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CHIPMUNK – „Oopsy Daisy“ hält Einzug in die Charts

Dienstag, 19. Januar 2010 | By | Category: Top News

Chipmunk verfügt über ein Durchsetzungsvermögen, das wahrlich nicht jedem beschieden ist. Trotz seiner gerade mal achtzehn Jahre hat der aus dem Londoner Stadtteil Tottenham stammende Teenager schon weit mehr erreicht, als er sich jemals hätte erträumen können. Bereits mit siebzehn Jahren wurde er MOBO-Award-Preisträger und ist aus den Top-Regionen der UK Charts nicht mehr wegzudenken. Seine Videos bei YouTube und MySpace werden millionenfach geklickt und er ist einer der Breakthrough-Artists des Jahres 2009 in seiner Heimat.

"I Am Chipmunk"  (c) Sony Music

"I Am Chipmunk" (c) Sony Music

Was die Leistungen des Rappers noch beeindruckender macht, ist die Tatsache, dass er neben der Veröffentlichung von Singles und Mixtapes, Tourneen mit N-Dubz und Studioaufnahmen mit Basement Jaxx stets unbeirrbar an seiner Schullaufbahn festhielt. Mittlerweile ist er stolzer Besitzer von Abschlüssen in Soziologie, Drama und „Critical Thinking“.

„Ich habe doch lediglich gemacht, was jeder durchschnittliche Jugendliche auch tut“, beteuert der in Nord-London lebende Rapper, der überdies als talentierter Fußballer gilt. Früher spielte er sogar in den Jugendmannschaften des Traditionsklubs Queens Park Rangers. „Man muss im Leben immer einen Plan B haben, also war mir klar, dass ich die Schule auf jeden Fall zu Ende bringen muss.“ Keine Frage, Chipmunk ist wirklich kein 0815-Teenager.

Dieser intelligente und hoch motivierte MC ist in allem, was er tut, einzigartig. „Ich sehe es als meine Aufgabe, die Jugendkultur durch meine Musik zu repräsentieren und ich versuche, den Wert von guter Musik wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Ich will die Szene weiter voran bringen als jeder andere britische Rapper zuvor. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass mir das auch gelingen wird.“

In Zeiten, da urbane Musik aus Großbritannien erfolgreicher ist als jemals zuvor, ist die Bühne für den „Leader Of A New School“ bereitet. Längst ist Chipmunk Dauergast in den Sendungen und Playlisten von MTV, BBC Radio 1 und 1Xtra, in Magazinen und Zeitungen wie GQ und The Guardian wird er als „Wunderkind der urbanen Musik“ gefeiert. Seine Auftritte in Tim Westwoods YouTube-Kanal sahen über zwei Millionen Fans, auch seine eigenen Videos kommen auf vergleichbare Zahlen: „Diamond Rings“ verzeichnet 1,6 Millionen Klicks, „Chip Diddy Chip“ 1,7 Millionen und „Oopsy Daisy“ liegt bei über drei Millionen. Einer Support-Tour im Vorprogramm der restlos ausverkauften N-Dubz-Konzertreise folgte ein busy Sommer mit zahlreichen Festivalauftritten (u.a. Glastonbury, Wireless). Im September gab er sogar ein Konzert im Royal Opera House in London. Einer der Höhepunkte des Chipmunk-Jahres waren jedoch die Aufnahmen mit R&B-Superstar Kelis für das jüngste Basement-Jaxx-Album. Außerdem arbeitete er mit dem erfolgreichen britischen House-Duo Bodyrox.

"I Am Chipmunk"  (c) Sony Music

"I Am Chipmunk" (c) Sony Music

Wie viele junge Briten, wuchs auch Jahmaal Noel Fyffe mit der Musik der UK-Grime-Stars Wiley, Kano and Dizzee Rascal auf. Mit vierzehn begann er, ermutigt von seinem örtlichen Jugendclub „The Laundry“, seine ersten eigenen Songs zu schreiben. Im „St. Anne Estate“ in Tottenham aufzuwachsen, war – und ist – nicht einfach, doch der ehrgeizige Youngster hatte es sich in den Kopf gesetzt, eine legale Karriere anzustreben und nicht wie zahlreiche Altersgenossen den Weg in die Kriminalität zu nehmen. Kistenweise kaufte er CD-Rohlinge und druckte Cover für seine Mixtapes auf dem Drucker seiner Mutter, bis die Farbpatronen leer waren.

Das fertige Produkt nahm er mit in die Schule, wo er die CDs seinen Klassenkameraden verkaufte, und innerhalb von einigen Monaten hatte er sich bereits vom hoffnungsvollen Homerecording-Amateur zum gefeierten Semi-Profi hochgearbeitet. Sein zweites Mixtape „Whatever The Weather: Volume 2“ fiel dem Rapper Wiley in die Hände und schon bald arbeitete Chipmunk mit dem „Godfather of Grime“. Das 2008er-Album „A League Of My Own“ brachte ihm den Ruf ein, einer der talentiertesten Songschreiber der Grime-Szene zu sein, seine Tracks „Who Are You“, „Mohammed Ali“ und „Fire Alie“ erschallten aus unzähligen Handies überall im Land. Sein Talent, Pop-Hooklines mit streetsmarter Cleverness verknüpfen zu können, brachte ihm innerhalb kürzester Zeit die Aufmerksamkeit der Kids im ganzen Königreich.

