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Interview mit dem DÄOF (DEN DIE ÄRZTE IHR OFFIZELLER FANCLUB)

Dienstag, 1. Dezember 2009 | By | Category: News

1. Stellt euch bitte kurz vor (Name, Alter, Ärzte-Fan seit ? und Lieblings-Ärzte-Album, wie lange schon im DÄOF aktiv)

Jumpie: Im richtigen Leben heiße ich Stephanie, bin 25 Jahre alt und seit etwas über 10 Jahren Ärzte-Fan, deshalb sind meine Lieblingsalben auch die „13“ und „Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer!“, da man beim Hören emotional in der Zeit festhängt, in der man zum Ärzte-Junkie mutiert ist. Seitdem bin ich jedenfalls alterslos und höre auf so einen komischen Spitznamen. Außerdem bin ich Gründungsmitglied des DÄOF, habe also irgendwie DÄOF-Geschichte geschrieben. 😉

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Jesperine: Eigentlich heiße ich Anna, ich bin 24 Jahre alt und bin gerade dabei meine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau abzuschließen. Ärzte-Fan bin ich auch seit rund 10 Jahren. Puh, Lieblingsalbum ist schwer, wahrscheinlich am ehesten die „13“, obwohl die „Planet Punk“ auch schon zu meinen Favoriten zählt. Wie Jumpie bin ich Gründungsmitglied bei DÄOF, also von Anfang an dabei.

2. Wie seid ihr zum DÄOF eigentlich gekommen? Wie die Jungfrau zum Kind oder wie Rod zu den Die Ärzten?

Jumpie: Das hat schon alles eine längere Vorgeschichte. Viele von uns im Team wuseln schon etliche Jahre in Ärzte- und überhaupt Musikkreisen herum, besuchen viele Konzerte und somit lernt man hier und dort Leute kennen, die dann wiederum den und den kennen. Mit der Zeit merkt man immer mehr, wie klein die Welt – gerade in der deutschen Musikszene – eigentlich ist. So hab ich zum Beispiel bei Konzerten der Busters unser heutiges Vorstandsmitglied Stefan kennen gelernt, man merkte, dass man ja auch riesiger DÄ-Fan und auch sonst auf einer Wellenlänge ist. So kam dann eins zum anderen. Als es dann darum ging einen neuen FC aufzubauen, rief Stefan ein paar Leute, mit denen er sich vorstellen konnte das „Projekt“ die ärzte-FC schaukeln zu können, zusammen und schwups hing man da dann mit drinnen. Einige von uns sind auch dem Aufruf gefolgt, sich unter einer eingerichteten E-Mailadresse zu melden und haben sich somit um einen Posten im Team beworben. Im Großen und Ganzen kann man aber schon sagen: Wir sind die neuen Rodrigos.

Jesperine: Jumpie und ich sind seit langem befreundet und wohnen auch seit geraumer Zeit zusammen. Und durch die gemeinsame Leidenschaft zur Musik lernt man dann die unterschiedlichsten Leute kennen. „Connections“ – wie man im Musicbusiness so gerne sagt – bringen einem dann oft zu Dingen, die man sich so nie erträumt hätte. Irgendwie kam es dann zum DÄOF und wir hatten das Glück da mitzuwirken. Wer würde sich das schon entgehen lassen? 😉

3. Wie viel Zeit investiert ihr durchschnittlich in der Woche für die DÄOF-Arbeit? Wie bewerten eure Familien dieses zeitlich intensive Engagement?

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Jumpie: Das variiert immer, je nach aktuellen Ereignissen rund um DÄ oder anderen Aktivitäten, welche die FC-Arbeit mit sich bringen. Es gibt Tage, da passiert – außer unsinnige Diskussionen in unserem Forum – nicht viel, aber es gibt auch Phasen, wie z. B. die Entstehungszeit unseres Fanzines „DIE PRAWDA“, oder wenn es neue Artikel im Kaufhaus gibt, die an den Fan und die Fanin gebracht werden wollen, in denen man täglich bis spät abends noch vor ungelösten Aufgaben sitzt. E-Mailanfragen und andere Aufgaben stehen natürlich täglich auf dem Plan und kosten meist mehrere Stunden. Man könnte also locker einen Vollzeit-Job daraus machen, wenn man die Zeit dafür mitbringt. Freunde und Familie sagen immer: „Kriegste da wenigstens auch mal Geld dafür?“ 😉 Aber sie finden es gut, sind selbst mittlerweile fast alle ärztifiziert und teilweise auch Mitglied im Verein – hehe, wie das klingt.

