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Murder – Songs From The Dark Side Of The Soul

Freitag, 22. Januar 2010 | By | Category: Reviews

Bevor es Radio und Fernsehen gab, waren es oft fahrende Sänger, die Nachrichten mit ihren Liedern verbreiteten. Die größte Faszination ging natürlich von schrecklichen Ereignissen – Unfällen, Überfällen von Räuberbanden und Morden – aus. Mit den Auswanderern gelangten diese Balladen auch nach Amerika, wo sie sich in abgelegenen Gebieten erhalten haben und auch neue Lieder zu aktuellen Ereignissen entstanden.

Murder - Songs From The Dark Side of The Soul

Murder - Songs From The Dark Side of The Soul

Während in Europa diese Art der Nachrichtenübermittlung durch die zunehmende Verbreitung von Zeitungen und dem Aufkommen von Radio und Fernsehen allmählich in Vergessenheit geriet, war diese Unterhaltungsform in Amerika noch lebendig, als die ersten Pioniere der aufkommenden Schallplattenindustrie mit ihren mobilen Aufnahmegeräten die Städte verließen und begannen, die Musik der ländlichen, regionalen Stars aufzunehmen.

So gerieten die Lieder nicht in Vergessenheit und wurden auch später immer wieder von verschiedenen Künstlern eingespielt.

Auf der neuesten Zusammenstellung von Trikont finden sich Titel, die sich um das Thema Mord und die Motive hierfür drehen. Wie steht es so treffend in der Pressemitteilung: „Lieder von brutalen hinterhältigen Verbrechen, von wahnsinnigen Mördern und unschuldigen Opfern.“

Die Aufnahmen aus den Jahren 1927 bis 1958 stammen aus den Bereichen, die man heute gerne unter dem Oberbegriff „Roots“ zusammenfasst: Blues, Hillbilly, Jugband-Music, Calypso und R&B. Unter den Interpreten sind viele bekannte Namen aus der Frühzeit der jeweiligen Genre zu finden. Der Schwerpunkt der Musik liegt auf dem Blues und davon beeinflusster Musik.

Nach dem Lesen des Booklets überrascht dies, da dort die Ursprünge der Balladen in England gesehen werden. Deshalb wäre eigentlich mehr Hillbilly-Musik zu erwarten. Leider wird in dem sonst guten Text nicht erläutert, ob die afro-amerikanischen Künstler hier durch europäisches Liedgut beeinflusst wurden oder ob diese Art, Geschichten zu erzählen, auch afrikanische Ursprünge hat. Außerdem wird völlig übersehen, dass sich diese Liedform nicht nur auf England beschränkte, sondern auch auf dem europäischen Festland zu finden war – ich denke hierbei u.a. an die Moritaten und Bänkellieder in Deutschland, die sicherlich wegen der großen Anzahl deutscher Einwanderer auch entsprechenden Niederschlag in Amerika gefunden haben dürften.

die gesamte Rezension hier auf track4.de lesen

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