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Riverstomp-Festival 2011 – Konzertbericht vom 04.06.11

Montag, 6. Juni 2011 | By | Category: News

Samstagnachmittag, es ist schwülwarm. Es stellt sich deswegen schon die Frage, ob man lieber auf dem heimischen Balkon transpirieren oder ins miitelnah gelegene Mainz-Kastel zum Riverstomp-Festival fahren und bei rhythmischem Ska noch viel mehr schwitzen soll.

Ich entscheide mich für die Musik, bereue die Entscheidung allerdings zum ersten Mal eine halbe Stunde später, als rabenschwarze Regenwolken aufziehen.

Schogettes - Foto: Sven Dehoust

Schogettes - Foto: Sven Dehoust

Pünktlich zum Festivalbeginn fängt es dann auch an zu regnen, doch das ist den meisten der Anwesenden (noch) recht herzlich egal. Sie feiern sich selbst, den Ska und vor allem die erste Band „The Schogettes“. Mannheims weiblichster „Northern Soul Export“ weiß zu überzeugen und hat zudem einige schöne Cover von Klassikern aus den sechziger Jahren auf Lager.

Die Einheitskleidchen der Damen vollenden diesen musikalischen Ausflug in eine längst vergangene und dennoch quicklebendige Epoche und lässt die Sonne spätestens bei der Coverversion eines Elvis-Songs wieder strahlen.

In der Umbaupause regnet es wieder und viele Menschen, die sich zuvor noch vor der Bühne tummelten, suchen nun ein trockenes Plätzchen unter den Schirmen. Oder sie gehen wie ich hinter den Crepes-Stand, allerdings nur so lange, bis ich das recht aktive Bienennest und seine zahlreichen Bewohner entdecke…

Also steht wieder ein Platzwechsel an und ich muss mir mit meinen Gefährten die Zeit bis zur nächsten Band mit sinnvollen Spielen vertreiben.

Am Kurzweiligsten erscheint uns das Spiel „Such´ das Spinnennetz“, bei dem derjenige gewinnt, welcher die meisten auf dem Ellenbogen tätowierten Spinnennetze innerhalb von fünf Minuten findet. Dieses Spiel erfordert aufgrund der „Tattoo-Dichte“ der anwesenden Ska-Anhänger von allen Teilnehmern höchste Konzentration. Es entbrennt zudem eine hitzige Diskussion, ob die tätowierten Spinnennetze auf den Ellenbogen weiblicher Zuschauer doppelt gezählt werden sollen. Jedoch bleibt es bei dem emanzipatorischen Ansatz, wonach die Geschlechter wenigstens in diesem Spiel gleichgestellt sind.

65 Mines Street - Foto: Sven Dehoust

65 Mines Street - Foto: Sven Dehoust

Und dann betritt die französische Band „65 Mines Street“ die Bühne und spielt astreinen, flotten Ska-Punk, der mich begeistert. Der Sound der Jungs wird von einem genialen Keyboarder vollendet, der endgültig den Flair der Südens nach Mainz-Kastel bringt.Sehr schön, allerdings ein wenig zu kurz.

Aber der Regen möchte schließlich wieder zum Zuge kommen und so gestaltet sich auch diese Umbaupause feucht-fröhlich.

Den Sonnenschein im Herzen trägt die anschließende Band „The Upsessions“ aus den Niederlanden. Die Reggae-Rocksteady-Jungs mit den grün-gelben Trainingsanzügen sind mir persönlich ein wenig zu lahm, wenngleich musikalisch hoch versiert.

The Upsessions - Foto: Sven Dehoust

The Upsessions - Foto: Sven Dehoust

Für mich wäre in diesem Augenblick eine „Dampfhammer-Ska-Band“ genau richtig gewesen, um dem Regen und den kühleren Temperaturen zu trotzen…Aber man kann schließlich nicht alles haben.Als ich dann aber noch die aufkommenden Blitze über mir sehe, bin ich überzeugt, dass ich den Heimweg antreten sollte.

Fazit: Das Riverstomp Festival war aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses und der außergewöhnlichen, aber friedfertigen Zuschauer sehr sehens- und empfehlenswert, auch wenn ich es bereits frühzeitig verließ.

Sven Dehoust  vom Riverstomp Festival 2011

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