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Y’akoto – Biografie

Mittwoch, 14. Mai 2014 | By | Category: News

Im Leben von Jennifer Yaa Akoto Kieck alias Y’akoto ist in den vergangenen zwei Jahren unglaublich viel passiert. Und die Transformation in die Künstlerin, die sie heute ist, war so aufregend und abwechslungsreich und groß, dass man sich im Strudel der Ereignisse schon mal kurzfristig verlieren kann.

Yakoto - Credits: Bob Pixel

Yakoto – Credits: Bob Pixel

 

Immerhin ist ihr gefeiertes Debütalbum „Babyblues“ in Deutschland wahnsinnig gut aufgenommen worden, wurde von der Musikpresse zum neuvertonten Vermächtnis verdienter Voll-Vokalistinnen wie Billie Holiday und Nina Simone erklärt und hat mit seiner Mischung aus Folk, Pop und Singer/Songwriter-Soul mit Afro-Approach mal kurzerhand ein neues Genre namens Soul Seeking Music aus der Taufe gehoben. Nicht zu vergessen die erfolgreiche Veröffentlichung der Platte in den USA, das Avancieren ihrer Single „Without You“ zum Radio-Hit in Italien und die unzähligen Shows, die Y’akoto mit so gestandenen Künstlerinnen wie Erykah Badu, Nneka und Joy Denalane bestritten hat.

Doch durch die künstlerische Verarbeitung all dieser Erfahrung auf ihrem neuen Album „Moody Blues“ hat sich Y’akoto nicht nur neu gefunden, sie hat sic auch neu erfunden.

Sie ist gereift – und zwar nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Mensch.

„And if you forget my name,
I’ll come back and introduce myself again.“
(Come And Go)

Hinzu kommt, dass Y’akoto aufgrund all dieser prägenden Erlebnisse und großartigen Erfahrungen längst nicht mehr so stark von Unsicherheit getrieben ist wie früher. Klar, sie befindet sich immer noch auf der Suche: nach den Antworten auf all die unzähligen Fragen des Lebens, nach dem bestmöglichen Song und nicht zuletzt nach sich selbst. „Niemand ist in der Lage, souverän mit fehlender Selbstsicherheit umzugehen – auch ich nicht“, erklärt Y’akoto. „Aber ich habe diese Unsicherheit als Teil meiner selbst akzeptiert. Das bin eben ich. Seither ruhe ich in dieser Unsicherheit und verarbeite meinen Umgang damit in der Musik.“

Y’akoto hat aus der Not eine Tugend und ihre Zweifelhaftigkeit kurzerhand zum Leitmotiv ihres neuen Albums gemacht. Und sie hat gut daran getan. Schließlich ist die gewachsene Unsicherheit vor allem dem Umstand geschuldet, dass sie sich noch mehr geöffnet hat. Anstatt sich ihren Schmerz von der Seele zu schreiben, schreibt Y’akoto sich nun in den Schmerz ihrer Seele hinein und hat es dadurch geschafft, ihrer früheren Orientierungslosigkeit mit musikalischen Mitteln Herrin zu werden. „Ich habe mich komplett geöffnet, dadurch fließen sämtliche Eindrücke vollkommen ungefiltert durch mich hindurch. Ich spüre ganz viel und lasse viel mehr zu“, verrät die Hamburgerin. Die künstlerische Auseinandersetzung mit den Selbstzweifeln von damals hat sie heute zu einer gestandenen Künstlerin werden lassen. Oder wie sie es selbst so schön formuliert: „Ich bin berührbar und verletzlich geworden. Das hat mich stark gemacht.“

„Now i have stopped trying to beat the rush to be ahead
of my game for the perfect timing.

I’ll just stay here, let go of my fear, of being in control.“
(Perfect Timing)

Thematisiert hat sie diesen Umstand im Stück „In A War“, in dem es heißt: „I said, I’m used to be alone/I give a damn, I can handle my own“. Aber auch der Song „Carry This“ schlägt in eine ähnliche Kerbe und handelt von Bindungsangst, fehlender Hingabe sowie der Scheu, zwischenmenschliche Verpflichtungen einzugehen. Doch beide Stücke besitzen keine deprimierende Schwere, die einen in die Tiefe reißt, sondern versprühen eine unbändige Kraft – freigesetzt durch Y’akotos Einreißen emotionaler Schranken. Entsprechend wichtig ist ihr dieser Song: „’Carry This’ ist meine persönliche Hymne.“

Y’akoto verweilt auf „Moody Blues“ aber nicht allein bei sich selbst, sondern lässt ihren künstlerischen Blick auch auf ihrem zweiten Album um einiges weiter schweifen. „Ich versuche, meine Weltsicht nicht nur auf mich selbst oder das Leben in westlichen Großstädten zu beschränken, das würde mich und meine Kunst nur unnötig limitieren“, so Y’akoto. Hinzu kommt: „Das Leben der meisten Menschen sieht anders aus.“

„Turn my back on all the pressure that makes us blind“
(Now Is The Time)

So thematisiert die 26-jährige im reduziert instrumentierten „Mother And Son“ auf ergreifende Art und Weise den Umstand, dass viele Söhne überall auf der Welt ohne ihre Väter aufwachsen müssen. „Off The Boat“ wiederum darf als akustische Metapher für den Every-Day-Hustle im Leben jedes einzelnen verstanden werden. Und „Down To The River“ hat, trotz seiner musikalischen Einbettung in ein schmückendes Soundgewand aus Elegie und Hoffnung, die ernsthafte Auseinandersetzung mit Selbstmordabsichten zum Thema.

Dementsprechend ist „Moody Blues“, erneut musikalisch begleitet von Kahedi (Max Herre, Samon Kawamura und Roberto di Gioia), Mocky und Haze sowie dem Londoner Produzenten Ben Cullum, ein musikalisches Äquivalent der kreativen Auseinandersetzung Y’akotos mit der Dualität des Lebens geworden. Es geht um Licht und Schatten. Um Kommen und Gehen. Um Konstanz und Veränderung.

Und so fräst die 26-jährige einmal mehr all ihre Sorgen und Hoffnungen zwischen die wohlformulierten Zeilen ihres neuen Albums, meißelt aus der naturgegebenen Dringlichkeit ihrer Stimme ein musikalisches Monument aus Trost und Trauer und unterlegt das Für und Wider im Lauf der Welt mit einem facettenreichen Klangteppich aus maximiertem Minimalismus, der unverkennbar ihren Stempel trägt.

Und der die Menschen berührt.

Quelle: WMG

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