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The Busters – Konzertbericht – im Karlstorbahnhof Heidelberg am 25.02.2011

Mittwoch, 2. März 2011 | By | Category: News

Alkoholexzesse? Kein Interesse. Weibergeschichten? Viel zu alt.  Ska-Konzerte? Gerne.

Ganz besonders dann, wenn The Busters in der Gegend aufspielen. Und das passiert glücklicherweise mindestens einmal im Jahr. So auch in diesem Jahr, genauer am 25.2.2011, als sich die Band wieder im Heidelberger Karlstorbahnhof die Ehre gab und ich hautnah dabei sein durfte.

The Busters

The Busters

Hautnah?! Ach, was sag ich! Viel näher! So nah, dass ich den intensiven Geruch des Backstageraums noch jetzt in meiner Nase habe. So nah, dass ich sogar einem Mitglied der Band mit Toilettenpapier aushelfen musste…Doch das war noch nicht alles…

Bereits vor dem Konzert lief die Busters-Doku von der neuen Doppel-DVD im Karlstor-Kino. Die Band ließ es sich nicht nehmen, vor der Vorführung drei Lieder unplugged zu spielen.

Die etwa 60 Zuschauer honorierten die Aktion mit frenetischem Beifall und ich muss gestehen, dass ich ein Fan von „Kino-Konzerten“ werden könnte, zumal auch das Publikum ganz heterogen war.

So saß der kritische Programmkinogänger mit Hochschulabschluss und zweifacher Riester-Rente direkt neben dem Ska-Anhänger ohne Lebensversicherung, aber mit zahlreichen Buttons auf der Jacke.

Im Anschluss der einstündigen Doku konnten noch Fragen an den anwesenden Regisseur Jonas Grosch gestellt werden. Die Band zog sich derweil in die ruhmreichen Backstage-Räume zurück, um sich in aller Ruhe auf den Gig vorbereiten zu können. Oder um sich ungestört nackend zu machen. Das weiß man bei Künstlern, die Lieder wie „Doctor Love“ im Programm haben, ja nie so genau…

The Busters - Foto: Sven Dehoust

The Busters - Foto: Sven Dehoust

Aber natürlich gehe ich von erster Variante aus, weil die Jungs hochkonzentriert gegen 21.15 Uhr die Bühne des beinahe ausverkauften Karlstorbahnhofs betraten und gleich mit ihrem Gute-Laune-Ska loslegten.

Überhaupt bestand das Set aus einer Vielzahl von hörenswerten Busters-Stücken, die allerdings nicht ganz als Querschnitt der letzten 24 Jahre bezeichnet werden können. Dafür wurde dann doch zu viel Wert auf die Lieder der letzten beiden Alben gelegt.

Nichtsdestotrotz kamen auch Klassiker wie „Summertime“, „Whiskey ´till I drop“ und natürlich „Mickey Mouse in Moscow“ zum Einsatz. Mein neues Lieblingsstück der Band ist seit dem Abend die Cover-Version von „Ca plane pour moi“. Nur falls das irgendjemanden interessieren sollte…

Spätestens nach diesem Lied floss der Schweiß in Strömen und manch ein Salzhersteller wäre froh gewesen, hätte er an diesem Abend die verschwitzen Hemden der Zuschauer konfiszieren dürfen. Oder wenigestens die Tränen des Mädchens, welche nach einem Rempler, durchgeführt von einem anderen Besucher während eines Ska-Tanz-Einsatzes, flossen. Nein, sie rauschten eher, wie die Fluten des Dorfbächleins nach einem Sommergewitter. Ich vermute, dass auch diese Besucherin den Abend nicht so schnell vergessen wird, obwohl ich der Meinung bin, dass man sich als erwachsener Mensch der Risiken eines Konzertbesuchs bewusst sein kann.

The Busters - Foto: Sven Dehoust

The Busters - Foto: Sven Dehoust

Und überhaupt tobte ja nicht nur direkt vor der Bühne der Bär, sondern auch in den hinteren Reihen. Die hier anwesenden Zuschauer legten einen zugegebenermaßen nicht ganz so forschen, aber nichtsdestotrotz mindestens genauso sehenswerten Tanzstil wie in den vorderen Reihen aufs Parkett. Und das über den Zeitraum von zwei Stunden.

Dann kam der Abschied, dem keinen der Beteiligten ganz schwer fiel. Zum einen, weil die Kräfte so langsam nachließen, zum anderen, weil The Busters auch im nächsten Jahr ganz sicher wieder Heidelberg besuchen werden.

http://www.busterland.de

Sven Dehoust

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One comment
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  1. Also generell gebe ich Dir ja Recht… aber was den Querschnitt der letzten 24 Jahre angeht: Von den letzten beiden Alben wurden 2 Lieder gespielt (Peace, Love and the Rest und Doctor Love)… von der Welcome to Busterland (1999) wurden ganze 5 gespielt… es waren also doch mehr alte als neue Lieder gespielt – was aber nicht unbedingt schlecht war. Aus meiner Sicht eine super Setlist! 🙂

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