RSS Feed abonnieren


Luke Sital-Singh – Biografie

Dienstag, 12. August 2014 | By | Category: Biografie

„Ein brandneues Talent, welches schon jetzt nur so vor wahrer Größe strotzt!“ – The Sunday Times Culture

Luke SitalSingh - Credits: WMG

Luke SitalSingh – Credits: WMG

„Obwohl etwaige Vergleiche mit Größen wie John Martyn oder Neil Young vielleicht auf den ersten Blick für einen Newcomer etwas weit hergeholt erscheinen, demonstrieren seine jüngsten Shows, dass sie trotzdem absolut gerechtfertigt sind!“ – NME

„Dieser moderne Troubadour könnte der britische Bon Iver sein; fest entschlossen, altbewährte Folk-Traditionen in ganz neue Richtungen zu lenken!“ – The Guardian

Nach dem gigantischen Erfolg mit seinen beiden ersten EPs „Old Flint“ und „Tornados“ legt der britische Singer/ Songwriting-Shootingstar Luke Sital-Singh nun sein Debütalbum mit dem bezeichnenden Titel „The Fire Inside“ vor. Einen Vorgeschmack hatte der charismatische Twenty-Something bereits am XX.XX mit der Single „Nothing Stays The Same“ gegeben; auf seinem Longplay-Erstling präsentiert sich der Londoner nun als gereifter Musiker mit einer der eindringlichsten Stimmen dieser Tage.

Obwohl er damals die große Ehre hatte, von seinem Grundschullehrer gegen Ende des Schuljahres eine Hauptrolle in einer Aufführung verliehen zu bekommen, wurde Luke Sital-Singh während seiner Kindheit und Jugend keineswegs das zu Teil, was man üblicherweise als Beifallsstürme bezeichnet. Eigentlich kaum zu glauben, angesichts seiner außergewöhnlichen Stimme, mit der der Londoner Singer/ Songwriter heute das Publikum in seinen Bann zieht. Manchmal vorsichtig tastend, verletzlich, dann wieder voller Leidenschaft, ungeschönt und roh – nicht umsonst schwärmen Fans wie Medien gleichermaßen in den höchsten Tönen von dem britischen Shootingstar mit den indischen Wurzeln.

Doch schon immer war sein Weg geprägt von Rückschlägen; kleinen wie großen, die nicht selten sogar aus seiner eigenen Familie kamen. So wie von seinem älteren Bruder, wie Luke berichtet. „Eines Tages half er mir, ein paar Songs aufzunehmen. Ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnern, dass er zu mir sagte: Das Stück ist echt schön – bis zu dem Moment, in dem du mit dem Singen anfängst…“ Eine ähnlich ablehnende Reaktion, auf die er auch während der Auditionings für ein Konzert in einer weiterführenden Schule stieß. „Ich wollte eigentlich ein Duett von einem Sarah McLachlan-Song zusammen mit einem Mädchen namens Lauren performen. Wir stellten es den Lehrern vor, von denen es einer mit den Worten `eigentlich ganz nett, aber ich denke, Lauren sollte es lieber alleine bringen` kommentierte. Ich spielte zu dieser Zeit in verschiedenen Bands und hatte ein paar gute Freude, die in der Schule diese Petition für mich starteten. Der augenzwinkernde Wahlspruch lautete: Let Luke Sital Singh. Überflüssig zu sagen, dass es absolut gar nichts gebracht hat.“ Klingt scheinbar härter, als es war, finden sich in Lukes Berichten doch nicht die leisesten Ansätze von Enttäuschung oder sonstige bitteren Untertöne. Ganz im Gegenteil. Gerade seine Sicht auf den nicht allzu freundlichen Kommentar seines Bruders strotzt fast vor trockenem Humor. „Eigentlich hatte er ja Recht“, lacht Luke. „Ich hatte tatsächlich diese schwache, nasale Stimme.“

In einer Periode, in der er hauptsächlich härtere Bands wie The Offspring und Korn hörte („Es war lediglich ein Gruppending“, protestiert Luke, „Ich hätte mir wahrscheinlich alles Mögliche angehört, wenn meine Freunde Fans gewesen wären“), entdeckte er das Album „O“ von Damien Rice – und war von einem Moment auf den anderen wie vom Donner gerührt.  Buchstäblich. „Dieser Sound schien mich genau zur richtigen Zeit zu finden; so ungefähr mit 14 oder 15. Diese Verbindung war schon vom ersten Augenblick so stark und tief wie absolut nichts zuvor – und ist es immer noch. Es war das allererste Mal, dass ich diese Art von Musik hörte oder zumindest bewusst wahrnahm. Ich habe danach das ganze Album auswendig gelernt – Wort für Wort, Akkord für Akkord. Ich konnte es vom ersten bis zum letzten Ton komplett durchspielen. Es war damals ein unfassbar bekanntes Album; auf jeder Open-Mic-Night gab es mindestens ein oder zwei Acts, die Damien Rice-Coverversionen spielten. Ich stand immer davor und dachte nur: Das ist einfach nicht richtig. Ihr versteht diese Musik einfach nicht und verfügt nicht über diese Feinheiten, die ihn so toll machen. Das war natürlich eine wahnsinnig arrogante Einstellung, doch ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich ihn komplett verstanden hatte. Diese Art von Verständnis war es, die in mir den Wunsch auslöste, eigene Songs zu schreiben.“

