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The Tiller & The Tide im Interview

Freitag, 13. September 2019 | By | Category: News

„Wir haben unserem Vorstellungsvermögen rückhaltlos freien Lauf gelassen.“

 

Für die Aufnahmen eures Debütalbums wart ihr damals 18 Monate im Studio. Wie lange habt ihr an eurem aktuellen Release „Strange Harboured Days“ gearbeitet?

Eine beinah unverschämt lange Zeit, aber wir habens genossen. Wir haben uns Zeit genommen und unserem Vorstellungsvermögen rückhaltlos freien Lauf gelassen und sind sehr froh über das Ergebnis.

 

Credits: PR / The Tiller & The Tide

Robo ist über beide Ohren in die Welt der „Audio-Produktion“ eingetaucht und Stephen bekam die Chance einige lang gehegte, riff-basierte Ambitionen auszuleben. In dem kühn veranschlagten Unterfangen haben wir beide immens viel gelernt.  Und um der Kühnheit keinen Abbruch zu tun, haben wir währenddessen simultan an Album 3 und 4 laboriert, insofern könnts gar sein, dass bereits Anfang 2020 eine weitere Veröffentlichung aus dem dichtesten Dickicht auftaucht.

Auf eurem Album gibt es insgesamt acht Tracks. Wie genau entsteht so ein Song bei euch?

Auf unterschiedlichsten Wegen: ein altes Gitarrenriff – der Hauptgitarrenpart von „Terror Queen“ wurde 1996 geschrieben, fast schon ein Fossil – „Talented Days“, „The Reel“ and „So Many Days“ wurden zum größten Teil im Proberaum entworfen; oder einfach durch ein neues Spielzeug – Robo nahm den Hauptpart von “Untitled” mit einer zu dem Zeitpunkt jüngst vererbten Zither klammheimlich für sich auf. Aber gleichwie die Entstehung, allen Liedern wenden wir uns dann im Studio mit viel Zeit, neuen Ideen und Perspektiven zu, und im Zuge dessen entwickeln sich diese beträchtlich, bevor sie dann ein fertiges Produkt mit unserem Stempel werden.

Welchen Titel hört ihr selbst am liebsten?

Warum nur einen wählen? Wir haben versucht, daß das Album eine zusammenhängende Einheit bildet. Es ist kein Konzept Album, aber es ist durchaus so entworfen in seiner Ganzheit gehört zu werden, laut (empfehlenswert) und in jedweder Art des veränderten Bewusstseinszustands (vorzugsweise). Ungeachtet dessen, „So Many Days“ ist eine wahre Odyssee eines Songs, die für jeden etwas bereithält, auch für Kinder.

In eurer Musik und in den Lyrics ist eine melancholische Grundstimmung immer präsent. Hat das einen bestimmten Grund?

Lieder, die so langsam sind funktionieren nicht in Dur Tonarten!

Keine der Musik, die wir hören, ist sonderlich unmelancholisch – Phil France, Bibio, The Church, Radiohead, Sun Kil Moon, Bon Iver, Iron and Wine, Sigur Ros, Elliott Smith, Jane’s Addiction…

Fröhliche Musik – welche wir scherzhaft „pancakes in the park“ nennen – ist irgendwo eindimensional, wohingegen melancholische Musik tausend verschiedene Schattierungen hat.

Eben noch die Melancholie im Brustton der Überzeugung verteidigt, sei vermerkt, dass Album 3 und 4 eine weite Bandbreite an…Obacht!…neuen Gefühlen bereithalten wird.

Schon lange vor „The Tiller & The Tide“ habt ihr zusammen Musik gemacht. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, 2010 die Band zu gründen?

Wir spielten bereits in Salzburgs Küchen-Rock-Halunken-Kombo „Stonepiston“ und in Melbournes aufpoliertem Garagenspaß-Juggernaut „Deep Jones“  und nachdem Stephen eine Nahbegegnung mit einer Festanstellung in Genf heil überstanden hatte, entschieden wir beide nach Leipzig zu ziehen, um die Dinge wieder ins Rollen zu bringen. Die Gegebenheit, dass wir dort dann flink schwer begnadete Bandkollegen getroffen und gezähmt haben, hat uns nur weiter ermutigt.

Mit welchem Musiker oder welcher Band würdet ihr gerne einen Tag im Studio verbringen?

One Fifty Vibes. They have some shit-hot gear.

Habt ihr in der Zukunft auch schon Pläne für Live-Konzerte mit eurer neuen Musik?

Im Moment bewegen wir uns etwas von Live-Konzerten weg. Unser neues Material ist zunehmend computerbasiert. Momentan schrauben wir einfach zu gerne und leidenschaftlichst an experimentellerem Material und Formaten herum.  Für die Zukunft versuchen wir Kollaborationen mit anderen Musikern anzupeilen und Musik für Theater/Film/ Fernsehproduktionen zu machen.

Stephen, du kommst aus Australien und Robert, du aus Österreich. Wie habt ihr euch damals eigentlich kennengelernt?

Im Schatten des Salzburger Mozarteums und dank der freizügigen Aufnahmepolitik sowie der günstigen Konstellation einer WG in der Gstättengasse.

Genüsslich verbraucht drillten wir in ein steinernes Kliffgesicht, anhand der Grundprinzipien des Rocks. Ein Haarriss und uns ist das Gesicht abgefallen und seither sind unsere Gene froh und munter gesplissen.

https://www.youtube.com/watch?v=RgJdw8zZO38&feature=youtu.be

Quelle: Macheete

 

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