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GROUPLOVE „Spreading Rumors“ VÖ: 14.02.2014

Montag, 20. Januar 2014 | By | Category: Neue Alben

Weniger als eine Woche Pause haben sich Grouplove vor Beginn der Aufnahmearbeiten zu ihrem neuen Album gegönnt, nachdem die amerikanischen Indie-Rocker über zwei Jahre auf Tour verbrachten, um die Topsingle „Tongue Tied“ sowie ihr ebenso gefeiertes 2011er Albumdebüt „Never Trust A Happy Song“ auf sämtlichen Bühnen dieser Welt zu promoten.

Grouplove - Credits: Aaron Farley

Grouplove – Credits: Aaron Farley

Raus aus dem Bus, rein ins Studio. Wo die meisten Formationen sich gerne mal eine kleine Auszeit voneinander nehmen, um ihre Kräfte aufzutanken und ein wenig Abstand voneinander zu gewinnen, da macht das Quintett aus Los Angeles genau das Gegenteil: Befeuert von der ansteckenden Energie ihrer Fans – und noch viel wichtiger – von der gegenseitigen Energie beim gemeinsamen Gang auf die Bühne, sammelte man mehr genügend Inspirationen und Ideen. Inspirationen, die Grouplove auf ihrem neuen Album „Spreading Rumors“ in Songs verpackt haben.

„Bevor wir damals ins Studio gingen, um unser Debüt aufzunehmen, hatten wir lediglich vielleicht um die zehn Shows gespielt“, erinnert sich Drummer Ryan Rabin. „Bei dem neuen Album konnten wir auf unsere Erfahrungen von über 600 Gigs zurückgreifen, die wir bestmöglich performt haben. Sowohl als Einzelmusiker, als auch als eine kompakte Einheit, als Band. Genau dieses Feeling und diese Energie wollten wir mitnehmen ins Studio.“

Man kann es nicht beschreiben; doch immer, wenn dieser X-Faktor ins Spiel kommt, während wir zusammen im Studio oder auf der Bühne stehen, verschmelzen wir zu einer wasserdichten Einheit. Das macht es so einzigartig“, ergänzt Bassist Sean Gadd.

Gut zwei Monate verbrachten Sänger/ Gitarrist Christian Zucconi, Sängerin/ Keyboarderin Hannah Hooper, Sänger/ Bassist Sean Gadd, Sänger/ Gitarrist Andrew Wessen und Drummer Ryan Rabin gemeinsam während der Aufnahmen zu „Spreading Rumors“ in einem alten Haus in den Hollywood Hills sowie dem angrenzenden Recording-Studio. Ein Studio, mit einer ganz besonderen musikalischen Vergangenheit, wie man stolz berichtet.

„Es wurde in den goldenen 60ern von Motown-Gründer Berry Gordy erbaut“, so Zucconi. „Die Jackson 5 haben hier gewohnt, wenn sie in der Stadt waren. Auch Diana Ross hat hier übernachtet. Und einen Steinwurf entfernt den Hügel rauf war dieses andere alte Haus, das die Beatles 1964 gemietet hatten. Es war ein unglaubliches Gefühl, an so einem historischen Ort mit so einer Geschichte arbeiten zu können.“

Ein Gemäuer mit Geschichte und idealen Arbeitsvoraussetzungen, die es Grouplove erlaubten, rund um die Uhr kreativ und produktiv zu sein. So konnte Gadd jederzeit im Studio an seinen Bass-Melodien schrauben, während Hooper und Zucconi im Wohnzimmer an den Lyrics feilten und Wessen auf der Veranda für die Gitarrenmelodien sorgte. Wie auf dem Vorgängeralbum zeichnet auch auf „Spreading Rumors“ erneut Drummer Rabin als Producer verantwortlich. Eingespielt wurden die Songs hauptsächlich nachts: Entstanden aus Fragmenten gemeinsamer, stundenlanger Jam-Sessions bis zum Morgengrauen machte man sich nach ein paar Stunden Schlaf wieder an die Studioarbeit, um die nächtlichen Ideen frisch und zumindest ein wenig ausgeschlafen auszuarbeiten und mit erholten Kräften zu recorden.

„Ich glaube, das ist der Grund, warum die Songs diese unglaubliche Energie besitzen“, so Wessen. „Weil wir sie mit dieser unfassbaren Freude und Tatendrang eingespielt haben. Wir haben fast alles live und mit so wenig Takes wie möglich aufgenommen. Wir wollten ganz bewusst vermeiden, 400 verschiedene Versionen zu machen und den Stücken so zu rauben, was sie eigentlich ausmacht: Ihre Seele. Wir haben versucht, diese Überschwänglichkeit und Spontaneität innerhalb der Songs zu bewahren – etwas, das nur gelingt, wenn man sich seiner Sache komplett hingibt. So wie wir auf dieser Platte.“

Wir sind jeden Morgen aufgewacht und haben diese Platte mit jedem Atemzug gelebt“, ergänzt Zucconi. „Es ging immer weiter. Das Album hat uns absolut eingenommen. Selbst nach langen, harten Arbeitstagen im Studio sind wir nach Hause gegangen und haben trotzdem noch nach Feierabend nur über eines geredet: Über unser neues Material!“

