RSS Feed abonnieren


Adam Green – „Buddy Bradley“

Freitag, 13. November 2009 | By | Category: Top News

Vergessen Sie alles, was Sie über Adam Green zu wissen glauben. Natürlich macht der Mann seit seinem 14. Lebensjahr Musik, war seine Urgroßmutter die Geliebte Franz Kafkas, legte er während der Dauerpause seiner Band The Moldy Peaches mit fünf Alben in knapp sechs Jahren eine beeindruckende Solo-Karriere hin. Alles wahr, ja ja – trotzdem mal bitte kurz ausblenden.

Adam-Green

Adam-Green

Denn, und hier setzt der Trommelwirbel ein, es gibt jetzt einen anderen Adam Green. Einen, der nicht auf die Füße fällt. Dem das Herz gebrochen wurde. Der sich mit seinem sechsten Werk „Minor Love“ zwar nicht komplett neu ERfunden, in gewisser Weise aber wieder GEfunden hat. Der auf bestechende Weise die Anti-Folk-Attitüde der frühen Tage mit der musikalischen Cleverness von heute in Einklang bringt.
Kein Zufall, dass diese neue Platte –sein „Scheidungsalbum“, wie Green selbst es nennt – „Minor Love“ heißt: Der größten persönlichen Krise seines bisherigen Lebens hat Adam Green die emotional dichtesten Lieder seiner Karriere abgerungen. Natürlich ist der Spross einer hoch angesehenen Akademikerfamilie zu intelligent, um sich mit seichten Herz-Schmerz-Dramen zu begnügen.

Hauptziel war, ein gutes Album vorzulegen. Spontaneität war dem 28-Jährigen dabei ebenso wichtig wie Geschlossenheit. Statt einer Sammlung guter Songs wollte er ein bündiges, zusammenhängendes Werk machen. Aufgenommen hat er „Minor Love“ schließlich in einem Rutsch im Haus des Produzenten und Musikers Noah Georgeson (Devendra Banhart). Viele Instrumente spielte er selbst ein, beim Rest halfen Freunde wie Rodrigo Amarante von Little Joy.
Kurze, überaus ökonomische Songs ohne Schlacke mit bildreichen, fantasievollen Texten entstanden so. Umflort von einer gewissen Tragik, vermischt jedoch mit trotzigem Aufbegehren – aus dem Kontrast zwischen Fatalismus und Optimismus bezieht diese Platte vor allem ihre Wirkung. Das Drama des Adam Green schimmert in Songs wie der Single „Buddy Bradley“ durch, doch das ist nur eine Ebene. Jener Buddy Bradley ist nämlich eine Figur des Zeichners Peter Bagge aus der Comic-Serie „Hate“, ein Slacker im Seattle der Grungezeit. Es sei nun an der Zeit, meint Green, Buddy Bradley endlich als kulturelle Referenz zu etablieren.


Adam Green
ist musikalisch eigentlich immer besser geworden in den letzten Jahren. Eine Tatsache, die vielleicht ein bisschen untergegangen ist angesichts des öffentlichen Rummels.

Adam Green – „Buddy Bradley“ – VÖ: 08.01.2010

Quelle: MPN

Tags:

Leave Comment