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Die EAV gibt sich live die Ehre

Sonntag, 12. Dezember 2010 | By | Category: On Tour

Über drei Jahrzehnte Vorbereitungszeit musste für die Österreicher genügen, um im ehrwürdigen Johannes-Brahms-Saal in der Karlsruher Stadthalle aufzutreten. Dieser war dann am Konzertabend am 09.12. in Karlsruhe auch recht ordentlich gefüllt, sodass die Erste Allgemeine Verunsicherung fast in den Genuss eines „Heimspiels“ kam.

EAV

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Ich möchte die Show der Band an diesem Abend am ehesten als musikalisches Kabarett bezeichnen, in dem natürlich die Musik höchste Priorität hatte, jedoch von gesellschaftskritischen Sketchen, Anekdoten und Ansagen untermalt wurde.

Klaus Eberhartinger, charismatischer Sänger der EAV, verstand es wieder einmal, seinen österreichischen Charme mit messerscharfer Ironie zu paaren, um Missstände in der Politik, Wirtschaft, Medienlandschaft und Religion anzuprangern und gleichzeitig das Publikum anzusprechen. Beides gelang ihm ohne größere Mühe. Bei Gelegenheit würde mich allerdings noch interessieren, wie es der mittlerweile 60-Jährige schafft, sich auf der Bühne wie Elvis in seinen Glanzzeiten zu bewegen. Oder wie Buddy Holly, aber bei näherer Betrachtung war der durch sein Instrument ja auch ein wenig eingeschränkt…

Unterstützt wurde Eberhartinger durch seine fünf Bandkollegen, die an diesem Abend großartige musikalische Arbeit leisteten und auch Teil des besonderen Bühnenprogramms waren.

Irgendwie erinnerte mich das alles an fast vergessene Tage in den 80er Jahren, als Videoclips gerade erst aufkamen.

Die EAV verstand es damals wie kaum eine andere Band, mithilfe ihrer Musik und ihrer Show, Geschichten bzw. Lieder spannend und medienwirksam vorzutragen, ohne sich dabei anzubiedern.

EAV

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Damals, lange bevor es das Kabelfernsehen, Youtube und Co. überhaupt gab, war ein TV-Auftritt der Band für meine Familie und mich jedesmal ein Event gewesen. Eben besonders.

Und besonders war dieses Konzert auch, zumal das aktuelle Live-Programm der EAV nicht als Querschnitt der vergangenen 30 Jahre bezeichnet werden konnte, sondern stets den Anspruch hatte, aktuell zu sein. Dieser Anspruch wurde gerade bei den neuen Versionen von „Märchenprinz“ (jetzt: „25 Jahre Märchenprinz“) oder „Burli“ (jetzt: „Burli 3000“) deutlich.

Ja, manchmal kommen eben doch noch wahre Lichtgestalten mit Hirn und Humor aus Österreich! Empfehlenswert!

Sven D. von track4.de am 09.12.2010 in Karlsruhe

eav.at

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