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Interview mit D.E.P.

Montag, 28. Juni 2010 | By | Category: Top News

Manche behaupten, Poppunk könne nicht gut sein. Das sind vermutlich diejenigen, die sagen, dass Hundefutter gesund sei. Dass es aber durchaus auch Poppunk-Bands mit „Substanz“ gibt, erfahrt ihr im Interview mit dem Sänger und Rhythmusgitarristen Stefan von D.E.P.

D.E.P.

D.E.P.

Welche Bedeutung liegt eigentlich dem Bandnamen D.E.P. zugrunde?

Stefan:  Als wir vor acht Jahren begannen zu musizieren, da wollte uns kein Bandname einfallen. So blätterten wir in einem Englisch-Deutsch-Wörterbuch und stießen auf das lustige Wort Dog Eared Pages (Eselsohr), das man zudem noch klasse abkürzen kann:D.E.P.!

Dieser tiefsinnige Humor wird auch bei manchen eurer Songs sichtbar. Gibt es eigentlich Vorbilder, an denen ihr euch sowohl musikalisch als auch humoristisch orientiert?

Stefan: Nein, eigentlich nicht. Ich habe vor einigen Jahren zwar die Ärzte und Blink 182 sehr häufig gehört, aber als musikalische Vorbilder würde ich sie jetzt nicht unbedingt bezeichnen, obwohl sie natürlich schon auf ihre Weise lustig sind. Allerdings würde ich D.E.P. auch nicht als klassische Fun-Band bezeichnen, da wir auch recht viele traurige, nachdenkliche Songs haben.

Bleiben wir aber zuerst bei den lustigen Songs. Bei eurer ersten Auskopplung „Sonne“ drängt sich aus meiner Sicht ein Vergleich mit dem Sound des Farin Urlaub Racing Teams geradezu auf.

Stefan: Ja, das sagen viele, obwohl das eigentlich ürsprünglich gar nicht so von uns beabsichtigt war. Wir wollten ein fröhliches Lied haben, zu dem man auch ein schönes Video drehen konnte. Und so entschieden wir uns für den Song „Sonne“ und spielten ihn erst einmal nur mit Gitarre, Bass und Schlagzeug ein. Erst später sind wir auf die Idee gekommen, Bläser zur musikalischen Unterstützung einzusetzen.
Zur kurzen Ergänzung: „Sonne“ war keine Single-Auskopplung, sondern lediglich eine reine Video-Auskopplung.

Wie entstand eigentlich das professionelle Musikvideo zu dem Song?

Stefan: Wir halten freundschaftlichen Kontakt zu vielen Bands, die sich mit D.E.P. das Label teilen. Bei einer dieser Bands singt Maria Reinhardt mit, die schon in der Vergangenheit viele professionelle Musikclips für kleinere Bands produzierte. Wir steuerten den Song bei und sie schrieb uns ein Storyboard, von dem wir begeistert waren. So begeistert wie von den Produktionskosten, da wir nur das Material bezahlen mussten. Die auf dem Video zu sehenden Mädels haben sich sogar um diesen Job beworben und mussten daher ebenfalls nicht bezahlt werden.

Inhaltlich geht es in „Sonne“ um die einseitige Liebe einer Person oder Frau, die euch auf Schritt und Tritt verfolgt. Hat dieser Song eine reale Geschichte oder entsprang er eurer Fantasie.

Stefan: Dem Song liegt eher die Idee einer realen Person zugrunde. Es gab da mal einen Fan, der es etwas übertrieben hat, uns nachgelaufen ist und bei mir an der Tür klingelte. Dennoch hat „Sonne“ auch fiktiven Charakter.

Neben diesem lustigen Song gibt jedoch auf dem Album einige nachdenkliche und ernste Lieder. Entspricht diese Bandbreite eurem emotionalen Repertoire oder wie kann man sonst dieses Wechselbad der Gefühle erklären?

