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Mateo – Biografie

Mittwoch, 9. April 2014 | By | Category: Biografie

„Heute biste Hipster, morgen bist du Popstar, übermorgen Opfer – isso. Haste keine Knete, kriegste keine Käthe, nix kommt von alleene – isso.“

Manchmal sind Dinge im Leben einfach, wie sie sind. Isso. Da nützen auch kein langes Drumrumreden und keine langatmigen Beschönigungen.

Mateo - Credits: Katja Kuhl

Mateo – Credits: Katja Kuhl

Einfach Augen zu, beziehungsweise auf und ab durch die Mitte. Niemand kennt das besser, als Mateo Jaschik, der schon auf der kürzlich veröffentlichten Single „Isso“ Klartext gesprochen und einen ersten Vorgeschmack auf sein Album abgeliefert hat. Nach sechs gefeierten Alben, über 900 Konzerten und unzähligen Gold- und Platin-Auszeichnungen legt der Culcha Candela-Frontmann nun mit „Unperfekt“ sein Solodebüt vor.

Seit mehr als zehn Jahren ist der in Polen geborene und in Berlin aufgewachsene Musiker und Performer mittlerweile integraler Bestandteil des deutschen Pop-Establishments; ob mit diversen DJ- und Partyprojekten, als Gründungsmitglied der Dancehall-/Reggae-/HipHop-Combo Culcha Candela, als polarisierender „Deutschland sucht den Superstar“-Juror und neuerdings auch als Soloartist – Mateo hat schon immer nach neuen Aufgaben, neuen Wegen und neuen Herausforderungen gesucht, sich und seine Träume zu verwirklichen. Er ist neben einem hoch talentierten Ausnahmemusiker genau das, was Jay-Z einmal so treffend mit den Worten „I’m not a businessman, I’m a business, man“ beschrieb. Auf „Unperfekt“ macht der notorische Workaholic nun den nächsten, den vielleicht mutigsten, definitiv aber kompromisslosesten Schritt in seiner bisherigen Karriere: Mit „Unperfekt“ liefert Mateo den catchy-augenzwinkernden Soundtrack zum Zeitgeist 2014 ab. Deutliche Ansagen mit Witz und frecher Klappe, verpackt in einen verdammt lässigen Groove und rundumveredelt mit sofort ins Hirn und in die Beine gehenden Ohrwurmmelodien, die man so schnell nicht wieder los wird.

Entstanden sind die Tracks von „Unperfekt“ über die vergangenen zwölf Monate in Berlin und Mateos zweiter Heimat Kapstadt in Zusammenarbeit mit seinem schon bei Culcha Candela bestens bewährten Songwriter- und Produzententeam WIR. Selbst nachdem man sich von Culcha Candela Ende 2012 nach zwölf nonstop durchgerockten Erfolgsjahren erstmalig eine kleine Schaffenspause gönnte, lief Mateos kreativer Motor immer noch weiter auf Hochtouren. „Ich war auf die Pause gar nicht so wirklich vorbereitet“, gibt der charismatische Thirty-Something schmunzelnd zu. „Ich persönlich hätte sie auch gar nicht gebraucht, also habe ich einfach weiter Songs geschrieben“ – Songs, die er nun zu einem perfekt „Unperfekt“en Album zusammengestellt hat. „Unperfekt“ ist genauso, wie Mateo selbst: Eckig, kantig, aber immer real. Ungekünstelt und geprägt von seinem ganz eigenen, irgendwie sympathisch breitbeinigen Urban-Swag, der sich elegant durch die kommenden  Partytracks wie der ersten Single „Isso“, „Radio“ oder „Meine Brille“ zieht. Auch, wenn er dabei stellenweise ganz schön auf dicke Hose macht, doch nicht umsonst ist der Berliner spätestens seit seiner Tätigkeit als schlagfertiges „DSDS“-Jurymitglied genau dafür berüchtigt. Mateo provoziert und polarisiert gern – doch am Ende des Tages trifft man sich immer zusammen auf der Tanzfläche.

„`Unperfekt` ist das schönste Kompliment, das ich jemals von einer Frau bekommen habe“, erklärt Mateo die perfekte Namenswahl seines Debütalbums. „Ich bin, wie ich bin und habe mich noch nie verstellt. Ich bin mir darüber im Klaren, dass meine offene, ehrliche Art nicht immer ganz angenehm für manche Leute ist. Aber auf der anderen Seite habe ich auch viel Humor und kann sehr gut über mich selbst lachen. Ich denke, der Begriff `Unperfekt` lässt sich auch sehr gut auf das Album anwenden. Meine Songs müssen zwangsläufig immer unperfekt bleiben, weil ich nicht ewig an ihnen herumschreiben kann. Musik kann generell nicht perfekt sein; das wirklich Interessante ist aber das Streben nach Perfektion. Der Weg, der einen als Künstler dort hinführt und natürlich all die Erfahrungen, die man während dieser Zeit macht. Außerdem ist es immer aufregend, wenn Dinge unperfekt und vielleicht ein bisschen dirty sind…“