Jesperine: Das kann man wirklich nicht pauschalisieren. Während einer Tour fällt natürlich schon mal mehr an und während der Abschluss Phasen für die Magazine auch. Hmm, wenn ich so darüber nachdenke, gibt es eigentlich kaum mal Phasen in denen nichts passiert. Wir versuchen uns ja auch ständig etwas Neues einfallen zu lassen. Da gehen die Abende und manchmal auch Wochenenden gerne drauf. Mittlerweile findet meine Familie es schon ziemlich gut, obwohl keiner die ärzte hört. Aber es ist schon etwas anderes, wenn man erzählen kann „meine Tochter arbeitet für die ärzte“ als „meine Tochter reist der Band die ärzte nach“ wie das früher eben so war.

4. Nachdem festgestellt wurde, dass sich die meisten Menschen aus ureigenstem Interesse und selten aus reiner Nächstenliebe für einen Menschen oder eine Sache einsetzen, muss die Frage erlaubt sein, was euer Antrieb bei der DÄOF-Arbeit ist.

Jumpie: Der Hauptantrieb ist natürlich die Tatsache, dass man jetzt einen wirklichen Grund hat, sich tagtäglich mit den 3 Nulpen auseinander zusetzen. Die perfekte Ausrede, wenn Außenstehende sich an den Kopf fassen und denken „schon wieder diese Band?!“. Und natürlich spielt auch das Ehrgefühl eine Rolle, dass man selbst sagen kann „wow, ich bin ein Teil von diesem Laden“ und dass das, was wir machen, vielen anderen Freude bringt.
Jesperine: Ohne einen Antrieb ginge es ja auch gar nicht. Aber ich denke auch das Wichtigste ist diese Leidenschaft für die Sache an sich, man hat einfach die Chance ein Teil des Ärzte-Kosmos zu sein und zwar schon ein ziemlicher großer Teil. Auch wenn man ab und zu wirklich am Rande des Wahnsinns ist, macht es einen unglaublich stolz.

5. Wie weit würdet ihr gehen, um ein ganzes Wochenende mit eurer Lieblingsband verbringen zu dürfen?

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Jumpie: Schwere Frage, vor 10 Jahren hätte ich wahrscheinlich meinen linken Arm dafür geopfert. Mittlerweile sieht man das alles aber viel nüchterner. Man weiß, diese Musiker sind auch nur Menschen und dass es wahrscheinlich gar nicht so aufregend wird, wie man sich das alles immer vorstellt. Deswegen ist es manchmal viel schöner, sich die Phantasien und Mythen rund um die Band im Kopf zu wahren. Dann kann man auch nicht enttäuscht werden.
Jesperine: Hui, da geb ich Jumpie Recht: extrem schwere Frage. Viele denken ja wir sehen die Drei andauernd und stehen auch öfter mit ihnen in Kontakt. So ist es aber nicht, wir waren auch noch nie mit Farin Sushi essen oder mit Bela feiern. Ich bin im Herzen immer noch Fan, ganz klar, auch wenn sich meine Sicht auf die Drei deutlich geändert hat. Ich würde mich nicht aus einem Flugzeug stürzen oder eine Spinne in die Hand nehmen… Sie sind und bleiben eben einfach „nur“ drei Nulpen, die recht erfolgreich Musik machen. Aber sie sind keine Götter.

6. Wie hoch würdet ihr den prozentualen Anteil derer im DÄOF einschätzen, die für ein Wochenende mit den die ärzte ihre Seele verkaufen würden?

Jumpie: Hm, ich denke da gibt es Einige, aber weniger, als man denkt. Doch gerade jüngere Fans, oder sagen wir diejenigen, die noch nicht allzu lange Fan sind, würden einiges tun, um mal mit den drei alternden Herren abzuhängen. Aber entgegen aller Erwartungen liegt unser Altersdurchschnitt im FC nicht bei U20 sondern zw. 20 und 30, sind also alle mit Ärzte-Mukke gezeugt! Hah!  🙂
Jesperine: Wir sollten mal einen Aufruf starten! Nee, es ist oft so, dass man eben gerade diese Menschen, die sowas machen würden, mehr wahr nimmt, klar, weil sie ein extremeres Verhalten an den Tag legen. Aber im DÄOF sind ja an die 6500 Mitgleider, da würden glaube ich weit weniger als die Hälfte ihre Seele verkaufen. Oder sagen wir mal ich hoffe es. 😀