Stefan: Die Texte stammen von mir und sind teils real erlebt und teilweise erfunden. Bei „Alles dreht sich“ wird die von mir erlebte Situation beschrieben, aufgrund der täglichen medialen Hiobsbotschaften von Morden, Katastrophen etc. abzustumpfen. Ich denke, dass diese Situation von vielen Menschen bereits erlebt wurde. Auch das Lied „Welt“ hat einen realen Hintergrund und wurde von mir in etwa so erlebt. Es wird ein Paar beschrieben, dessen Beziehung zu Ende geht; beide wollen den Partner aber dennoch nicht verlieren und wissen nicht, wie es für sie weitergehen soll.

Könnte man „Ob du´s willst oder nicht“ dennoch als Konzeptalbum bezeichnen, weil es eine klare Bejahung des Lebens im Hier und Jetzt ist?

Stefan: Das war so eigentlich nicht gedacht, aber im Nachhinein ist uns das auch aufgefallen, dass selbst die ernsten und nachdenklichen Songs eine lebensbejahende Grundeinstellung haben. Diese Einstellung entspricht auch meiner Lebensphilosophie.

Ist es diese Einstellung, durch die ihr euch authentisch für die „Don´t drink and drive“- Aktion engagieren könnt?

Stefan: Ja, das ist so. Ein Bekannter von mir fuhr vor einigen Jahren betrunken und viel zu schnell Auto und uberfuhr eine Familie. Das hat mich so sehr beschäftigt, dass daraus der Song „Not ok“ entstand, mit dem wir klar Stellung beziehen. Auch wenn wir auf Tour sind, gibt es die klare Regel, dass der Fahrer nüchtern sein muss und bei längeren Strecken sind es eben zwei Fahrer, die nüchtern sein müssen.

Beim neuen Album hatte der bekannte Produzent Arne Neurand seine Finger im Spiel. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Stefan: Zuvor haben wir immer alles selbst aufgenommen, da unser Schlagzeuger über ein gutes Studio verfügt. Irgendwann stellte sich jedoch diese „Betriebsblindheit“ ein und wir hatten keine eigenen Ideen mehr und bewegten uns nur noch auf der Stelle. Also informierten wir uns, wo wir was aufnehmen können und haben Kontakt zu einigen Studios aufgenommen.Wir entschieden uns dann für das Horus Studio, weil die sehr guten Aufnahmemöglichkeiten hatten und Arne Neurand unser Sound gefiel. So wurde er der Co-Produzent unseres neuen Albums „Ob du willst oder nicht“ und übernahm die kompletten Schlagzeug-Aufnahmen. Für uns war das eine wertvolle Zusammenarbeit.

Neben des neuen Albums seid ihr zur Zeit vor allem in Norddeutschland auf Tour. Wann dürfen euch die Süddeutschen live erleben?

Stefan: Im Moment ist es noch so, dass wir im Norden schon relativ bekannt sind und deswegen dort vermehrt auftreten. Aber ich kann dir versichern, dass wir vermutlich zu Beginn des nächsten Jahres auch in den Süden kommen werden, wenn die zweite Single mit Video veröffentlicht und für das Album weitere Promotion in Fanzines etc. getätigt wurde. Aber so eine Tour muss sich eben lohnen, d.h. dass es natürlich schon besser ist, vor 300 Leuten zu spielen, als nur vor fünf.

Soll der steinige Weg in den Süden durch den Einsatz der „D.E.P.-Army“ geebnet werden?

Stefan: Genau. Alle, die uns unterstützen möchten, können sich auf unserer Homepage melden und erhalten dann Flyer, Sticker etc. Als Belohnung gibt es u.a. Gästelisten- oder Backstage-Plätze auf unseren Konzerten.

Was bleibt mir noch zu fragen…,ach ja, wie geht das heutige Spiel Portugal: Brasilien aus und wer trifft im Finale aufeinander?

Stefan: Bei dieser verrückten WM tippe ich mal auf einen Sieg Portugals und würde mir wünschen, dass Ghana und Deutschland im Finale wieder aufeinandertreffen.

Herzlichen Dank fürs Interview und weiterhin viel Erfolg.

Sven Dehoust

D.E.P. – Ob du´s willst…oder nicht! – Review

http://www.myspace.com/deponline

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