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Rammstein – Liebe ist für alle da!

Dienstag, 15. September 2009 | By | Category: News

Deutschland 2009. Rosige Zeiten. Sie könnten kaum besser sein. Es fehlt nicht mehr viel und das Land wird von sozialen Unruhen erschüttert. Die Volksparteien fahren ein Rekordtief nach dem anderen ein, dafür wächst der Volkszorn mit jeder Vorteilsnahme und Korruption, die trotz Bündelei zwischen Macht und Medien doch noch ans Tageslicht kommt. Der Kessel dampft und bald wird er explodieren. Kurz: Deutschland braucht 2009 nichts dringlicher als RAMMSTEIN.

Aber was ist mit Europa 2009? Oder mit Asien? Südamerika? Australien?  Die Vorzeichen sind vielleicht andere, aber im Zweifelsfalle sind sie nicht weniger beunruhigend. Kurz: Die Welt braucht 2009 nichts dringlicher als RAMMSTEIN.

Rammstein-Liebe ist für alle da

Rammstein-Liebe ist fuer alle da

Am 16.10.2009 erscheint also das sechste Studio-Album der Berliner. Vier Jahre sind seit dem letzten, “Rosenrot”, vergangen. Das neue Werk trägt den tröstlichen Titel “Liebe ist für alle da”. Ansonsten bietet es wenig Trost, keine Erlösung, und auch keine billige Zerstreuung. Die Kraft von RAMMSTEIN findet sich in der Konfrontation. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Seit sich die Band 1994 zusammengefunden hat, lässt sie keine Gelegenheit aus, ihre Finger auf frische Wunden zu legen. Das beginnt mit der Namenwahl und hat mit dem Kannibalen von Rotenburg noch lange kein Ende gefunden. RAMMSTEIN können zu jedem Zeitpunkt ihrer Karriere als ein soziales Barometer dienen. Denn ihr kolossaler Erfolg ist letztlich auch das Resultat eines politischen und moralisches Scheitern, das Sodom und Gomorrha so harmlos wie eine Pyjama-Party erscheinen lässt. Aber erst wenn die letzte Kredit-Blase geplatzt ist, wenn die letzte Existenz mit der Gewalt einer biblischen Plage von Hedge-Fonds ausgelöscht wurde und wenn sich die letzte Unschuld auf dem Markt der Möglichkeiten prostituieren muss, erst dann werden die letzten Kritiker endlich begreifen: Ihre Qual ist unser Leid ist unsere Freud.

“Ich glaube, in schwierigen oder unsicheren Zeiten, wenn schwer an Arbeit zu kommen ist und das Geld knapp wird, öffnen sich die Menschen gegenüber der Musik, generell gegenüber jeglicher Unterhaltung,” resümiert Richard Kruspe. Trotz Krisenstimmung wäre also gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, seine Platte zu veröffentlichen. In Gedanken ganz bei den Fans, ergänzt sein Kollege an der Gitarre, Paul Landers: “In bestimmten Momenten kann es sehr angenehm sei, sich auf etwas verlassen zu können – etwas das dich im kritischen Moment garantiert nicht hängen lässt.” RAMMSTEIN hoffen, im Leben ihrer Fans so ein Felds in der Brandung zu sein. Unerschütterlich, standfest, unbeugsam.

Rammstein PHOTO CREDIT (c) Paul Brown

Rammstein PHOTO CREDIT (c) Paul Brown

Der Titel “Liebe ist für alle da” tarnt sich zunächst als ein humanistisches Plädoyer für eine Welt, in der Liebe ein Grundrecht ist. Für eine Welt, in der Liebende alle Freiheiten haben. Eine hübsche Kernbotschaft. Andererseits gelingt es RAMMSTEIN wie keiner zweiten Band, selbst der Liebe ein reales Bedrohungspotential zu verleihen. In ihrem Falle verlangt so eine Maximalforderung nach einer üblen Pointe. Wie bei einem Handel mit dem Teufel, ist bei RAMMSTEIN grundsätzlich davon auszugehen, dass gerade die scheinbar harmlosen Sachen einen besonders gefährlichen Haken haben. Das ist ihr Modus Operandi, eine Mischung aus Täuschung, Verführung und Sinnzersetzung. Christoph Schneider, Schlagzeuger der Band, hilft mit dem Hinweis, dass sich Sänger Till Lindemann bei der Arbeit an den Texten auf die “extremen Formen der Liebe” konzentriert hat. Das Album lässt keine Sekunde Zweifel daran aufkommen, dass die Suche nach diesen Extremen sehr ergiebig und erfolgreich war.

“Wer ficken will, muss freundlich sein,” zitiert der Titelsong eine ewig gültige Lebensweisheit. Das war es dann aber auch mit pädagogisch wertvoller Lebenshilfe und ausgelebtem Humanismus. Der Rest ist das Grauen, das dort beginnt, wo sich Liebe krankhaft verwirrt. Wo Menschen weinen, im Keller der Inzest droht oder das Fleisch in Salz und Eiter liegt. Wo die Liebe nicht mehr ganz so hell und sonnig ist. Dort beginnt die Reise ins Herz der Finsternis. Sie führt uns unter anderem nach Amstetten, zu einem Jagdausflug, in ein Strip-Lokal und in eine Westernstadt. Einzig und allein der “Frühling in Paris” verzichtet auf jeglichen Horror – obwohl er auch mal “blutet”, zeichnet dieser Frühling als eine Art “Coming of Age”-Story ein ungewohnt zartes Bild erwachender Liebe. Das adelt ihn übrigens zum einzigen Song, den ausgewählte Mitglieder auch ihren Grossmüttern vorspielen würden.

