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LYLE LOVETT – Natural Forces – VÖ: 06.11.2009

Donnerstag, 8. Oktober 2009 | By | Category: Neue Alben

Es ist gut ein Jahr her, dass LYLE LOVETT, unverwüstliches Flaggschiff des Americana und des New Country, mit einem Album im Big Band-Format überraschte. It’s Not Big It’s Large hieß das gute Stück, das LOVETT im Team mit seiner langjährigen Live-Band His Large Band zeigte.

LyleLovett

LyleLovett

Für sein neues Album hat er die Truppe, mit der er im März dieses Jahres auch in Europa auf Tour war, wieder zusammengerufen und ein Album eingespielt, das zumindest im Sound wieder zu kleineren Maßstäben zurückkehrt und LYLE LOVETT erneut als Meister des bodenständigen Wüsten- und Porch-Songwritings zeigt. Natural Forces bewegt sich gekonnt zwischen gelassener Introspektion und ausgelassener Music-Hall-Atmosphäre.

Die natürlichen Kräfte, die NATURAL FORCES beschwört, setzten sich aus etwa einer Hälfte Eigenkompositionen und einer Hälfte gelungener Interpretationen zusammen. Als großer Bewunderer der Country-Tradition widmete sich LOVETT dabei Songs wie zum Beispiel der besinnlichen Ballade Don’t You Think I Feel It Too von David Ball, dem flehenden Sun And Moon And Stars von Vince Bell und dem verspielt-zickigen Bohemia von Tommy Elskens. Weitere Songs stammen von Don Sanders (Bayou Song), Eric Taylor (Whooping Crane) und natürlich Townes Van Zandt, dessen abgrundtiefes Loretta in einer solchen Sammlung nicht fehlen darf.

Seine eigenen Songs stehen dem „Fremd“-Repertoire natürlich in Nichts nach. Etwa der Titelsong Natural Forces, ein Americana/Country-Hybrid in Bestformat, der über eine enorme Intensität verfügt, oder das getragene Empty Blue Shoes. Die partyträchtigen Gegenstücke stellen Songs wie Pantry oder Farmer Brown dar, letzterer ein kraftvoller Rock’n’Roll, dem man die Spielfreude vom ersten bis zum letzten Ton anhört. Einen hochwertigen und engen Kollegen holte LOVETT sich zudem für It’s Rock’n’Roll ins Boot, das er zusammen mit dem einzigartigen Robert Earl Keen schrieb. Produziert wurde Natural Forces von LYLE LOVETT selbst und seinem Co-Produzenten Billy Williams.

LYLE LOVETT gehört zu den Protagonisten jenes erneuernden Wirbelwinds, der die Nashville-Szene Mitte der achtziger Jahre nachhaltig durchfegte. Schon deshalb genießt er Kultstatus, auch wenn die Boulevardgespräche zumeist durch die zweijährige Ehe mit Julia Roberts (1993-1995) angeheizt wurden. Musikalisch wird LYLE LOVETT gern in einem Atemzug mit Songwritern wie Townes Van Zandt, Randy Newman und Guy Clark genannt und gilt mit seiner gelungenen Mischung aus Country, Americana und klassischem US-Songwriting seit fast 20 Jahren als einer der ausdrucksstärksten und eigenwilligsten Musiker der Gegenwart. Die tiefe Verwurzelung LOVETTs im Nashville-Umfeld wird an der Vielfalt der Genresparten Country, Folk, Jazz, Blues und Western Swing deutlich, die LOVETT in seine Songs einfließen lässt. Seine Stilistik bringt lässig Two-Step-Fiddles, texanische Walzer, Pedal-Steel und Roadhouse-Pianos ins Spiel.

LYLE LOVETT wurde am 1. November 1957 nördlich von Houston, Texas, geboren, in einer Kleinstadt namens Klein, die von LOVETTS Ur-ur-Großvater, der aus Deutschland eingewandert war, gegründet wurde.  Mit sieben bekam er seine erste Gitarre, kurz darauf hatte er seinen ersten Auftritt auf einem Talentwettbewerb. Bis 1975 ruhte seine Musik allerdings, dann schrieb er sich an der Texas A&M-University für Germanistik und Journalismus ein. Die sich im Umbruch befindliche Musikszene der Studentenstadt faszinierte ihn. Er schrieb darüber in Zeitungen, organisierte eigene Konzerte und begab sich schließlich immer öfter nach Europa, um kleine Clubtouren zu spielen. 1979 studierte er im deutschen Rothenburg und lernte einen Einheimischen namens Buffalo Wayne kennen, der ihm bald zu einem Gig auf einem Festival in Luxemburg verhalf.

1984 nahm Nancy Griffith ihr Album Once In A Very Blue Moon auf – darauf enthalten: Ihre Interpretation des LOVETT-Songs If I Were The Woman You Wanted und LYLE LOVETT höchstselbst als Background-Sänger. Guy Clark wurde auf ihn aufmerksam und vermittelte LOVETT an MCA Nashville-Chef Tony Brown, der ihn alsbald für das Label signte.
Sein Debut Lyle Lovett (1986) etablierte ihn aus dem Stand heraus. Im gleichen Jahr erschienen wie die Erstlingswerke von Steve Earle und Dwight Yoakam, brachte es frischen Wind in die Nashville-Szene und offenbarte zudem die ganz spezielle LOVETT-Sicht auf die Welt. Schon im darauf folgenden Jahr erschien Pontiac (1987), auf dem LOVETT in Ansätzen mit der Nashville-Konvention bricht und Bestandteile des Blues und Jazz einfließen lässt, und mit Lyle Lovett & His Large Band ließ er seiner Liebe für BigBand-Sounds freien Lauf. Als LOVETT 1992 das Album Joshua Judges Ruth fertigstellte, hatte er sich einen Ruf erspielt, der ihm alle Freiheit ließ, bloß seiner inneren Stimme zu folgen. Es gilt heute als hochgradig introspektives Werk, auf dem LOVETT die Zwischenzeitliche Abkehr vom Country vollzog, und auch die Jazz- und Blues-Einflüsse weitgehend reduziere. Mit I Love Everybody (1994) hielt LOVETT persönliche Rückschau und präsentierte 18 Songs, die er noch vor seinem Debüt geschrieben und für das Album neu aufgenommen hatte. Das Album war exzentrisch genug, um interessant zu sein, und vertraut genug, um die Fans zu begeistern. Auf The Road To Ensenada (1996) kehrte LOVETT wieder zum Country zurück und verlieh seinen Songs einen griffigen straight-ahead-touch, den er auf My Baby Don’t Tolerate (2002) wieder aufnahm.
Im Jahre 2000 betätigte LOVETT sich zum ersten Mal als Komponist eines Scores. Dr T. and the Women zum gleichnamigen Film von Robert Altman enthält drei Vocalsongs, der Rest ist musikalische Untermalung zum Film.

Sechs Jahre nach My Baby Don’t Tolerate erschien das verspielte und arrangement-technisch groß angelegte It’s Not Big, It’s Large, das schließlich zu einem neuen Startpunkt wurde, von dem aus LYLE LOVETT sich mit Natural Force nun wieder auf die Bahn begeben hat.

http://www.lylelovett.com

Quelle: WMG

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