben nicht.“

Quelle: WMG

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