Musikalisch folgen RAMMSTEIN ihrer eigenen Tradition und unterlaufen Erwartungen, ohne in künstlerischer Eitelkeit zu verenden. Der seit “Reise, Reise” festzustellende Hang zu einem organischeren und etwas entschlackten Sound führt aktuell zu einem sehr definiertem Klangbild, in dem jedes Instrument seinen Platz findet. Trotz Waldhörner und orchestraler Unterstützung erscheint “Liebe ist für alle da” sehr aufgeräumt und damit transparenter als alle fünf Studio-Alben zuvor. Für die Vorproduktion wählten RAMMSTEIN das Schloss Beesenstedt in der Nähe von Halle/Saale. Den Großteil des Albums haben sie zwischen dem 9.11. und 20.12.2008 im Sonoma Mountain Studio, in der Nähe von San Francisco eingespielt. Gemischt und gemastert wurde in Stockholm und der Produzent ist wie immer Jacob Hellner.

Neben dem Dow-Jones-Index legen auch der Ticketvorverkauf und weltweite Vorbestellungen den Verdacht nahe, dass nicht nur Deutschland RAMMSTEIN in den nächsten Jahren mehr braucht als je zuvor. Sie stehen bereit. Unerschütterlich, standfest, unbeugsam.

Line-up:

Christoph Schneider
Flake Lorenz
Richard Z. Kruspe-Bernstein
Till Lindemann
Paul Landers
Oliver Riedel

Quelle: Universal Music

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4 comments
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  1. Das Album ist die Zeilen nicht wert, die der Autor hier im Stil einer „wunderschönen Interpretation“ Leistungstufe Deutsch LK SEK 2 (was hat man dem Autor dafür gezahlt?) verfasst hat. EIN Wort trifft den Inhalt des Albums zu 100% : SINNZERSETZEND!

    ansonsten finde ich andere Kommentare im Netz deutlich treffender :

    ein Sch*** Album wird nicht durch lautes Bellen besser !
    Wenn die Band (DIE WISSEN ZU 100% WAS DAS MANAGEMENT MACHT) meint, ihre Fans vergraulen zu müssen und sich im Wahn ihrer “kreativen Schöpfungsphase” nur noch dem sexistischen Wahnvorstellungen kleiner Jungen hingibt (Eure Eier müssen die Größe von Erbsen haben, daß ihr so einen Müll an Reim-dich-oder-ich-beiss-dich Texten ablasst , frei nach PUSSY : Rudy-Rammlers-Rüttel-Reime), sollte nicht nur die Presse zum Gegenangriff ausholen, ein Herr Lindemann (oder darf man den Namen auch nicht mehr nennen?) scheint ja kolossal darauf zu stehen, wenn es richtig in die Fresse gibt.
    Totgesagte leben länger, totgeschwiegene nicht!

    Abgesehen davon, musikalisch ist das Ganze nur noch ein Schatten seiner selbst, ein warmer Aufguss von Mutter, dessen Status aber mit nicht annähernd erreicht wird. Aber Früh- oder auch gerade Spätpubertierenden dürfte die Musik als mentale Wixvorlage dienlich sein.

    Es wäre interessaant zu erfahren, wie die Pilgrims auf eine ZENSUR des Albums reagieren würden (Ansätze wegen Gewaltverherrlichung sind genügend zu finden!). Wahrscheinlich wie Pussys 🙂

    wieder eine Band mehr, für die mir das Geld zu schade ist! Selbst WENN das Album gut wäre, ich würde es aus Prinzip nicht kaufen !
    von mir bekommt die Band ein dickes PHUCKU !

    pseudo-intellektueller Bullshit made in Germany. gepaart mit abgedroschenen Metal / Gothic Riffs , dazu noch ein paar Waldhörner (alleine schon um wieder Gegensätze an den Haaren herbei zu ziehen) . Abgerundet wird es durch eine inzwischen sehr flache Stimme, der versuchsweise Gesang entlockt werden soll. Das Salz in dieser Supper (gequirlte Sch**) ist dann ein auch noch völlig „über-mischter“ Sound.

    Hut ab. Selten hat es eine Band geschafft ihren Niedergang so „sauber“ zur Schau zu stellen.

  2. Ich finde die CD toll!

  3. Ich finde das Album auch super, habe auch eine eigene Rezension auf meinem Blog veröffentlicht 🙂

  4. Album ist klasse, Band ist klasse… weiß nicht was der Spaten da oben rumjammert. Das ist wohl nur der neidzefressene Tokio Hotel Fan, der es nicht verkraften kann, dass Rammstein auf ewig die erfolgreichste Band Deutschlands bleibt. Mein Tipp: Spritze aus dem Arm ziehen und ruhig durchatmen und dann gehts wieder…

    Fazit: Album kaufen, natürlich Special Edition!

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