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Irma – „Letter To The Lord“ – Biografie

Dienstag, 28. Juni 2011 | By | Category: Biografie

Frage: Was macht eigentlich ein Ausnahmetalent aus? Ständig sind wir mit diesem Begriff konfrontiert und wissen gar nicht so recht, was eigentlich dahinter steckt. Fakt ist, dass sich die Kriterien für ein wirkliches Ausnahmetalent nicht alleine an den Erfolgen festmachen lassen. Sondern vielleicht eher an den gemeisterten Herausforderungen, denen man sich im Leben entgegen wirft. So wie Irma: Ausnahmetalent Galore, Popprinzessin der Stunde und wohl exotischste Newcomerin des Jahres!

Irma - Credits: Luc Valigny

Irma - Credits: Luc Valigny

Ihre Geschichte liest sich schon jetzt wie ein wirkliches Popmärchen, obwohl sie noch gar nicht richtig begonnen hat: 2003 kommt die damals erst 15jährige Irma aus dem winzigen Ort Bangangte im Westen Kameruns ins große, aufregende, schillernde Paris, um ihre Schulausbildung zu beenden.

Schon früh zeichnete sich das enorme Talent ab, welches auch heute noch die Aura und die besondere Anziehungskraft der charismatischen Singer/ Songwriterin ausmacht. Paris, die Stadt der Liebe, aber auch die Stadt der Musik, die Irma sofort begann, in sich aufzusaugen: Camille, Michael Jackson und die Jackson 5, aber auch Cat Power, die Fugees und Queen. Der Start in ein ganz neues Leben, wie das autodidaktische Multitalent heute mit ihrem Debütalbum „Letter To The Lord“ eindrucksvoll demonstriert.

Dabei standen die ersten Aufnahmen zu „Letter To The Lord“ unter keinem allzu günstigen Stern. „Wir haben in einem kleinen Örtchen zwei Stunden von New York entfernt aufgenommen“, erinnert sich Irma. „Eine alte Kirche, die man zum Recordingstudio umgebaut hatte. Beim ersten Hören klang alles wirklich großartig, doch als ich mir das Material dann Zuhause in Paris anhörte, war ich im Nachhinein ziemlich enttäuscht.“ Zu viele Sessionmusiker, zu viele überflüssige Effekte und nicht wirklich die Emotionen, die Irma eigentlich einfangen wollte. Schweren Herzens entschloss sich die damals 20-Jährige, das komplette Album noch einmal in ihrer Wahl-Heimatstadt an der Seine einzuspielen. Mit beeindruckenden Ergebnissen: „Letter To The Lord“ enthält all das, was Irma ausmacht. Angefangen bei der sanften Stimme, über ihre irgendwie unwirkliche Aura, bis hin zu ihrer fast rehscheuen Zurückhaltung und Introvertiertheit. Ein fast intimer Einblick ins Innerste einer jungen Frau auf der Schwelle zum Erwachsenwerden.

Irma_Letter_To_The_Lord

Irma_Letter_To_The_Lord

Beeinflusst von Alben wie Ben Harpers „Live From Mars“, das sie von ihrer Mutter geschenkt bekam, oder Eric Claptons „Change The World“ aus der väterlichen Plattensammlung, begann Irma 2007, mit diverse Coverversionen auf YouTube auf sich aufmerksam zu machen. Mit dem verwackelten Schwarzweiß-Clip von „Letter To The Lord“ postete sie das erste eigene Stück, mit gigantischem Feedback. „Dieser Song beschreibt eigentlich die Suche nach Inspiration. Ich schreibe dem Herrn einen Liebesbrief, in dem ich ihn ganz freundlich um ein paar Ideen für tolle Akkorde bitte“ geht Irma ganz unverhohlen mit ihrem tief verankerten Glauben um.

Wohl niemand konnte im Vorfeld erahnen, dass Irma schon mit der zweiten geposteten Eigenkomposition, der fragilen Klavierballade „Somehow“ eine wahre Hysterie um ihre Person auslöste. Schon bald erhielt sie begeisterte Emails von Produzenten, die ihre Dienste anboten. So auch von My Major Company, die sofort dem Charme ihrer ersten Single „I Know“ erlagen. An nur einem Wochenende konnte die bis dato noch unbekannte Schönheit 416 potenzielle Internet-Co-Producer für sich gewinnen und in nicht einmal 48 Stunden die nötigen 70.000 € sammeln, die sie für die Aufnahme ihres nun vorliegenden Erstlings benötigte. „Es war einfach unglaublich“, merkt man Irma auch heute noch die Aufregung an. „Eigentlich hatten wir damit gerechnet, mindestens fünf Monate zu brauchen, bis wir das Geld zusammen hätten. Es ging so schnell, das hat mich wirklich umgehauen!

Pop und Soul, Funk und Zerbrechlichkeit, Tradition und Moderne, das alles und noch viel mehr findet sich in ihren Songs und auch in ihrem Fusion-Sound wieder. „Ich vermische in meinen Liedern alles, was ich irgendwo aufschnappe: Ein paar Sekunden aus dem Radio, ein paar Klänge aus irgendeinem Film oder Sachen, die ich auf der Straße höre. Ich verarbeite alles zu meinem ganz eigenen Style“, lacht Irma. So wie auf „I Know“, welches klassische Singer/ Songwriter-Fertigkeiten in einem erfrischend modernen und eingängigen Soundgewand präsentiert. Instant-Ohrwurm nennt man diese Art von Verführung wohl gemeinhin; von Irma lässt man sich gerne um den Finger wickeln, das wird schon in den ersten Sekunden des Tracks deutlich.

Was vor nicht allzu langer Zeit als typischer Do it yourself-YouTube-Act begann, das erobert langsam aber sicher die Hitparaden. Ob hemmungslos popverliebt oder geprägt von dieser ganz besonderen Bittersweetness – Irmas Songs spiegeln perfekt die tausend und ein bezaubernden Facetten wider, die die geheimnisvolle Schönheit aus Zentralafrika charakterisieren. Licht und Dunkel, schwarz und weiß – das eine kann nicht ohne das andere existieren, wie auch Songs wie „Love You“ oder „End Of The Story“ demonstrieren.

Irma - Credits: WMG

Irma - Credits: WMG

Irma erzählt vom wahren Leben. Nicht immer ganz getreu autobiographisch, aber mit einer deutlich spürbaren Leidenschaft und Hingabe. Geschichten über die Liebe; über die tollen Momente, aber auch über die Enttäuschungen, die man dann und wann durchleben muss. Und manchmal auch mit einem gehörigen Quäntchen Ironie. So wie auf „Your Guide“, das von ihren seltsamen Altersgenossen erzählt: Gleichgültige junge Leute der modernen Null-Bock-Generation, die schon alles erlebt haben und von der Liebe enttäuscht ihr tristen Dasein fristen. Dass Irma nicht allzu viel mit ihnen gemein hat, muss gar nicht erst betont werden. Kein Wunder also, dass Irma bereits diverse namhafte französische Künstler wie -M-, Mickey oder Tete als vielbeklatschter Support auf Tour begleitete. Sicher ist, dass man noch eine ganze Menge von Irma hören wird, hat ihr ganz persönliches Popmärchen doch gerade erst angefangen. Ein Ausnahmetalent eben. Ein ganz wirkliches.

Quelle: WMG

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