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Keb Mo – Biografie

Freitag, 5. August 2011 | By | Category: Biografie

The Reflection ist Keb Mos erstes neues Studioalbum seit Suitcase aus 2006. Die 12 Songs sind das Ergebnis einer für den Artist formerly known as Kevin Moore außerordentlich wichtigen Periode des persönlichen und beruflichen Wachstums. In dieser Periode gründete er eine neue Familie; zog er von Los Angeles nach Nashville; baute er ein hochmodernes Heimstudio und gründete sein eigenes Label, Yolabelle International, im Vertrieb von Ryko und der Warner Music Group.

Keb Mo - Credits: Meghan Aileen Schirmer

Keb Mo - Credits: Meghan Aileen Schirmer

Keb Mo ist Gewinner dreier Grammy Awards für das „Best Contemporary Blues Album“; er ist ebenso eine Schlüsselfigur in der bekannten 2003er PBS-Serie Martin Scorsese Presents The Blues. Trotzdem ist The Reflection – im Wesentlichen – kein Blues-Album. Sound und Geist der Platte sind der Arbeit von afrikanisch-amerikanischen „Folk Soul“-Singer/Songwritern wie Bill Withers, Bobby Womack und Terry Callier viel näher.

Tatsächlich hätten Tracks wie „My Shadow“ und „Crush On You“ bestens ins Urban-Radio-Format „Quiet Storm“ gepasst – egal zu welchem Zeitpunkt der letzten 25 Jahre. The Reflection vereint alle einzelnen unterschiedlichen Einflüsse dieses Künstlers – Prä-Disco-R&B, amerikanischen Folk und Gospel, Rock, Blues und mehr – zu einem Sound, der wahrhaftig und ganz klar sein eigener ist.

„Den Löwenanteil von zwei Jahren habe ich an diesem Album gearbeitet“, sagt Keb‘. „Es hat ein bisschen gedauert, weil das Album für mich und meinen Engineer John Schirmer ein Lernprozess war. Ich wollte es nicht aus den Händen geben, bis ich bei etwas angelangt war, das ich voller Stolz mit der Öffentlichkeit teilen konnte. Es ist die Verkörperung aller Einflüsse, die mich in meiner Karriere vorantrieben.“

Trotz aller Veränderungen der letzten paar Jahre fand Keb Mo die Zeit für ein paar hundert Shows auf verschiedenen Kontinenten. Für die renommierte TNT-Serie „Memphis Beat“ (mit Jason Lee und Alfre Woodward) nahm er Musik auf, die er auch selbst komponierte. Und er schrieb einige der besten Songs seiner Karriere für The Reflection – Material, das stark genug war, um beachtliche Gäste für sich zu gewinnen, darunter der Country-Superstar Vince Gill („My Baby’s Tellin‘ Lies“), die Nouveau-Soul-Sängerin India.Arie („Crush On You“), der Saxofonist Dave Koz („One Of These Nights“) und der legendäre Session-Gitarrist David T. Walker („All The Way“, „The Reflection“, „The Whole Enchilada“).

The Reflection (Die Hintergründe)

Als das Jahr 2006 zu Ende ging, hatte Keb Mo Suitcase veröffentlicht – sein achtes und letztes Album für Sony Music – und Monate des Tourens hinter sich, um den Release zu stützen. „2006 habe ich neu geheiratet, das folgende Jahr drehte sich also um die Gründung einer neuen Familie und darum herauszufinden, was aus der Musikbranche geworden war“, seit er 1994 bei Sony Music unterzeichnet hatte.

