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Rob Thomas – Biografie

Freitag, 15. Mai 2009 | By | Category: Biografie

„Ich will nicht immer wieder dasselbe Album machen. Ich möchte nicht nur in den Texten ausdrücken, wo ich mich zurzeit als Person befinde, sondern auch stilistisch die Zeit fassen, in der ich lebe. Ich bin 37, und das ist etwas ganz anderes als 30 oder 25 zu sein. Es ist eine ganz andere Zeit in meinem Leben, und das soll das neue Album wiedergeben. cradlesong klingt anders als alles, was ich vorher gemacht habe, und das war mir sehr wichtig.“

Rob-Thomas Credits: Andrew-Macpherson

Rob-Thomas Credits: Andrew-Macpherson

Seit den Welterfolgen mit seiner Band matchbox twenty gilt ROB THOMAS als einer der besten jungen Songwriter des anbrechenden 21. Jahrhunderts. Mit seinem ersten Soloalbum Something To Be (2005), bewies er sich zudem als brillanter Solokünstler, der in der Lage ist, Chartgeschichte zu schreiben: Das Album erreichte nicht nur Platin in den USA, es war auch seit 50 Jahren das erste Debüt-Solo eines männlichen Künstlers, das sofort auf Platz 1 in die Billboard-Charts einstieg. Bei uns spielte es sich sicher in die Top-10, und die 2006 erschienene Single Little Wonders aus dem Film „Triff die Robinsons“ hielt sich über zwanzig Wochen ununterbrochen in den Charts. Insgesamt ist ROB THOMAS an 80 Millionen verkauften Tonträgern beteiligt, darunter die Santana-Koop Smooth, die zu einer weltweiten Nummer 1 wurde.

Doch all die Zahlen drücken nicht das aus, was ROB THOMAS als Songwriter ausmacht: „Ich bin ein Typ, der Songs in seinem Kopf hört und sie niederschreiben muss, um sie los zu werden,“ lächelt er. „Und ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mein Leben darauf aufbauen kann.“ Für ROB dreht sich alles um die kreative Idee: „Songwriting ist das einzige, was für mich einen Sinn ergibt. Natürlich hilft es, wenn man dabei ein paar Jahre Erfahrung hat. Aber die Wahrheit ist, dass der Grund, warum ich es seit Jahren mache, ist, dass ich es einfach mache. Es ist das einzige, was ich kann…. Ich habe keine Ahnung von Autos oder Sport, und ich bin kein Mathe-Genie. Songwriting ist das, was mich interessiert und was mir einen Sinn gibt.“

Und das geschieht bei ROB THOMAS auf einem sehr hohen Niveau. „Es ist ein zweiteiliger Prozess, bestehend aus Inspiration und Handwerk. Die Inspiration ist der Teil, der durch und durch magisch ist, und über den man kaum Kontrolle besitzt. Die Inspiration kommt, wenn du in deinem Auto oder in einem Zimmer sitzt und plötzlich eine Melodie hörst. Sie gefällt Dir, sie klingt großartig, und plötzlich merkst du, dass es sie gar nicht gibt, dass es eine Melodie ist, die du dir selbst ausgedacht hast. Das steht außerhalb deines Bewusstseins, und sobald du glaubst, sie gehört nur dir allein, verschwindet sie. Um ein Zitat von Quincy Jones anzuführen: ‚In dem Moment, wenn der Erfolg dich dazu bringt zu sagen, jetzt schaffe ich es alleine, Gott, in genau dem Moment wird Gott dich verlassen.’ “

