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DEVENDRA BANHART – What Will Be – Vö: 27.11.09

Samstag, 26. September 2009 | By | Category: Neue Alben

Der Mann, der nach einem Regengott benannt ist, wie kein anderer für das Genre „Freak Folk“ steht und sich für ein Foto auch schon mal eine Machete vor’s Gemächt hält, hat ein neues Album aufgenommen. What Will We Be ist DEVENDRA BANHARTs insgesamt siebter Longplayer und der erste, der bei Warner erscheint.

Denvendra Banhart  Credits: Lauren Dukoff

Denvendra Banhart Credits: Lauren Dukoff

Es war 2002, als ein langhaariger, vollbärtiger und offensichtlich vollkommen ausgeflippter Hippie mit einem Album erschien, das allen „modernen“ Strömungen in der Popmusik Hohn zu sprechen schien: Mit Oh Me Oh My The Way The Day Goes By The Sun Is Setting Dogs Are Dreaming Lovesongs Of The Christmas Spirit betrat DEVENDRA BANHART die Songwriterszene, einem Lo-Fi-Album, das einen jenseitig wimmernden Gesang, eine akustische Gitarre – und 22 unglaubliche Songs enthielt, von denen jeder einzelne eine kleine musikalische Revolution war. Vier weitere Alben – und eine rasant wachsende Fangemeinde – später legt DEVENDRA BANHART, Zauberer der Herzen und König der Balladen, nun seine erste Warner Bros.-Veröffentlichung vor: What Will Be.

What Will Be dürfte jedem eingeschworenen BANHART-Fan die Freudentränen in die Augen treiben. Mit seinen 14 wunderbaren Kleinodien verströmt das Album eine sonnige Atmosphäre und das Gefühl, einen schön warmen, faulen Nachmittag im Kreise von guten Freunden auf der Veranda zu genießen. DEVENDRAs exquisites Händchen für traumhafte Melodien und seine unerschütterliche Gelassenheit durchziehen What Will Be wie ein magischer roter Faden. Aber es gibt eben auch diese kleinen Ausbrüche, die ein DEVENDRA BANHART-Album zu einem bunten Kaleidoskop machen. Etwa die stille und melancholische Ballade Meet Me At The Lookout Point, den Riff-Rocker Rats oder den Reggaesong Foolin‘. Mit Brindo gibt es auch wieder eine spanische Latino-Zauberei, ohne die ein  DEVENDRA BANHART-Album einfach nie DEVENDRA BANHART wäre. Bemerkenswert ist auch das R&B/Afrobeat-angehauchte Baby und das rockige 16th & Valencia Roxy Music, das den Helden um Bryan Ferry in der Tat perfekt nachempfunden ist (etwa aus der Phase der ersten 2-3 Roxy Music-Alben).

What Will Be ist das zweite Album in Folge, das DEVENDRA BANHART in unveränderter Besetzung eingespielt hat. Er selbst spielt Gitarre und singt natürlich, Noah Georgeson, der die beiden Vorgänger-Alben sowie Little Joy, Bert Jansch und Joanna Newsome produzierte, unterstützt ihn an Gitarre und Backing Vocals, Greg Rogrove (Priestbird) spielt die Trommeln und singt, Lucky Remington (The Pleased) bedient den Bass und singt und Rodrigo Amarante (Los Hermanos, Little Joy) spielt ebenfalls Gitarre und singt. Produziert wurde What Will Be von DEVENDRA BANHART und Paul Butler (Band Of Bees) in einem kleinen Privathaus in einem verschlafenen Nest in Nordkalifornien.

Auch das gehört zu DEVENDRA BANHART: Alle beteiligten Musiker trugen ihren Anteil zu den Kompositionen bei, und so hört man eine Band, die in äußerster Harmonie zu sich selbst steht. Wo Smokey Rolls Down noch ein bißchen wie ein allgemeines Brainstorming klang, bekommt man auf What Will Be das Gefühl, dass jeder in der Band sich ganz den Bedürfnissen des einzelnen Songs anpasst und so alle zu einer großen Gemeinsamkeit finden. Die Vokal-Arrangements greifen leichtfüßig ineinander, und die Instrumente klingen zwar immer noch enorm entspannt, aber sie finden innerhalb der Songs viel leichter zum Punkt. Es sieht so aus, als hätte DEVENDRA BANHART mit What Will Be vom individualistischen Eigenbrötlertum zum höchsten Genuss im Kollektiv gefunden.

DEVENDRA BANHART wurde 1981 in Houston, Texas, geboren und zog als Kind mit der Familie seiner Mutter nach Venezuela. Ein paar Jahre später ging es zurück nach Encinal Canyon in Kalifornien, wo er seine Teenie-Jahre verbrachte, mit der Musik begann und Englisch lernte. In San Francisco besuchte er das San Francisco Art Institute, das er allerdings ohne Abschluss wieder verließ. Seinen ersten Auftritt absolvierte DEVENDRA BANHART auf der Hochzeit von „Jerry Elvis und Bob The Crippled Comic“, zwei homosexuelle WG-Mitbewohner. Anschließend reiste er nach Los Angeles, dann nach Paris, zurück nach SF, weiter nach LA, nach New York (wo er sich in den Neo-Folk-Kreisen um CocoRosie aufhielt) und schließlich in die äußeren Gefilde von Los Angeles, wo er heute residiert.

