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Kelly Clarkson – Already Gone – VÖ: 18.09.09

Donnerstag, 17. September 2009 | By | Category: Neue Alben

Auch mit ihrem vierten Album „All I Ever Wanted“ demonstrierte Kelly Clarkson wieder einmal ihren unzügelbaren Ehrgeiz, ihre Bandbreite ständig zu erweitern und ihre Musik in immer neue und unerwartete Richtungen weiter zu entwickeln.

Kelly Clarkson

Kelly Clarkson

Trotz mehr als zwanzig Millionen verkaufter Tonträger weltweit, acht US-Top-Ten-Hits, Grammys, MTV Video Music Awards und American Music Awards hat sich für die 26-jährige nicht viel verändert: nach wie vor ist ihr weitaus mehr daran gelegen, neue Herausforderungen zu suchen, als sich zu wiederholen.

Wenn sie über die Songs des neuen Albums spricht, kann Clarkson ihren Enthusiasmus keine Sekunde verbergen, er ist geradezu ansteckend. „Viele Stücke haben einen souligen Seventies-Rock-Vibe“, erklärt sie, „andere wiederum sind eher Club/Dance-Tracks. ‚If I Can’t Have You’ klingt z.B. wie The Killers meets Eurythmics.” Aber sie zeigt auch ihre softere, emotionalere Seite, u.a. bei Songs wie „If No One Will Listen” und ihrer Eigenkomposition „Cry“, den sie als „Countrysong, der wie ein Popsong produziert wurde“ bezeichnet – „unglaublich traurig, aber auch sehr stark.“

Als ein gutes Beispiel, wie sie ein Stück personalisiert und ihre ganz individuelle Note gibt, ist die mit dem unvergesslichen Titel „My Life Would Suck Without You“ ausgestattete erste Single des Albums, die von den Pop-Genies Dr. Luke und Max Martin (Avril Lavigne, P!nk etc.) bzw. Claude Kelly (Leona Lewis, Britney Spears etc.) stammt und einen neuen Chart-Rekord aufstellte: „My Life Would Suck Without You“ machte den Sprung an die Spitze der US Billboard Charts in der Geschichte der Hit 100 (von 97 auf eins). „Sie schreiben großartige, eingängige und z.T. rotzfreche Songs“, sagt sie, „aber die endgültige Fassung unterscheidet sich erheblich von der Ursprungs-Version. Wir änderten die Perspektive und noch einige andere Dinge – das Lied musste einfach noch viel mehr ‚Kelly Clarkson’ werden. Luke und Max finden das klasse, es ist für sie eine Herausforderung, den Song so hinzubekommen, dass er optimal zu mir passt.“

Der trotzigste Track des Albums mit dem Titel „I Do Not Hook Up“ stammt allerdings von Katy Perry. „Ich war schon ein großer Fan von ihr, bereits vor ‚I Kissed A Girl’“, erklärt Clarkson. „Und als ich diesen Song hörte, hatte ich sofort das Gefühl, dass ich ihn genauso geschrieben hätte.“

Bei der Beschreibung von „I Want You“ muss Kelly angesichts des für KellyClarkson-Verhältnisse überraschenden Inhalts lachen. „In dem Song werden keine Jungs fertig gemacht, das ist schon einmal sehr ungewöhnlich für mich“, erklärt sie, „und: ich habe ihn selbst geschrieben – das ist noch erstaunlicher!“

Die musikalische und inhaltliche Bandbreite, in der sich „All I Ever Wanted“ bewegt, sollte den Hörer angesichts der wilden Achterbahnfahrt, die die Texaner hinter sich hat, nicht allzu sehr schockieren. 2002 katapultierte sie die TV-Show „American Idol“ ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit und Medien – die damals 20-jährige war als Siegerin aus der aller ersten Staffel hervorgegangen. „Unsere Show war völlig anders als jetzt“, sagt sie. „Heute gibt es einen Riesendruck. Wir waren damals nur ein paar Kids, die Musik machen wollten – es war fast wie vor zehn Leuten in einer Bar zu singen, so wie ich das vor ‚Idols’ auch gemacht hatte.“

Ihren Status als Superstar zementierte sie 2005 mit dem Album „Breakaway“. Der Longplayer verkaufte sich über zehn Millionen Mal, brachte fünf US-Top-Ten-Hits hervor und rangierte zwei komplette Jahre in den Billboard Charts. Hierzulande peakte „Breakaway“ auf Platz vier der Media Control Charts, die Singles „Because Of You“ und „Breakaway“ konnten sich jeweils auf Position eins der deutschen Airplay-Charts platzieren.