Sein Interesse für Damien Rice führte Luke zu Ryan Adams, Ray Lamontagne, über Josh Ritter und schließlich weit zurück zu Neil Young und Bruce Springsteen. „Mein elitäres Denken sagt mir, dass es vielleicht ein wenig bescheuert ist, zu behaupten, dass Damien Rice mein größter Einfluss wäre“, lacht Sital-Singh. „Die meisten Künstler nennen bei solchen Gelegenheiten eher die Beatles, die Stones oder Bob Dylan. Ich habe dieses Denken definitiv verinnerlicht, aber die Wahrheit ist vielmehr, dass ich einfach nicht mit guter Musik aufgewachsen bin. Alles, was ich kannte, stellte mir mein ältester Bruder vor. Er war der erste von uns, der wirklich ein Musikfan war, während unsere Eltern diese Musik nicht gehört haben.“ Luke Sital-Singh wuchs in New Malden auf; einem Vorort im Südwesten Londons, den er als „nicht gerade der seltsamste Ort, doch aber einer der langweiligsten Orte zum Großwerden“ beschreibt. „Dort passiert nicht allzu viel. Es gibt kein Kino und auch keine Lokale, in denen Musik gespielt wurde. Meine Freunde und ich mussten unsere Gigs in Kirchen oder in Coffee Shops performen.“ Ebenfalls der Geburtsort von Gitarrenlegende John Martyn – eine Tatsache, nach der er immer wieder in Interviews gefragt wird. „Die Leute fragen: Wie hat er dieses Viertel beeinflusst? Antwort: Gar nicht. Weil es niemandem dort bewusst ist. Es gibt dort kein Denkmal, das an ihn erinnert. Ich denke, er hätte definitiv eines verdient!“

Lukes ältere Geschwister – die „beide in ihren Jobs wirklich eine Menge erreicht haben“ – gingen auf die „richtigen“ Schulen. Nicht so Luke. „Das war der Moment, in dem ich erkannte, dass ich einen anderen Weg verfolge.“ Ein Weg, der ihn mit 19 Jahren ins College nach Brighton führte, um Musik zu studieren. Ein Glücksfall, wie sich schon bald herausstellen sollte. „Am Abend vor der ersten Musiksession saß ich in meinem schäbigen Wohn/ Schlafzimmer und schrieb diesen Song. Die ersten Unterrichtsstunden bestritt zufälligerweise Iain Archer (Snow Patrol, Jake Bugg, Fiona Regan) – er fragte in die Klasse, wer einen Song spielen wollte und ich war der Einzige, der sich meldete. Also habe ich dieses Stück mit aller Inbrunst dargeboten – und erregte seine Aufmerksamkeit! Ich habe in der Folgezeit jede Minute mit ihm als Tutoren gebucht, die ich bekommen konnte. Eine andere Gast-Tutorin war diese brillante Frau, die als A & R arbeitete und bereits Josh Ritter unter Vertrag genommen hatte. Ich denke, ich war der einzige in meiner Klasse, der den Namen Josh Ritter kannte. Ich buchte also auch ihre Einzelstunden und durfte schon ein Jahr später für Ritter im Vorprogramm spielen!“

Wir spulen die Zeit vor ins Jahr 2012: Eine Zeit, in der erste Pläne für Luke Sital-Singhs Debüt-EP geschmiedet wurden. Man bespricht mit seinem neuen Manager, wer das Material produzieren soll. Der Name Iain Archer fällt sofort. Ein guter Freund des Managers, wie sich herausstellt. Die ersten gemeinsamen Früchte zwischen Student und Tutor trugen den Titel „Fail For You“ und konnten euphorische Reaktionen inklusive Vergleichen mit Größen zwischen Bon Iver und Neil Young hervorrufen. Mit seinen beiden im vergangenen Jahr releasten Folge-EPs „Old Flint“ und „Tornados“ konnte Luke Sital-Singh seinen „Hottest Newcomer“-Status weiter ausbauen – höchste Zeit also für sein Debütalbum, das ab demnächst mit „The Fire Inside“ vorliegt und ebenfalls von Archer produziert wurde. Ein Album, das mit seiner außergewöhnlichen Ausdruckskraft und seiner fast brutalen Offenheit zu einer Achterbahnfahrt der großen Gefühle einlädt. Angefangen beim optimistischen „Nothing Stays The Same“, über das schmerzhaft-zerbrechliche „Fail For You“ bis zum intimen „Cornerstone“. Immer irgendwo zwischen fingergezupfter Gitarrenmelancholie, treibenden Harmonien und natürlich Sital-Singhs unvergleichlicher Stimme. Eine Stimme, die heute keineswegs mehr schwach und nasal klingt, sondern wunderschön, zärtlich, verletzt und manchmal sogar ein wenig frech.

Lukes Pfad mag damals ein anderer als der seiner Geschwister gewesen sein. Doch er hat ihn da hin geführt, wo er heute ist. Ein Umstand, an den er sich immer noch gewöhnen muss. „Ich habe mir meine Platte heute Morgen im Zug angehört. Ich glaube, ich mag sie“, versucht er sich selbst zu überzeugen. Den Rest des Publikums muss er jedoch keineswegs mehr überzeugen. Soviel steht schon jetzt fest.

Quelle: WMG

Leave Comment