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Hard-Fi – Interview

Dienstag, 9. August 2011 | By | Category: News

Es liegen ziemlich genau vier Jahre zwischen eurem letzten Album „Once Upon A Time In The West“ und der neuen Platte „Killer Sounds“. Warum hat das so lange gedauert?

Richard Archer: Es gab verschiedene Gründe: eine lange Tour, eine kleine Auszeit und ein Aufenthalt in den Staaten. Zwischen dem Debüt und der zweiten Platte hatten sie kaum Zeit. Jetzt wollte man sich inspirieren lassen. Außerdem wollte man diesmal mit einem Produzent wie Stuart Price arbeiten.

Hard-Fi - Credits: WMG

Hard-Fi - Credits: WMG

Hattet ihr in den vier Jahren irgendwann das Gefühl, dass einen die Fans vergessen könnten und man evtl. schneller arbeiten sollte?

Steve Kemp: Es ist wichtig, eine wirklich gute Platte zu machen, mit der man als Band zu 100% zufrieden ist.

Richard Archer: Man erlebt das immer wieder bei anderen Bands, dass sie so handeln. Hard-Fi sind sich bewusst, dass sie nicht wieder direkt in großen Hallen spielen werden und dass sie sich erneut bei den Fans beweisen müssen. Es ist ein wenig wie früher, ein schönes Gefühl.

Es heißt immer wieder, dass das dritte Album einer erfolgreichen Band eine sehr schwierige Platte in der Entstehung ist. Trifft das auf eure neue Platte zu?

Richard Archer: Er sieht das anders. Die Erfahrungen mit dem Debüt setzten die Band unter Druck, diesmal machte die Band Musik um Spaß zu haben. Niemand stresste Hard-Fi, die Single „Good For Nothing“ entstand bei Richard ganz entspannt zu Hause. Die Leute mit denen Hard-Fi arbeiten waren dagegen etwas nervöser als die vier Bandmitglieder.

Über eine Zeitspanne von vier Jahren haben sich sicherlich einige Songideen angesammelt. Habt ihr viele alte Ideen für Songs umschreiben müssen oder sind auf der Platte hauptsächlich Songs, die erst gegen Ende geschrieben wurden?

Steve Kamp: Manche Songs wurden umgearbeitet – Hard-Fi probieren viel aus und denke über ihre Sachen nach. Im Vergleich zur zweiten Platte hatte die Band diesmal Zeit Sachen in Ruhe zu probieren.

Richard Archer: Manche Stücke entstanden 2008, „Good For Nothing“ z.B. erst vor sechs Monaten. Insgesamt gab es 40-50 Ideen für Songs. Die Produzenten halfen bei Entscheidungen. Am Ende landet man häufig bei den ersten Versionen eines Songs.

Eure beiden ersten Alben waren in Großbritannien beide an der Spitze der Charts. Hat euch das für „Killer Sounds“ unter Druck gesetzt?

Steve Kamp: Es ist im Hinterkopf und man will abliefern. Aber die Zeiten haben sich im Musikgeschäft in den letzten Jahren in Sachen Verkäufe geändert. Wenn starke Konkurrenz am gleichen Tag veröffentlicht, wird es schwer.

Richard Archer: Hard-Fi haben schon immer einen poppigen Ansatz in ihren Songs verfolgt, ähnlich wie die Stones oder The Clash. Von dem ersten Album wollten Hard-Fi lediglich so viele Platten verkaufen, damit ein zweites Album finanziert werden würde. Das gelang ihnen viel schneller als erwartet, aber die Zeiten haben sich geändert. Heute gibt es in den UK-Charts kaum Gitarrenbands und das macht es Hard-Fi nicht leichter, weil R&B, Dance und Pop gefragter sind als Gitarren-Sounds.

Warum wolltet ihr ausgerechnet mit Stuart Price arbeiten, der ja normal eher für Madonna und Pop-Künstler Songs produziert?

Hard-Fi - Credits: WMG

Hard-Fi - Credits: WMG

Richard Archer: Hard-Fi sind schon immer an unterschiedlichen Genres interessiert gewesen, er erklärt das an Songbeispielen von alten Hard-Fi-Stücken. Stuart Price begeistert die Band als Typ und ist ähnlich gestrickt wie die Jungs von Hard-Fi. Sie interessieren sich für ähnliche Musik. Außerdem wollten Hard-Fi nicht wie eine von den vielen Indie-Bands klingen und haben sich auch deshalb für Stuart Price entschieden.

Hat sich über die Jahre eure Art Songs zu schreiben geändert?

Richard Archer: Schwer zu sagen, aber Hard-Fi haben viel gelernt und sich weiterentwickelt. Der Einfluss von den Produzenten hat sie weiter nach vorne gebracht. Die Arbeit in der Zukunft wird sich noch mehr verändern, aber es wirkte sich auch schon auf „Killer Sounds“ aus.

In eurer Bio heißt es, dass ihr viel auf Reisen gewesen seid. Inwiefern hat das die neuen Songs beeinflusst? „Feels Good“ spiegelt das wider, oder?

Steve Kamp: Afrikanische Einflüsse sind auf dem Album zu hören. Es kommt daher, weil Hard-Fi an einem von Damon Albarn organisiertem Projekt teilgenommen haben – es ging darum mit afrikanischen Künstlern zusammen zu arbeiten. Über diese Zusammenarbeit lernten sie einen Künstler kennen, der auf dem Song „Feels Good“ eine Oud spielt.

Richard Archer: Es gibt aber auch z.B. spanische Einflüsse auf dem Album. Richard gibt weitere Bespiele, wie das Reisen ihre Musik inspirierte.

Hat das Reisen auch zwischen den Zeilen die Songs beeinflusst? Geht es in den Songs, die in den Staaten geschrieben wurden um andere Dinge, als in den Stücken, die in Großbritannien entstanden?

Richard Archer: Erklärt, wie das Reisen und andere Kulturen und Städte die Songs beeinflussten. Richard macht das am Bespiel von Bruce Springsteen deutlich. In El Salvador hat er zudem Dinge gesehen, die sein Leben änderten.

Steve Kamp: Sie sind aber noch immer die Jungs aus Staines und haben sich nicht geändert, sondern nur mehr von der Welt gesehen.

„Killer Sounds“ – ist der Albumtitel Programm?

Richard Archer: Über den Albumtitel und welche Geschichte dahinter steckt. Es geht dabei weniger um den Sound.

Um was geht es in den Texten auf „Killer Sounds“? „Fucking Up My Life“ heißt es in „Good For Nothing“ – um wen geht es da?

Richard Archer: Über was er schreibt, auch bzgl. des Song „Good For Nothing“. Seine Texte haben autobiographische Ansätze, sind aber teilweise auch völlig fiktional. Manchmal klingen die Worte einfach nur gut.

Was hat euch für die Arbeit am neuen Album beeinflusst? Ihr habt gerade über Terminator und David Bowie gesprochen…

Richard Archer & Steve Kamp: Über die unterschiedlichsten Einflüsse für Hard-Fi, die von Daft Punk über David Bowie (in den 80ern) bis Terminator und Techno reichen.

Ihr werdet mit eurem neuen Album sicherlich auch in Deutschland auf Tour sein. Wie gefällt euch das Land?

Richard Archer & Steve Kamp: Darüber, dass Hard-Fi nach Großbritannien am liebsten in Deutschland sind. Sie mögen die Fans, die Städte, die Shows und das Bier.

Quelle: WMG

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