„Die Umstände gaben mir eine Auszeit vom Plattenmachen, um mich selbst neu zu kalibrieren und mich auf die nächste Phase meines Lebens einzustellen.“

Wichtige Schritte dieser Phase waren die Gründung seines Labels Yolabelle International und der Vertriebs-Deal mit Ryko/WMG. „Eine Plattenfirma schien mir ein wertvolles Werkzeug zu sein – ich wollte nicht, dass sie einfach verschwinden“, erklärt Keb. „Doch in der Vergangenheit hatten sie alle Macht und behielten immer die Oberhand.“

„Jetzt herrscht mehr Gleichberechtigung – was allerdings bedeutet, dass auch der Künstler mehr Verantwortung übernehmen muss und nicht einfach alles auf die Plattenfirma abschieben kann.“

Der Umzug von Los Angeles nach Nashville stellte eine weitere große Veränderung dar: „Das war ganz klar ein Familien-Umzug, kein geschäftlicher. Doch er hatte einige Vorzüge – mehr Platz, zum Beispiel. Hier in meinem Haus findet sich eine vollständige Produktionsstätte, mit Studio, einer Lounge, Unterbringungen, sogar Parkplätzen. Es fühlt sich viel ausgedehnter an.“

„Der Talent-Pool, den es hier an Musikern gibt, ist unglaublich. Nashville ist kleiner (als L.A.), es mag also weniger Spieler geben, dafür ist die Konzentration an Qualität viel höher.“

Im Hinblick auf den Release von The Reflection und die ihm folgenden Liveshows sagt Keb Mo: „Mein Publikum weiß längst, dass ich kein reiner Blues-Typ bin. Es sind die, die mich nicht richtig kennen, die glauben, dass ich genau das sei.“

„Echt, wenn überhaupt ist The Reflection ein Americana-Album. Soul und Blues sind nur eben mehr Teil des ‚Americana‘ als alles andere – und das ist der ‚Americana‘, von dem ich selbst ein Teil bin.“

Keb Mo Spricht Über Die Songs Von The Reflection

„The Whole Enchilada“ (geschr. von Keb Mo und John Lewis Parker)

Keb Mo - Credits: Meghan Aileen Schirmer

Keb Mo - Credits: Meghan Aileen Schirmer

Der erste Song, der explizit für The Reflection geschrieben wurde. Der Album-Öffner präsentiert David T. Walkers unverwechselbare Funk-Gitarre und Vorlage-und-Antwort-Vocals mit Alex Brown, Bobette Hairston und Phillip Ingram.

„John Lewis Parker und ich haben ‚Just Like You‘ (Titelsong von Keb Mos gefeiertem 1996er Album) geschrieben. Wir machen schon ewig zusammen Musik, das geht zurück bis zur Papa-John-Creach-Band.“

„Dieser Song stach einfach heraus – er handelt davon, wenn du das Mädchen deiner Träume tatsächlich kriegst. Wie hältst du diese Beziehung aufrecht? Die Arbeit beginnt dann, wenn du die Verpflichtung eingehst, dich durch die Dinge zu arbeiten; wenn du dich für etwas Dauerhaftes entscheidest. Es gibt eine Zeile im Song: ‚It’s about to get different…‘ Beziehungen stellen die Herausforderung dar, ein tieferes und besseres Ich zu finden.“

„David T. Walker steht auf der Liste meiner Lieblingsgitarristen ganz oben. Seit ich in der Grundschule war, ahme ich ihn nach, doch dies ist das erste meiner Alben, auf dem er spielt.“

„My Baby’s Tellin’ Lies“ (geschr. von Keb Mo und Vince Gill)

Als Co-Schreiber und Co-Sänger verlässt Vince Gill seinen gewohnten Country-Heimatboden und lässt sich auf diesen abgewandelten Stax-Soul-Groove ein. Die Session-Veteranen John Robinson (Drums) und Reggie McBride (Bass) stimmen unmittelbar ein, Keyboard-Farbe bringen Jeff Young (Hammond B-3) und Greg Manning (E-Piano, Synthesizer) ins Spiel.

„Vince Gill und ich wurden über die letzten sieben, acht Jahre zu Freunden. Wir trafen uns backstage im Ryman (Auditorium, in Nashville), ich glaube, bei meinem ersten Mal dort. Er stand nach meiner Show im Gang und sagte: ‚Mit dir würde ich gern mal was zusammen machen.'“

„Das ist nun etwas, das ich viele Male vorher gehört hatte, und meist führte es zu nichts – der Anruf kommt einfach nie. Vince aber gehört zu den Leuten, die ihr Wort halten und ihm folgen.“

Keb Mo - The Reflection

Keb Mo - The Reflection

„The Reflection (See Myself In You)“ (geschr. von Keb Mo und Phil Ramocon)

Den unwiderstehlichen Titel-Track schrieb Keb‘ zusammen mit dem in London ansässigen Phil Ramocon, der unter anderem mit Jimmy Cliff und Neneh Cherry gearbeitet hat. (Die beiden trafen in den 70ern bei einer Jimmy-Cliff-Session aufeinander.) „The Reflection“ präsentiert die Duell-Gitarren von Keb Mo und David T. Walker sowie Greg Phillinganes geschmackvolle Orgel-Fills.