Michael Gira von den Swans entdeckte DEVENDRA BANHART für sein Label Young God Records und überredete ihn, seine bisherigen Demos, die er auf seinen Reisen auf Cassettenrecordern und Anrufbeantwortern aufgenommen hatte, soundmäßig leicht aufpeppen zu lassen und sie auf Oh Me Oh My The Way The Day Goes By The Sun Is Setting Dogs Are Dreaming Lovesongs Of The Christmas Spirit zu veröffentlichen. In den folgenden Jahren kamen weitere Alben, die den Kultstatus des originellen Songwriters weltweit ausbauten: Rejoicing In The Hands, Nino Rojo, Cripple Crow und Smokey Rolls Down Thunder Canyon. Währenddessen schmückten Magazine wie The Fader, Signal To Noise, Arthur Magazine, Paper, Harp, Guitar World Acoustic, Rolling Stone (Deutschland und Japan) ihre Titelseiten mit seinem Antlitz, und große Features erschienen zum Teil mehrfach im Rolling Stone (US), Vanity Fair, GQ, Spin, Filter, The Believer, Blender, Sunday New York Times Magazine, Los Angeles Times Magazine, Washington Post, Mojo, the Village Voice, Under The Radar und Magnet.

Nach diversen Clubtourneen sah man DEVENDRA BANHART schließlich auch auf renommierten Festivals in den USA und Europa, u.a Coachella (2006 und 2009) und Bonnaroo. Er organisierte sein eigenes Minifestival im Club El Cid (LA), das den Titel Hypnorituals and Mesmemusical Miracles Hanging in the Sky: 5 Nights of Soleros and Bandoleros trug und mimte 2006 für das All Tomorrows Parties-Festival in London, auf dem Bat for Lashes, Jandek, Vetiver, Metallic Falcons und Ramblin’ Jack Elliot/ Whizz Jones spielten, den Gast-Kurator. 2007 war er Headliner für Welcome To Dreamland in der New Yorker Carnegie Hall, dessen Line-Up sorgsam von David Byrne (Talking Heads) zusammengestellt wurde und unter anderem viele Mitglieder aus der musikalischen Familie  DEVENDRAs aufzählte: Vetiver, Vashti Bunyan, CocoRosie etc

Einen ganzen Stapel von Songs hat BANHART für diverse Tribut-Alben, Benefiz-Alben und diverse Compilations eingespielt. Auf Anfrage von Noel Gallagher kreierte er mit seiner Band einen Remix des Oasis-Songs Get Off Your High Horse Lady. Und er trug eine Version von Don’t Look Back In Anger für die Compilation Guilt By Association bei.
In den vergangenen Jahren war seine Musik des Öfteren auch in Filmen zu hören: Mit Beck zusammen schrieb er den Titelsong zum Todd Solonz-Film Life During Wartime, und mit Gael Garcia Bernal nahm er Cristobal für dessen Film „Deficit“ auf. Seine Version des mexikanischen Traditionals Lindo Cihuatlan wurde in „Rudo In Cursi“ verwendet, und DEVENDRA selbst war jüngst in einer Szene von „Nick & Norah’s Infinite Playlist“ zu sehen, wo er seinen Song Lover performte.

Und dann wäre da noch – die Kunst! Überall auf der Welt haben Galerien bereits seine kunstvollen und minuziös ausgeführten Zeichnungen ausgestellt, die auch die Cover der meisten seiner Alben zieren. 2006 wurden einige Zeichnungen auf der Art Basel Contemporary Art Fair in Miami gezeigt, wo er es sich natürlich auch nicht nehmen ließ, ein paar Songs zu spielen. 2007 hing er bereits neben Paul Klee im San Francisco Museum of Modern Art, und 2008 konnte man einige seiner Werke auf der Ausstellung „It’s Not Only Rock’n’Roll“ im Palais des Beaux Arts neben Yoko Ono, Brian Eno und David Byrne in Brüssel sehen. Weitere Ausstellungen fanden in der prestigeträchtigen Mazzoli-Galerie in Modena und der Canada Gallery in New York statt.

Vom kauzigen Außenseiter hat es DEVENDRA BANHART zu einem der faszinierendsten, unvorhersehbarsten und inspirierendsten Künstler seiner Generation geschafft. Und mit What Will Be glänzt er wie gewohnt mit Überraschungen, die Fans und Kritik gleichermaßen mit offenen Armen empfangen werden.

www.devendrabanhart.com
myspace.com/devendrabanhart

Quelle: Warner Music Group

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