Und das Handwerk? „Es gibt diese Momente, in denen du ein Gefühl voll und direkt wahrnimmst, und in denen du dich davontragen lassen kannst. Und wenn das Gefühl vergeht, legst du es beiseite und musst an einen bestimmten Punkt zurückgehen und daran arbeiten. Du sagst dir: ‚OK, soweit hat mich die Inspiration gebracht, was also wollte ich sagen, in welche Richtung wollte ich gehen? Dieser unglaubliche Prozess ist es, der dich dazu bringt, dich für einen Moment als die kreativste Person der Erde zu fühlen. Und wenn der Moment vorbei ist, hast Du das Gefühl, du wirst das nie wieder tun können… und musst ganz von vorn anfangen. Also versuchst du, dieses Gefühl zu erhalten, diesen Hochmoment des Schaffens, den Ort, der dich von einem leeren Blatt Papier zu einem Song bringt, den dir die Leute im Madison Square Garden entgegen singen, wenn du Glück hast. Darin liegt die Magie.“

Das jüngste Ergebnis diese Prozesses ist cradlesong, das zweite Solo-Album ROB THOMAS’ nach Something To Be, das mit zwei Grammys belohnt wurde und einige Hit-Singles enthielt, darunter Lonely No More, das in 15 Ländern der Welt auf Platz 1 der Charts ging.

cradlesong entstand wieder mit Matt Serletic, und dies in einer kreativ aufgeladenen Atmosphäre. „Ich habe mir in meinem Keller ein Studio eingerichtet, und so entstanden die meisten der Songs auf Basis eines Drumbeats“, so THOMAS. „Bis zu diesem Moment hatte ich all meine Songs auf einer akustischen Gitarre oder am Klavier geschrieben und musste warten, bis ich ins Studio konnte, um zu hören, wie die Musiker damit umgehen. Jetzt konnte ich einen guten Drumgroove entwickeln, ein paar Gitarren dazu spielen und Matt direkt zeigen, wie ich mir den Song vorstellte.“

„Ich liebe Hybride in der Musik“, so THOMAS. „Nach dem Motto: Was würde passieren, wenn wir den Drummer von Prince mit den besten Musikern aus Nashville zusammen bringen? Ich möchte, dass im Studio jeder sein gewohntes Feld verlässt und seine Grenzen überschreitet.“ Eine der frühen Inspirationen kam dabei von Paul Simons Rhythm Of The Saints: „Ich wollte einen neuen Weg finden, etwas auszudrücken, dass den unwiderstehlichen Drang nach Groove besitzt.“

Das Resultat ist ein perkussiv angelegtes Rockalbum, das vor Leidenschaft und Energie pulsiert. Auf Fire On The Mountain und dem brillanten Pop Give Me The Meltdown treffen dynamische Gitarren aufeinander, Bläser begleiten das tänzelnde Wonderful, während das bewegte Real World ’09 von elektronischen Programmierungen angetrieben wird. Die einzige ausgesprochene Ballade auf dem sonst sehr rhythmusorientierten Album ist der Titelsong. „cradlesong ist auf dem Album, weil es ein wirklich sanfter Song ist“, erklärt THOMAS. „Es ist eine Art ‚beruhig dich, alles wird gut werden’-Song.“

Die erste Single aus dem Album, das kaleidoskopartige Her Diamonds, gehört zu den persönlichsten Songs, die ROB THOMAS bisher für ein Album aufnahm. ROBs Lebenspartnerin kämpft zurzeit tapfer gegen eine Autoimmun-Schwäche, und Her Diamonds beschreibt eine solche Situation, „in der ein Paar mit diesem Problem auf einer alltäglichen Basis umgehen muss. So eine Situation führt zu einer unglaublichen Menge an Traurigkeit. Es gibt Songs auf dem Album, bei denen ich mit einer dünneren emotionalen Decke als je zuvor flirte, aber ich schreibe in der Tat Songs darüber, wie Menschen mit schwierigen Zeiten umgehen, und so eine schwierige Zeit ist universal, sie kann durch alles mögliche entstehen.“