„Wir wollten einen Standard schreiben. Wir nahmen also die dazugehörigen Lyrics, fügten Akkorde hinzu und konstruierten die Melodie Note für Note. Schlagartig ist es zwei Jahre später – Phil ist glücklich, ich bin glücklich, David T. Walker spielt diese coole Gitarrenfigur. Es ist ein Natur-Song: Am Fluss sitzen, während ich mich als ein Teil all dessen sehe, was existiert. Und wir nahmen ihn mit zum Jazz, und zum Blues mit der Slide-Gitarre. Radio-Airplay hat mich bei diesem Song überhaupt nicht interessiert – deswegen ist er auch sieben Minuten lang!“

„We Don’t Need It“ (geschr. von Keb Mo und Alan Dennis Rich)

In diesem traurigen, schmerzlichen und doch hoffnungsvollen Lied verliert ein Vater seinen Job. Seine Familie muss sich von ihren Besitztümern trennen. Die Bande der Liebe und Loyalität werden auf die Probe gestellt, aber sie halten. Keb Mo spielt Akustikgitarre und Dobro, Manny Alvarez spielt die wehklagenden Lap-Steel-Licks.

„‚We Don’t Need It‘ entstand nicht, nachdem die Wirtschaftskrise 2008 zugeschlagen hatte. Vielmehr ist es ein Song, den ich bei Keep It Simple (2004) weggelassen hatte. Alan und ich schrieben ihn an meinem Küchentisch in L.A., und man fühlte sie (die Rezession) mitten in Bushs zweiter Amtsperiode kommen. Wir steckten schon längst in dem Muster fest… Du kannst nicht zwei Kriege starten, die Steuern senken und dann noch erwarten, dass das Budget stimmt.

„Ich glaubte aber nicht, dass ich den Song damals richtig gemeistert hatte, nachdem er aufgenommen war. Dieses Mal verlangsamte ich ihn, machte ihn eher akustisch – und es klappte.“

„Something Within“ (geschr. von Keb Mo und Lucie E. Campbell)

Einer der ungewöhnlichsten Tracks in Keb Mos Repertoire. Das Gospel-verwurzelte „Something Within“ ist eine echte „Familien-Angelegenheit“ mit ihren vielen Stimmen verschiedener Genrationen der Wyatt- und Moore-Familien. Das Arrangement stammt von Kevin Moore II – Keb Mos 23-jährigem Sohn, selbst ein aufstrebender Songschreiber/Produzent.

„Der Vocal-Refrain – das ist mein Großvater, Roosevelt ‚R.V.‘ Wyatt. Er starb Ende der 80er. Bevor er starb, nahm mein Onkel Herm ihn auf einem Ghettoblaster auf, wie er diesen alten Gospel-Song sang: ‚Something Within‘. Mein Sohn Kevin Moore II spielt Marschtrommel dazu und fügte dem Track einen kleinen Loop hinzu. Die anderen Stimmen stammen von meinem Cousin Mark Wyatt – Herms Sohn – und Rochelle Rawls – meiner Schwester, der Enkelin von ‚R.V.‘.“

Rochelle nahmen wir zusammen mit verschiedenen Cousins und Freunden am Ostersonntag 2010 auf – ich hatte mein Schwester nicht singen gehört, seit sie 15 war. Sie sang aber die ganze Zeit über in der Kirche, und sie war der Wahnsinn! Im Grunde ist der Song eine Zusammenarbeit mit Lucie Campbell, einer der ersten je veröffentlichten weiblichen Gospel-Komponisten, die 1913 das Original zu ‚Something Within‘ geschrieben hat.“

Quelle: WMG

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