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TEEMID – Biographie

Freitag, 6. Juni 2014 | By | Category: Biografie

Bei der ersten Begegnung mit Dimitri, alias TEEMID, mag man denken: ‚Wow, der ist ja noch richtig jung!’ Doch der Schein trügt. Das bekomme ich öfter zu hören, wobei ich eigentlich 27 bin. Ich bin in Belgien geboren, aber in Frankreich, in der Nähe von Bordeaux, aufgewachsen. Dort begann ich aufzulegen und zu produzieren.“

Teemid - Credits: GETURSHOT.COM

Teemid – Credits: GETURSHOT.COM

 

Sein Künstlername kommt nicht von ungefähr. TEEMID, selbst auch etwas introvertiert, ist eine Abwandlung des französischen Adjektivs ‚timide’, zu Deutsch schüchtern.

Wie ein guter Wein aus dem Bordeaux, so ist auch TEEMID mit zunehmendem Alter besser geworden. Der elektronischen Musik begegnete er zum ersten Mal im elterlichen Zuhause. Mein Bruder ist 15 Jahre älter als ich. Als ich noch klein war, lud er immer seine Freunde zum babysitten ein. Die hörten alle Techno, hauptsächlich so belgische und deutsche Sachen aus den Neunzigern. Das hat mich wohl irgendwie beeinflusst. Darunter waren Tracks wie zum Beispiel ‚The Real Hardcore’ von NRG, ‚TC 1992’ von Funky Guitar oder ‚Jam & Spoon’ von Stella. Auf die Techno-Sammlung meines Bruders stieß ich, als ich ungefähr acht Jahre alt war und von dem Moment an hörte ich die Tracks in Endlosschleife. Manche der Songs höre ich heute noch gerne, wie zum Beispiel Jaydees ‚Plastic Dreams’.“

1995, im Alter von 11 Jahren, hatte TEEMID eine Art musikalische Eingebung. Eines Morgens sah ich das Musikvideo zu Daft Punks ‚Da Funk’ und kaufte mir das Album. Ich verliebte mich sofort in den französischen Stil und ihre Verwendung von Samples. Frische Sounds aus den Reihen von Daft Punk, Superfunk und Armand Van Helden brachten mich plötzlich richtig in Fahrt.“ Aufzulegen begann er jedoch erst mit 18. „Damals war ich zwar noch mit meinem Wirtschaftsstudium beschäftigt, kannte aber alle lokalen DJs und so kam mir irgendwann der Gedanke, dass auch ich meiner Leidenschaft folgen und professioneller DJ werden könnte. Ich hab’s mir selbst beigebracht. Im Sommer ging ich einigen Nebenjobs nach und kaufte mir von dem Geld meine ersten Plattenspieler und einen Mixer. Ich habe hart daran gearbeitet und mir nebenbei noch Inspiration beim Resident-DJ meines Stammclubs geholt. Die ersten Platten besorgte ich mir im lokalen Plattenladen. Dort durchkämmte ich immer die House-Compilations auf der Suche nach den besten Tracks.“

Geduldig feilte er an seinen Fähigkeiten und wurde schließlich selbst Resident-DJ in einem lokalen Club. Dort lernte TEEMID sein Publikum zu lesen und zu verstehen, was die Leute hören möchten und wann. „Das war natürlich in einem kleinen, lokalen Club, nicht zu vergleichen mit Paris, wo die Leute viel musikbegeisterter sind. Das ändert natürlich alles.“ Seitdem sammelt er fleißig Erfahrungen bei regelmäßigen Auftritten in Paris und ersten Bookings aus ganz Europa. Noch spielt er seine Sets an den Decks, ganz ohne Controller. Trotzdem würde TEEMID gerne auch eigene Live-Shows mit dazugehörigen Visuals entwickeln. Seine Zeit als Resident-DJ liegt nun hinter ihm. „Ich habe richtig Lust zu touren. Als Resident-DJ habe ich mich wie eingesperrt gefühlt, aber jetzt ist jedes neue Booking einfach super. Die Leute kommen, um meine Musik zu hören und haben ein Lächeln im Gesicht. Das macht mir am meisten Spaß und habe ich mir schon lange gewünscht.“ Den Blick nach vorne gerichtet, spielt TEEMID dennoch lieber im persönlicheren Umfeld. „Kleinere Locations sind mir wesentlich lieber, dort wo die Leute direkt vor einem stehen, man schneller mit ihnen in Kontakt treten und mit ihnen kommunizieren kann. Das ist einfach cooler.“

