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Rox – „Memoirs“

Mittwoch, 20. Januar 2010 | By | Category: News

Roxanne Tania Tataei, kurz Rox, ist unbestritten die überzeugendste Debütantin 2010. Ihr Album „Memoirs” ist das Ergebnis harter Arbeit und absoluten Willens. Trotz eines zarten Alters von 21 Jahren hat sich die Halb-Iranerin-Halb-Jamaikanerin unseren unbedingten Respekt verdient. Als Sängerin. Als Songwriterin. Als Künstlerin auf Rough Trade Records. Eine neue kraftvolle Stimme auf den Bühnen der Welt, die uns schon jetzt die eine oder andere Story zu erzählen hat.

Rox

Rox

Rox hat ihre Jugend nicht vergeudet. Ihre Wochenenden verbrachte sie nicht wie andere Teenies vor dem Croydoner Shopping Center. Samstage waren nicht zum Rollerskaten, sie waren für die Kirche, für den Gesang von 9 bis 5, Woche für Woche seit sie fünf Jahre alt war.

Hier entwickelt sich ihre Stimme, wachst ihre Liebe zum Auftritt und manifestiert sich ihre beneidenswerte Arbeitsmoral. Auch die vielen gemütlichen jamaikanischen Familientreffen bereichert sie mit eindrucksvollen Gesangseinlagen; liefert vielfältige Harmonien zu Schmorgerichten oder eine Solo-Performance zum Dessert.

Ihre Talente setzt sie in Schulaufführungen und bei kurzen Gastspielen mit dem National Youth Musical Theatre ein, die meisten Schulferien verbringt sie auf Tour. Doch bald verabschiedet sich das fleissige Girl vom leicht angegrauten Jazz. Chicago (das Musical) wird gegen Sade, Portishead und Lauryn Hill eingetauscht, Entscheidungen werden gefällt und zum nächsten Notting Hill Carnival entdeckt Rox auch ihre Affinität zu Lovers-Rock und jamaikanischem Pomp wieder; Rox hat eine enge Beziehung zu den lebensbejahenden Qualitäten von Reggae und Jamaikas Fähigkeit gegen höher Klassen zu punchen, sei es musikalisch oder stilistisch.

Es wächst die Lust an komplexen Arrangements und eigener Musik und so gründet Rox eine akustische Jazzband. Schon die ersten Shows 2007 beweisen sowohl ihre musikalischen Fähigkeiten als auch ihre unheimliche Bühnenpräsenz. Schnell werden die üblichen A&R-Manager auf sie aufmerksam und Rox erhält etliche Angebote. Es ist dann vor allem die Aussicht auf absolute künstlerische Freiheit, die sie zu Rough Trade Records führt.

Die Albumaufnahmen verknüpfen alle ihre musikalischen Einflüsse, diesseits und jenseits des Teichs. New Jerseys Commissioner Gordon (berühmt für seine Arbeit mit Lauryn Hill, Damian Marley und KRS One) sitzt am Mischpult, während Rox mit einem Team verdienter Studiomusiker jammt. „Playing with guys who had recorded with the Skatalites and Bob Marley was a life changing experience.

Nachdem die Fundamente des Albums in Amerika gelegt wurden, kehrt Rox nach London zurück und arbeit hier weiter mit ihrem Freund Al Shux, jenem talentierten Kid, der Jay-Zs Ode an NYC ‘Empire State of Mind’ produzierte. Als Fähigkeiten als Musiker und Produzenten passen wie die berühmte Faust. Manchmal muss man eben weg gehen, um zu Hause anzukommen. „To work with someone with the pedigree of [Commissioner] Gordon was obviously a huge privilege but Shux was able to bring an entirely different approach to the recording process. He has amazing sensibility and helped me to truly bring to life my vision for these songs.“

Und nun also zum fertigen Album: Es ist ein Spiel in drei Hälften. Kennenlernen, Verlieben, Liebeskummer. Und dann alles wieder auf Null. Rox’ Lyrics legen ihre Emotionen frei, offenkundig und fortwährend. Die Läuterung kommt weder mit hämischem, noch mit leidvollem Unterton. Es geht um den langen Prozess, den steinigen Weg, die harte Arbeit und jenen süßen Moment, wenn du am Ende des Tages mit einem Tusch das Gewinnerpodium enterst. Musikalisch bewegt sie sich souverän zwischen Southern Soul, angejazztem Pop bis hin zu Reggae. Ein kleines Westlondoner Universum.

Ein wirklich klassisches Album bleibt ewig zeitlos und kann nur aus felsenfester Überzeugung und unerschütterlichem Talent entstehen. Rox hat beides im Übermaß. England beginnt bereits, dies anzuerkennen. In der einflussreichen TV-Show bei Jools Holland performte Rox mit ihrer Band bereits zwei Songs und auf der gerade veröffentlichten Kritiker-Empfehlungsliste der BBC für 2010 wird sie natürlich auch genannt.

Rox – My Baby Left Me

ROX – I Don’t Believe

http://www.myspace.com/roxmusik

http://thisisrox.com/

Quelle: MPN

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