Und obwohl die Bandchemie sich als hochgradig fruchtbar und auch das Umfeld als maximal inspirierend für die Entstehungsgeschichte der Songs erwiesen, gab es ebenfalls gewisse Spannungen zu verzeichnen, die sich auch auf den Stücken niedergeschlagen haben. „Wir alle sind wirklich dicke Freunde, aber zusammen in ein gemeinsames Haus zu ziehen, nachdem wir über zwei Jahre ununterbrochen im Tourbus aufeinander gehockt haben, wurde irgendwann ziemlich stressig. Man fühlt sich irgendwie gefangen“, erklärt Hooper. „Es war erstickend, aber gleichzeitig auch irgendwie befreiend. Wir haben uns selbst in eine Ausnahmesituation manövriert, in der wir alle miteinander gefangen waren und es für niemanden einen Rückzugsort gab. Für mich der Grund, weshalb das Album diesen extremen Spagat zwischen echtem Spaß und auf der anderen Seiten einer Art hektischer Rebellion macht.“

Grouplove - Credits: Autumn De Wilde

Grouplove – Credits: Autumn De Wilde

 

Ein Kontrast, der sich auf „Spreading Rumors“ sowohl in den Texten, als auch im Sound widerspiegelt. So beschreibt der Synthiepop-Track „Ways To Go“ die gedankliche Reise zur Selbsterfahrung voller Fragen und Zweifel. Thematisch ähnlich gelagert, doch soundtechnisch noch einen Tacken dunkler präsentiert man sich auf dem Opener „I`m With You“: Sich langsam aufbauende Klavier-Arpeggios schaffen eine fast melancholische Grundstimmung, bevor Grouplove so richtig mit treibenden Rhythmen und einer hoch ansteckenden Bassline ausholen. Auf dem progressiven „Borderlines And Aliens“ zeigt sich die Fünfertruppe von ihrer bisher härtesten, aber auch musikalisch versiertesten Seite, während man sich mit dem fast schizophrenen „Shark Attack“ auf einen psychedelischen Trip ins Land der Steel Drums und der Elektronik begibt. Eher verletzlich gestaltet sich hingegen das Folk-inspirierte „Sit Still“; eines von vielen Paradebeispielen, die man als Soundexempel für zeitweise innerhalb der Band herrschenden Spannungen und die räumliche Beklemmung anführt. Soulig und groovig lässt man das Album später mit „Rasperry“ ausklingen, das mit seinen wellenförmigen Rhythmen und galoppierenden Gitarren schwer an die Pixies erinnert.

Grouploves Entstehungsgeschichte lässt sich dagegen mit viel wenigeren Worten zusammenfassen: Eine gesunde Mischung aus Spontaneität, Schicksal und Selbsterfahrung, die sich auch auf zahlreichen Stücken reflektiert. Nachdem man sich erst ein paar Tage näher kannte, begleitete Frontmann Zucconi – ein bis dato mit sich und dem Leben hadernder New Yorker Musiker – Keyboarderin und Visual Arts-Künstlerin Hannah Hooper in eine Künstlerkolonie auf Kreta. Schnell kam das frisch gebackene Paar mit Angelenos Wessen, Rabin und Gadd in Kontakt. Nachdem man sich kurzzeitig aus den Augen verloren hatte, resultierte eine Spontan-Reunion in Los Angeles ein Jahr später nach ersten gemeinsamen Recording-Sessions in der in Eigenregie entstandenen 2010er „Grouplove“-EP. Nach dem enorm positiven Feedback erschien ein gutes Jahr später schließlich das euphorisch gefeierte Debütalbum „Never Trust A Happy Song“, aus dem die Erfolgssingles „Colours“, „Itchin` On A Photograph“ und allen voran „Tongue Tied“ hervorgingen, die die Band auf ausverkauften Headlinertouren in den Staaten sowie diversen renommierten Festivals weltweit vorstellte.

Mit „Spreading Rumors“ präsentieren sich Grouplove heute als von einer Gruppe von Freunden gereifte, ganz auf ihre Kunst fokussierte Vollblutmusiker mit einer einzigartigen Vision und einem ebenso einzigartigen Signature-Sound. „Unser Publikum erwartet von uns bei den Shows ein gewisses Level an Energie; diese ganz besondere Verrücktheit, die unsere Songs und die Performances beinhalten“, so Zucconi. „Man kann deutlich beobachten, wie sehr die Leute darauf reagieren und wie sehr sie es einfach brauchen!“

„Doch irgendwie brauchen wir sie alle“, fährt Mr. Zucconi fort. „So fühlen wir fünf uns immer noch am glücklichsten. Man könnte es wohl als Überlebenstraining bezeichnen – wir überleben mit Hilfe unserer Musik!“

Zeitnah zum Release von „Spreading Rumors“ sind Grouplove für zwei exklusive Shows in Deutschland zu Gast:

 

Grouplove live:

22.02. Köln, Werkstatt

23.02. Hamburg, Molotov

Quelle: WMG

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