Die Gabe, das Persönliche als Universales auszudrücken, ist seit langem das Merkmal von THOMAS’ Songs. „Wenn ich einen bestimmten Moment meines Lebens nehme und darüber schreibe, wie ich mich dabei fühle – nicht den speziellen Moment, sondern die Tatsache, wie ich mich dabei fühle – dann befinde ich mich plötzlich auf einem Boden, den viele Menschen nachvollziehen können. Die Leute verstehen das Gefühl, sie erfahren andere Dinge in ihrem Leben, die sie genau so empfinden. Wenn ich mit 3am einen Song über meine Mutter und ihre Krebserkrankung schreibe, ist das eine spezifische Situation, aber wenn ich darüber schreibe, wie ich mich dabei fühle, dann wird es eine allgemeingültige Tatsache.“

Viele der Songs auf cradlesong untersuchen die zerbrechliche und vergängliche Natur von Beziehungen. „Ich denke, das Herz meiner Songs sind immer menschliche Beziehungen, und nicht nur romantische. Es geht oft darum, wie Menschen miteinander umgehen, in ihren guten Zeiten und in ihren schlechten Zeiten.“
In Mockingbird entscheidet ein Paar zum Beispiel, dass es glücklicher wäre, wenn es sich trennen würde. Der Uptempo-Rhythmus scheint allerdings der Tatsache zu widersprechen, das „es nichts Glückliches in diesem Song gibt“, so THOMAS. Ähnlich beschreibt das Piano-getragene Stück Someday die Hoffnung eines Paares auf eine ferne Zeit, wenn ihr Kummer endlich aufhört. Selten wurde das Thema des Zweifels in eine solch melodische und sinnliche Produktion gehüllt.

cradlesong enthält auch das atmosphärisch dichte Fire On The Mountain, das um einen einzigen Akkord herum strukturiert ist. Der Song zieht Dave Eggers „What Is The What“ als Inspiration heran. „Man weiß ja, wie es ist, wenn man ein Buch liest, man lebt richtig darin“ so THOMAS, der ein leidenschaftlicher Leser ist. „Dies war das erste Mal, dass ich eigentlich keinen Text geschrieben habe. Ich habe ihn nur gesungen.“
cradlesong endet mit Getting Late, eine reizende, Country-beeinflusste Danksagung an den Fluss der Zeit. Und mit der Ermahnung, daran, dass die Zeit stets weitergeht, entlässt ROB THOMAS uns in die Welt zurück.

Und das ist eine Welt, die ROB THOMAS mit ungebrochenem Optimismus betrachtet, auch wenn seine Texte manchmal etwas entmutigt wirken. Dieser Geist erfüllt auch cradlesong. „Ich bin kein Mensch, der gerne jammert. Ich finde keine Befriedigung in Schmerz und Verzweiflung. Außer einiger weniger Songs, die dunkel beginnen und auch so bleiben, endet eigentlich jeder von ihnen mit dem Gefühl der Hoffnung“, betont er. „Es muss so sein, denn es sind die Momente der Hoffnung, die du mit anderen Menschen teilen willst. Es ist der hoffende Teil, der dir sagt, dass du in deinem Schmerz auch ein Geheimnis entdeckt hast, das vielleicht auch andere betrifft.“

ROB THOMAS konnte mit seinen Songs bereits viele Menschen berühren, und er erzählt immer wieder die Geschichte einer Frau, „die oft in unsere Konzerte gekommen ist. Sie war wirklich ein großer Fan, aber sie starb vor Kurzem an Krebs. Ihr Familie schickte mir neulich ein Foto von ihrem Grabstein, auf dem in großen Lettern stand: ‚Ever The Same. Mother & Wife.’ Die Vorstellung, dass ich irgendwann im Studio einen Song geschrieben hatte, der so persönlich wertvoll für jemanden wurde… diese Dinge kann man nicht erklären und auch nicht wiederholen. Ich glaube, das ist der Grund, warum man sich dazu hingezogen fühlt, Songs zu schreiben, und ich glaube, das ist auch der Grund, warum es die größte Sache im Leben ist, ganz egal, wie schwierig es manchmal ist und ob man Erfolg hat oder nicht. Die materiellen Auszeichnungen und Belohnungen sind nicht das Entscheidende, sie sind nur das Sahnehäubchen auf etwas, was ohnehin eine großartige Sache ist.“