Gegen Ende des vergangenen Jahres war der Aufstieg des jungen Rappers für niemanden mehr zu übersehen. Beim Label Alwayz Recordings, das ihn stets begleitet hatte, war die Single „Chip Diddy Chip“ erschienen. Auch ohne Majorlabel-Vertrieb und Mainstream-Marketing schafft der Song den Sprung auf Position 21 der UK Charts – ein fantastisches Ergebnis für einen Independent-Release. Im Video wirkten neben Tim Westwood und N-Dubz auch Chipmunks Freunde, die Tanzgruppe Flawless mit, die in der Show „Britain’s Got Talent“ den zweiten Platz belegt hatte. Im April war Chipmunk zusammen mit DJ Ironik auf der Single „Tiny Dancers“  zu hören, die ein Elton-John-Sample enthielt. Der Song erreichte Platz drei der britischen Charts.

Spätestens im Juni 2009 richtete sich schließlich der Fokus auf Chipmunks eigenes Material. Nachdem er einen Plattenvertrag beim Sony-Music-Label Jive unterschrieben hatte, erschien mit „Diamond Rings“ eine von Naughty Boy produzierte Single, an der Gesangs-Newcomerin Emile Sands mitwirkte und die Chipmunk den ersten (eigenen) Top-Ten-Hit seiner Karriere einbrachte. Der mitreißend optimistische Uptempo-Track, der auf einem Ska-Sample basiert, zeigt Chipmunk in Bestform: in Höchstgeschwindigkeit schildert der Rapper seine aktuelle Sicht der Dinge. „Der Song handelt nicht davon, Diamantenringe zu kaufen“, stellt er klar, „wir haben derzeit eine Weltwirtschaftkrise, da will keiner so etwas hören. Es geht darum, sich wie ein Diamant zu fühlen, den eigenen Wert anzuerkennen und zu erhalten.“ Die Single brachte Chipmunk die Aufmerksamkeit eines völlig neuen Publikums.

Bereits im Herbst startete Chipmunk endgültig durch. Im September wurde er bei den „MOBO Awards“ als „Bester HipHop-Act“ ausgezeichnet und setzte sich damit gegen  die ebenfalls nominierten US-Stars Eminem und Kanye West durch. Und gerade, als man dachte, es könne überhaupt nicht mehr besser werden, schoss seine Single Oopsy Daisy an die Spitze der UK Charts: Chipmunk hatte seinen ersten Nummer-Eins-Hit unter Dach und Fach.

Auf seinem Debütalbum „I Am… Chipmunk“, das sich kurze Zeit später auf Platz zwei der britischen Charts platzierte, zeigt sich der Shootingstar thematisch vielseitig: er rappt über die Scheidung seiner Eltern, die urbane Lebenswirklichkeit in der Megametropole London und seine allumfassende Liebe zur Musik. Das Album enthält Kollabos mit N-Dubz und in den Produktions-Credits finden sich bekannte Underground-Beatmacher wie Maniac und StarzBeatz. Der Sound auf „I Am… Chipmunk“ reicht von kantigem Grime bis bin zu R&B-Pop. Auf dem Synths-Monster „Lose My Life“ ist Tulisa von N-Dubz zu hören. „Dieses Album repräsentiert mich und die ersten achtzehn Jahre meines Lebens. Ich hoffe, dass die Leute erkennen, dass es zwar einerseits kommerziell ist, es aber andererseits auch Tiefe hat und von vorne bis hinten gut durchdacht ist.“

Angesichts seines bisherigen Selfmade-Erfolgs ist es nahezu unmöglich, vorherzusagen, wie die Zukunft des jungen Briten aussehen wird. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann man aber davon ausgehen, dass das bislang Erreichte lediglich die Spitze des „Chip-Eisbergs“ ist. Jüngst lehnte er ein Stipendium einer Schauspielschule ab, um sich auf seine Musikkarriere zu konzentrieren. Die Zukunft des ambitionierten Rappers sieht mehr als rosig aus. Zu keinem Zeitpunkt bestand auch nur der geringste Zweifel, dass er den Durchbruch schaffen würde – es war lediglich die Frage, wann und welche Ausmaße er annehmen würde.

„Auf meinem Album gibt es eine Textzeile, die geht so: ‘I won’t stop until I’m under/ Signing a deal never took away my hunger’“, erklärt Chipmunk. „Ich will es wissen und ich werde nicht aufhören, bis ich bekomme, was ich will. Nur weil ich von einem Major gesignt worden bin, werde ich jetzt nicht softer oder träger – im Gegenteil: ich werde noch härter. Die Arbeit, die ich 2007 und 2008 in meine Musik gesteckt habe, werde ich 2009 und 2010 noch vervierfachen!“

http://www.iamchipmunk.com/

http://www.myspace.com/chipmunkartist

Quelle:  Sony Music

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