7. Gibt es eigentlich auch Anfragen von Mitgliedern, die euch bitten, dass ihr z.B. Bela mal fragen sollt, ob er eher gestreifte oder gepunktete Boxershorts mag oder ob ihr ein Treffen mit Rod organisieren könntet? (Ich lechze an dieser Stelle nach Beispielen)

Jumpie:
Sowas gibt es immer, klar! Aber das geht auch mehr so in die Richtung, ob wir die ärzte nicht dazu bringen können, auf einer Hochzeit oder einem Geburtstag aufzutreten. Denen versuchen wir dann natürlich verständlich zu machen, dass das aus dem und dem Grund so einfach nicht geht. Sind also nicht wirklich spektakuläre Geschichten. Wirklich witzig wird’s nur, wenn unsere E-Mailadresse bei irgendwem landet, der gar nicht im FC ist, aber denkt bei uns ein großes Sprachrohr gefunden zu haben. Diese Person wollte uns dann mitteilen, dass ab 2010 allen Säugetieren die Seele ausgesaugt wird und so einen Kram, da packt man sich schon an den Kopf.
Jesperine: Man will ja als Fan so viel nur irgendwie möglich ist über „seinen Star“ erfahren. Ja, da kommen solche Fragen vor.  Aber wie heißt es so schön:  Fragen kostet nichts. Warum sollten sie es also nicht tun, wen sollten sie sonst fragen außer uns? Es ist ja schon logisch, dass sie uns als Fanclub mit solchen Fragen kontaktieren. Das geht von den ganz gewöhnlichen Sachen wie „Hat XY eine Freundin?“ bis über „Wohnt der wirklich da und da?“ bis hin zu „Welche Sexpraktiken bevorzugt eigentlich…“ Aber man kann sich da auch nie sicher sein, wie ernst das gemeint ist. die ärzte legen ja doch einen gewissen Humor an den Tag und den haben dann logischerweise auch manche Fans!

Falls die Frage mit ja und Beispielen beantwortet wurde: Wie nehmt ihr in solchen Fällen eure pädagische Verantwortung wahr?

Jesperine: Also wenn wir merken, dass die Frage ernst gemeint ist, versuche ich natürlich zu erklären, warum so etwas nicht beantwortet wird. Man muss einfach unterscheiden zwischen dem Musiker, der auf der Bühne steht und der Privatperson. Auch wenn das als Fan – und ich spreche da auch aus Erfahrung – manchmal extrem schwer fällt.

8. Wie seht ihr die kometenhafte Entwicklung des DÄOF, der mittlerweile eine eigene Radioshow und ein eigenes Fanzine unterhält?

Jumpie: Na, das Fanzine war ja schon von Anfang an da, das gehört quasi zur Grundausstattung eines die ärzte-Fanclub dazu. Aber wir sind wirklich geflasht, dass sich im ersten Jahr schon über 5000 Mitglieder angemeldet hatten und wir mittlerweile konstant bei etwa 6500 liegen. Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet und waren da zugegebenermaßen schon ein bisschen überfordert mit der Begeisterung, die uns in so kurzer Zeit entgegengebracht wurde. Die 3000er Marke hatten wir angepeilt und wären damit auch super zufrieden gewesen. Mein persönlicher Gedanke zur immer steigenden Mitgliederzahl war zeitweise: „Wie sollen wir denn da ne Clubtour, so es denn mal eine geben sollte, geheim halten und alle unterbringen, die hinwollen?“. Aber irgendwie muss das dann auch gehen und wird es auch, wie wir ja mit dem Geheimkonzert zum zwei-jährigen Bestehen des DÄOF schon beweisen konnten.
Jesperine: Es hat uns wirklich einfach umgehauen. Und nicht nur uns, die Drei selbst natürlich auch. Das die Begeisterung für die Band, nach all der Zeit noch mal so einen wahnsinnigen Ansturm erlebt, ist unglaublich und faszinierend. Es ist natürlich etwas anderes, ob es nun 200 Mitglieder sind oder 6000. Bei 200 kennst du wahrscheinlich alle mit Namen, bei 6000 ist das einfach nicht möglich. Aber wir freuen uns natürlich über den wahnsinnigen Zuspruch.

