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Court Yard Hounds – „Court Yard Hounds“ – Review

Montag, 7. Juni 2010 | By | Category: Reviews

Als ich das erste Mal davon hörte, dass Emily Robison und Martie Maguire ein Album veröffentlichen wollen, war sofort mein Interesse geweckt. Schließlich handelt es sich bei den beiden Schwestern um Gründungsmitglieder der Dixie Chicks. Diese begannen als bluegrassorientierte Girl-Country-Band, die mit einem Cowgirl-Image spielten, um sich – nachdem Natalie Maines als Sängerin dazukam – zu einer der wichtigsten Gruppen des New Country zu entwickeln.

Court-Yard-Hounds

Court-Yard-Hounds

Nach kritischen Äußerungen über den damaligen US-Präsident Bush im Vorfeld des zweiten Irak-Krieges wandten sich viele konservative Country-Fans von der Gruppe ab. Darauf orientierten sich die Dixie Chicks mit ihrer bislang letzten CD „Taking The Long Way“ mehr in Richtung Rock und Pop.

Diese musikalische Entwicklung vor Augen war ich neugierig: Welche musikalische Richtung schlagen Emily Robison und Martie Maguire ein? Klingen die Court Yard Hounds – wie sie sich jetzt nennen – nach den Dixie Chicks? Ich erwartete eine Rückbesinnung auf die frühe Zeit – in Richtung Bluegrass – und war daher überrascht, dass die CD eher eine Weiterentwicklung des Sounds der letzten CD war. Ich würde es als eine Mischung aus 70er Jahre Westcoast-Rock und Coffeehouse-Folk beschreiben.

Die Stimme von Emily Robison, die auf allen Stücken bis auf „Gracefully“ die Leadstimme singt, klingt weicher als die doch sehr markante Stimme von Natalie Maines. Die Stimme passt gut zu den Liedern, sie harmoniert gut mit der Stimme von Martie Maguire, so wie eben nur Stimmen von Geschwistern harmonieren. Die meisten Titel wurden von Emily Robison (mit)geschrieben, die damit auch ihre Scheidung verarbeitete. Daher sind die Lieder sehr persönlich geworden, aber nicht alle sind autobiographisch. Dies wird sogar ausdrücklich betont!

Meine Favoriten sind:

See You In The Spring“ – ein Duett mit Jakob Dyan über zwei Liebende aus dem äußersten Süden und dem äußersten Norden der USA. Sie können es nicht zusammen aushalten – das größte Hindernis für ihre Liebe sind die klimatischen Unterschiede.

Ain’t No Son“ – ein Vater will nichts mehr mit seinem Sohn zu tun haben, weil er anders ist, aus dem Rahmen fällt. Der eigentliche Grund wird nicht genannt, nur die Reaktion des Vaters auf einen Versöhnungsversuch des Sohnes. Interessant die Musik – Äußerungen des Sohnes werden musikalisch durch Bluegrass begleitet, während die Reaktion des Vaters reiner Rock ist. Ein dezenter Hinweis darauf, dass der Musikgeschmack nicht unbedingt einer bestimmten (politischen) Grundeinstellung übereinstimmt?

It Didn’t Make A Sound“ – ein Lied über das Ende einer Liebe mit der Aussage, dass eine gebrochenes Herz lautlos bricht.

Fear Of Wasted Time“ mit einem Text über Mutterglück, der meiner Meinung nach doppeldeutig ist und auf die dunkle Seite in einer Mutter hinweisen könnte.
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