ROB THOMAS Fakten
„Alles begann vor 15 Jahren, nur weil ich einen Haufen Songs hatte, die ich spielen wollte“, so ROB THOMAS über die Entwicklung vom matchbox twenty. Und seitdem schrieb er eine bemerkenswerte Reihe von Smash-Hits, darunter die Number 1-Hits Push, 3am, If You’re Gone, Bent, Disease und Unwell sowie weitere erfolgreiche Songs wie Real World, Back 2 Good, Mad Season und Bright Lights.
1999 bescherte ihm die von ihm geschriebene Santana-Kooperation Smooth drei Grammys. Der Song rangiert heute auf Platz 1 der Billboard Top Hot 100 Rock Songs und auf Position 2 der Hot 100 All-Time Top Songs des Magazins.

THOMAS arbeitete weiterhin erfolgreich mit Mick Jagger, Elton John-Texter Bernie Taupin, Willie Nelson und Marc Anthony zusammen und ist damit direkt oder indirekt an verschiedenen Tonträgern beteiligt, die sich insgesamt mehr als 80 Millionen Mal verkauften. Er erhielt 13 BMI-Awards und wurde zwei Jahre in Folge von Billboard zum ‚Songwriter of the Year’ gewählt. Im Jahre 2001 wurde ROB THOMAS als bislang jüngster Künstler in die South Carolina Music and Entertainment Hall of Fame aufgenommen, und im Juni 2004 erhielt er als erster den neu gegründeten „Starlight Award“ der Songwriters Hall Of Fame, mit dem junge Komponisten geehrt werden, die der zeitgenössischen Musik bereits in ihren frühen Jahren ihren Stempel aufdrücken.

Die Veröffentlichung seines ersten Soloalbums Something To Be führte zu einer großen, ausverkauften Welttournee. Das Album erreichte Platz 1 in den USA und bekam mehrfaches Platin. THOMAS spielte zudem auf dem Live 8-Festival im Juli 2005, und das sowohl als Solokünstler als auch im Duett mit Stevie Wonder auf dessen Klassiker Higher Ground.
2007 tat er sich wieder mit matchbox twenty zusammen, um Exile On Mainstream zusammenzustellen. Es war das erste matchbox twenty-Album nach fünf Jahren, gruppierte ein Greatest Hits-Repertoire um sechs neue Song herum und wurde von Steve Lillywhite produziert. Das Album erreichte Platz 3 in den Billboard 200 und eine Goldauszeichnung, die aus dem Album stammende Single How Far We’ve Come wurde ebenfalls mit Gold belohnt.

Einen weiteren großen Erfolg landete THOMAS mit Little Wonders für den Soundtrack zum Disney-Film „Meet The Robinsons“, und im Dezember 2008 spielte er zu Ehren von Pete Townshend und Roger Daltrey den Who-Song Baba’s O Riley beim 31st Annual Kennedy Center Honors in Washington, DC, mit einem 150 Mann starken Chor aus Polizisten und Feuerwehrleuten.

Auch in Zukunft wird er seine Kräfte als Solokünstler und bei matchbox twenty einbringen. „Im Laufe der Jahre haben auch die anderen ihre Fähigkeiten als Songwriter entwickelt“, erklärt ROB. „Und jetzt, wo ich einen Solo-Weg gehe, können wir als Band testen, was aus matchbox werden kann, ohne dass mein Songwriter-Ego dabei im Weg ist. Der Grund, warum ich dies alles tue, liegt darin, dass ich all diese Songs habe, die sich in meinem Kopf formen. Daher ist es eine kathartische Erfahrung, sie immer wieder herauszulassen und in die Welt zu schicken. Und meine Solokarriere ist dafür immens wichtig.“

http://www.myspace.com/robthomas

Quelle: WMG

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