9. Gibt es weitere Expansionspläne in der nahen Zukunft?

Jumpie:
Expansionspläne in dem Sinne, dass wir unsere Homepage erneuern und noch mehr das Community-Gefühl steigern wollen, die gibt es, ja. Aber ein neues Facebook, StudiVZ oder MySpace wollen wir nicht werden 🙂
Jesperine: Oh Gott, was eine grausige Vorstellung noch so eine Plattform zu schaffen. Wie Jumpie sagt: Pläne haben wir natürlich, aber nicht unbedingt immer mehr und mehr Mitglieder zu fischen. Man soll ja eintreten, weil man unter Gleichgesinnten ist und die Band gut findet. Wir sind aber nicht darauf angelegt die größte Mitgliederzahl der Welt zu erreichen, wer will ist herzlich willkommen und wer nicht will, na ja der will halt nicht!

10. Auch der eigene Fanshop (die „Kleiderkammer“) auf www.daeof.de bietet ein reichhaltiges und immer größer werdendes Textilangebot. Wer entwirft bei euch eigentlich diese Kleidungsstücke, auf denen zumeist euer Logo (2 Möpse) aufgedruckt ist und achtet ihr darauf, dass die „Rohstoffe“ (T-Shirts etc.) dem fairen Handel entstammen?

Jumpie: Wir achten natürlich darauf, dass bei der Produktion der Textilien keine Kinderhände mitmischen. Letztlich ist es aber gerade bei Textilien und deren Zusammensetzungen sehr schwer nachvollziehbar auf welchen Wegen die Produktionen verlaufen. Das ist leider nicht so einfach, wie wir das manchmal gerne hätten.
Im Übrigen beschäftigt uns natürlich auch das Thema Nachhaltigkeit, DIE PRAWDA beispielsweise wird auf FSC-zertifizerten Papier gedruckt.
Jesperine: Zum Logo: Den Ursprungsentwurf hat Schwarwel, der ja auch schon viel für die ärzte gezeichnet hat, angefertigt. Daraus entstehen dann die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Unsere Firma, Bananatexx, bei der wir die Klamotten herstellen lassen, ist auch wirklich wunderbar und schickt uns tolle Entwürfe. Dadurch sehen wir was an Aufdrucksformen und Platzierungen machbar wäre und können dann entscheiden oder, basierend auf den Entwürfen, uns selbst etwas ausdenken. Aber die Zusammenarbeit läuft da wirklich fantastisch und wir haben vollkommenes Vertrauen in Bananatexx, auch was die Materialbeschaffung angeht.

11. Ganz toll und erwähnenswert finde ich übrigens im Zusammenhang mit der DÄOF-Kleiderkammer euer Engagement für Strahlemännchen e.V. (www.strahlemaennchen.de). Könntet ihr bitte dieses Projekt unseren Lesern kurz vorstellen?

Jumpie: Strahlemännchen ist ein Projekt, was kranken und/oder hilfebedürftigen Familien und Kindern Herzenswünsche erfüllt. Es finanziert sich durch Spenden und ermöglicht dann Familien, denen die finanziellen Mittel fehlen, um sich und ihren krebskranken Kindern etwas Abwechslung vom tristen Alltag zu gönnen, zum Beispiel einen Kurzurlaub ins Disney Land oder Ähnliches. So etwas ist für viele Leute eigentlich eine Kleinigkeit, doch hier wird Kindern, denen es schlecht geht, Freude bereitet und unvergessliche Erlebnisse organisiert. Das finden wir und unsere Mitglieder unterstützenswert, denn der Vorschlag kam aus den Reihen der Mitglieder. Wir wechseln übrigens jedes Jahr unser Kleiderkammer-Patenkind um möglichst vielseitige wohltätige Projekte unterstützen zu können.

12. Letzte Frage und Wunschkonzert: Was wünscht ihr euch für eure eigene Zukunft und die Zukunft des DÄOF. Lasst knacken:

Jumpie: Für die Zukunft wünsch ich mir, dass wir im Team weiterhin so eine dufte Truppe sind, ich auch noch lange die Zeit und Energie habe im DÄOF mitzumischen, die Band natürlich noch ein Weilchen besteht, die Mitglieder mit dem, was wir auf die Beine gestellt haben, zufrieden sind und dass wir das, was wir noch vor haben, auch reibungslos umsetzen können. Ihr seht, uns wird nie langweilig und ihr dürft euch freuen!
Jesperine: Für meine Zukunft hoff ich eigentlich nur, in diesem Bereich weiter arbeiten zu können. Ja, mit dem DÄOF haben wir noch einiges vor, ich hoffe natürlich auch, dass wir diese Projekte verwirklichen können. Und ansonsten: Frieden für den DÄOF 😉

Sven Dehoust

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