Der Follow-Up „My December“, der 2007 erschien und Platinstatus in den USA erreichte, wurde von allerlei Gerüchten begleitet. Clarkson selbst weiß bis heute nicht, was die ganze Aufregung sollte. „Für mich war es eine sehr positive Erfahrung“, sagt sie. „Mir wurde allerdings sehr deutlich bewusst, wie Menschen Dinge verdrehen können. Ich habe noch keinen Künstler getroffen, der bei jeder Kleinigkeit mit seinem Label einer Meinung ist – doch bei mir machten die Leute gleich ein Riesen-Drama draus. Das Label sah, dass ich bis an meine Grenzen gehen und etwas ausprobieren wollte, und ließ mich das Album machen, das ich machen wollte. Und jetzt konnte ich ein anderes machen.“

Als es nun also darum ging, die Songs für „All I Ever Wanted“ auszuwählen, wusste sie genau, was ihr vorschwebte. „In 99% der Fälle bin ich ein ‚Lyrics Girl’“, sagt sie, „ich mag melodische, klassische Songs. Seit ich klein war, liebe ich Popmusik, aber meistens höre ich zuerst auf die Texte und die Botschaft eines Songs.“

„Ich könnte jederzeit jedes Genre singen“, fährt sie fort, „doch erst jetzt fühle ich mich so richtig wohl mit den Leuten, mit denen ich arbeite, und die Leute kommen auch immer besser mit mir klar, lernen mich besser kennen und wissen, was ich mag.“

Die Arbeit mit den Produzenten Sam Watters und Louis Biancaniello an dem Song „Whyyouwannabringmedown“, den Kelly Clarkson als „Punk British Invasion Sound“ bezeichnet, bedeutete für sie den Wendepunkt in der Albumproduktion. „Ich habe den Song wer-weiß-wie-oft gesungen, einfach nur, weil es mir so unglaublich viel Spaß gemacht hat“, erinnert sie sich. „Es klang neu und frisch und wie nichts, was so im Radio läuft. Danach ging ich zu meinem Manager und sagte ihm, dass ich ein Album machen will, das von vorne bis hinten Spaß macht, das aufmüpfig und frech ist und dass ich mit jedem Song Vollgas geben will.“

Etwa die Hälfte der Stücke auf dem Album stammt von Clarkson. Ihren Stil auf einen kurzen Nenner zu bringen, ist allerdings nahezu unmöglich. „Meine Art des Songwritings ist einfach querbeet“, sagt sie, „ich schreibe generell gerne traurige, deprimierende Songs – das macht mir am meisten Spaß. Ich schreibe einfach über alles, was ich so durchmache, welche Dinge ich in meinem Leben sehe. Ich bin 26 Jahre alt – da verändert man sich fast jeden Tag!“

Am allermeisten freut sie sich nun darauf, wieder auf Tour zu gehen und ihren Fans die Songs von „All I Ever Wanted“ zu präsentieren. „Sogar im Studio denke ich immer daran, wie ich die Sachen wohl live singen werde und was ich beim Konzert noch alles rausholen kann. Eigentlich mache ich meine Alben nur, um auf Tour gehen zu können – das ist der Lieblingspart in meinem Job.“

Bei allen Hochs und Tiefs, Triumphen und Kontroversen hat sich Kelly Clarkson eines bewahrt: die  Liebe zu allen Arten von Musik. „Diesmal wollte ich zeigen, wie weit ich wirklich gehen kann“, sagt sie. „Das ist das, was mich selbst motiviert – und gleichzeitig der Grund, warum die Leute immer wieder an meiner Musik interessiert sind.“

„Mich hat nie interessiert, mich auf ein Genre zu beschränken“, erklärt Kelly Clarkson. „Das Schlimmste wäre für mich, wenn alle Songs auf einem Album gleich klingen würden. Wenn man schon die Möglichkeit dazu hat – warum sollte man dann nicht alle Facetten und Nuancen seiner Persönlichkeit zeigen?“

Quelle: Sony Music

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