Geblieben ist die knackige Mischung aus HipHop, Dancehall, Electro, Trap, Pop und Rock, mit der Culcha Candela zu einer der erfolgreichsten Bands Deutschlands avancierten. Doch statt karibischer Latin-Elementen und englischen Lyrics gibt’s heute überwiegend deutsche In-Your-Face-Texte, die Mateo selbst als „persönlicher, direkter und eigenständiger“ beschreibt. Keine Kompromisse, sondern 100 Prozent Mateo, der auf „Unperfekt“ nicht underground und hip, sondern aus voller Überzeugung Pop ist. Multikulturelle Popmusik mit Ohrwurmpotential und erhöhtem Spaßfaktor, mit der er den Slang der Straße aufgreift und der deutschen Popkultur cool grinsend ein paar dringend nötige Stromstösse mit dem Defibrillator verpasst. Zusammen mit seinen genannten und ungenanten Special Guests, darunter so namhafte Künstler wie Xavier Naidoo, Culcha-Kollege Johnny Strange, Bundesvision Song Contest-Überfliegerin Luna Simao und anderen, verhandelt Mateo den alltäglichen Wahnsinn und die verrückten Folgen. Egal, ob es um Traumfrauen und ihre kleinen Fehler geht, um das unerträglich austauschbare Radioeinerlei, durchfeierte Nächte und die verkaterten Sorgen am Morgen danach – nobody is perfect, auch, beziehungsweise erst Recht nicht Mateo. Isso.

„Mein Talent ist es definitiv nicht, super schön zu singen, obwohl ich vielleicht eine ganz charakteristische Stimme habe. Mein Talent ist es, eine Vision zu verfolgen und Songs zu schreiben. Dinge zu entwickeln. Es war zur Abwechslung mal sehr erfrischend, etwas völlig Kompromissloses zu machen. Ganz alleine, ohne irgendjemanden, der einem reinredet oder mit dem man sich auseinander setzen muss. Andererseits war es umso schwerer, alle Entscheidungen alleine zu fällen. Ich bin selbst mein größter Feind und mein schärfster Kritiker, mache mir selbst am meisten Druck. Bei den Arbeiten an dieser Platte war ich einerseits Künstler, aber auch mein eigener Richter und meine ganz persönliche Nanny, wenn etwas nicht so lief, wie ich es mir vorgestellt hatte…“ Doch zumindest seine geliebte Sonnenbrille ist tatsächlich perfekt, wie er auf dem gleichnamigen Track „Meine Brille“ erklärt. Richtig gehört: Ein Liebeslied an ein blickdicht getöntes Fashion Accessoire. „Sie ist mein treuer Begleiter. Jeder von uns kennt das: Bis man endlich das richtige Modell gefunden hat, vergehen manchmal Jahre. Wenn man dann irgendwann fündig geworden ist, sollte man seiner Sonnenbrille auch ruhig mal einen Song widmen…“

Doch neben seinem ganz eigenen Humor und einer ausgeprägten Partytauglichkeit offenbart Mateo auf „Unperfekt“ auch seine persönliche, nachdenkliche Seite. Ein charmantes Großmaul, das auch mal leisere Töne anschlagen kann. So wie in dem berührenden Xavier Naidoo-Duett „Ich hau ab“ oder dem eindringlichen „Stille Helden“ – eine musikalische Würdigung all der namenlosen Angestellten und Arbeitenden, ohne die die Gesellschaft zusammenbrechen würde. „Bei Begegnungen mit unseren Fans habe ich immer wieder krasse Geschichten von Menschen gehört, die extrem belastende Jobs haben. Krankenschwestern, Altenpfleger, Polizisten, Feuerwehrmänner – Menschen, die sich buchstäblich den Arsch für uns aufreißen und dafür auch noch schlecht bezahlt werden. Auf diesem Song ziehe ich nun den Hut vor ihnen.“

Mit „Unperfekt“ schlägt Mateo heute ein weiteres Kapitel auf. Und das neben, und nicht wie viele vermuten, nach Culcha Candela, mit denen er in Zukunft auch weiterhin Musik produzieren wird. „Unperfekt“ ist die fast perfekte Selbstverwirklichung von einem, der einfach kreativ sein muss. Alternativlos. Einer, der gar nicht anders kann. „Was soll ich machen? Ich will mir nicht eines Tages mal selbst vorwerfen müssen, dass ich nicht alles ausprobiert habe. Man kann es nicht jedem Recht machen und das will ich auch gar nicht. Ich mache, was mir gefällt. Alles aber mit Augenzwinkern und viel Humor. Denn eigentlich will ich nur spielen, lachen und versuchen, gute Popmusik zu machen. Ich war schon immer für ein friedliches Miteinander. Isso.“

Quelle: WMG

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