Bei Nacht und bei Tag spielte TEEMID in einem lokalen Club vier Jahre lang House, bevor er sich an erste eigene Produktionen heranwagte. Ich habe mich schon immer auch fürs Produzieren interessiert, konnte mir aber lange Zeit nicht die nötige Hardware leisten. Damals brauchte man dafür einen professionellen Rechner, also konzentrierte ich mich erst einmal nur aufs Mixen. Mit 23 kaufte ich mir dann ein eigenes Studio und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Ich fing mit Fruity Loops an, merkte aber schnell, dass alle Headliner mit Logic arbeiteten. Also kaufte ich mir einen Mac, die Software, einen Monitor und ein Keyboard. Damit war ich für den Anfang gut ausgerüstet. Logic kam damals in Begleitung eines riesigen, 300 Seiten starken Tutorial-Buches. Ich glaube das ist bis heute das einzige Buch, das ich mir von vorne bis hinten durchgelesen habe.“ Mehr als motiviert, begab sich TEEMID auf die lange Suche nach einem eigenen Sound. „Anfangs stand ich auf funky Tracks, primär wegen der Samples. Später ging ich immer mehr in der neuen House-Szene auf. Flume, Darius, Cherokee, Disclosure, Kaytranada, Bonobo, Kygo, um nur ein paar beim Namen zu nennen, ermutigten mich meinen eigenen Weg zu gehen und die Musik zu machen, die ich liebe.“ Doch TEEMIDs Cover und Remixe weisen ebenso starke Pop-Einflüsse auf. „Pop inspiriert mich genauso. Auch Künstler wie Breakbot, Coldplay, Jamiroquai, Moby, The Ting Tings, Empire of the Sun, Phoenix, Jay Z, Kanye West und Ryan Leslie befinden sich auf meinem iPhone. Ich höre mir alles an. Man sollte für alles offen sein.“

Nach nunmehr einigen Jahren, weisen TEEMIDs Produktionen einen hörbaren Hang zu Deep House auf. „Ich kann nicht genau sagen wieso, aber Deep House ruft bei mir viele Emotionen hervor. Mit Deep House kann ich reisen, ohne mich zu bewegen. Meine Liebe zu dem Genre schürten vor allem Künstler wie Jimpster, Dennis Ferrer, John Tejada, Maya Jane Coles oder Kerry Chandler. Jetzt ist es auch meine Musik. EDM hingegen finde ich abstoßend, ein schrecklicher Sound, der mir nun schon seit zwei Jahren auf die Nerven geht.“ Bei seinen Remixen und Covern legt TEEMID besonders viel Wert auf ausgefallene Vocals, die inzwischen sein Markenzeichen geworden sind. „Meine Herangehensweise ist eigentlich recht simpel. Zuerst suche ich auf SoundCloud oder YouTube nach Acapella-Versionen bekannter Pop Songs. Viele Jungs und Mädels da draußen verleihen in ihren persönlichen Cover-Versionen den Originalen eine ganz neue Dimension. Ein gelungenes Cover verpasst einem Track, der dir ursprünglich vielleicht nicht gefiel, einen völlig neuen Vibe.“ Anschließend macht er sich direkt an die Arbeit, bevor er sich bei den Urhebern um irgendwelche Freigaben bemüht, was aber bisher kein Problem darstellte. „Grundsätzlich lade ich mir erst einmal ihre Vocals herunter, baue den Track und schicke ihn nach Fertigstellung an sie zur Freigabe. Sie freuen sich meistens und sind fast immer damit einverstanden, den Track zu teilen.“

Hinter dem riesigen Erfolg seines Covers des Gnars Barkley Überhits ‚Crazy’ verbirgt sich der gleiche Produktionsprozess. „Ich fand Joies Cover auf SoundCloud in ziemlich hoher Qualität. Ihre Version hat mich einfach umgehauen, also machte ich daraus den Track und schickte ihn ihr. Sie hat sich richtig gefreut und wir entschieden uns den Track zu posten. Ich hoffe wir können auch in Zukunft an weiteren Tracks zusammenarbeiten.“ Offline haben sich die beiden bisher noch nicht kennengelernt. Joie Tan lebt in Singapur ist 19 Jahre alt, ein richtig hübsches Mädchen mit einem bezaubernden Lächeln und toller Energie. Sie hat an der Kunsthochschule LaSalle in Singapur Musik studiert. TEEMID schickte den fertigen Track an einflussreiche Blogs und YouTube-Kanäle in der Hoffnung, dass er geteilt würde. „Electro Posé waren die ersten, die den Track posteten. Anschließend fügten Délicieuse Musique das Cover von ‚Crazy’ ihrer Playlist hinzu und schließlich folgten weitere Kanäle darunter Majestic und The Sound You Need. Dank ihnen gelang mein Song an eine noch größere Öffentlichkeit.“ Als ‚Crazy’ auf SoundCloud über zwei Millionen Plays erzielte, setzten sich die ersten Labels mit TEEMID in Verbindung, ohne dass er zuvor auch nur ein Demo verschickt hätte.

Inzwischen erreichen ihn auch die ersten Remix-Anfragen etablierter Größen. Zurzeit arbeitet er an einem Remix für die englische Pop-Sensation Birdy. Weitere Anfragen sind in der Pipeline, aber noch nicht bestätigt. Einige junge Produzenten hätten gerne Remixe von mir, aber ich halte mich da zurück und bleibe lieber bei den großen Namen.“  Vorerst bleibt TEEMID den Remixen und Covern treu, die ihn inspirieren. „Hauptsache das wird nicht zur Routine. Ich möchte einfach weiterhin tolle Cover finden und am liebsten irgendwann ein Album mit all meinen Covern veröffentlichen.“

Quelle: WMG

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