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Kissin‘ Dynamite – „ADDICTED TO METAL“ – VÖ: 26.03.2010

Montag, 8. Februar 2010 | By | Category: Top News

Dezember 2007: In der Weihnachtspost einiger Musikjournalisten findet sich eine 4-Track-CD der ihnen bis dato unbekannten Combo Kissin‘ Dynamite. Kein Beibackzettel. Null Hintergrundinformationen. Aber das Gehörte spricht für sich: Professionell wie ergreifend inszenierter Hard- und Riff Rock im Dunstkreis der Mötley Crüe, Whitesnake und AC/DC – durchsetzt mit NWoBHM-Anklängen aus der eisern-jungfräulichen Ecke und einem hymnischen Pathos, wie es HammerFall und Manowor kaum besser hinbekommen -, schraubt die Erwartungshaltung an einen Vollzeit-Diskus dieser Nobodys ins Unermessliche.

KISSIN DYNAMITE - Credits: Martin Häusler

KISSIN DYNAMITE - Credits: Martin Häusler

Ein gutes halbes Jahr später – Juli 2008: Das Kissin‘-Dynamite-Debüt STEEL OF SWABIA ist endlich erhältlich. Und hält, was der kurz vor der Jahreswende gestartete 4-Track-Testballon verspricht. Zumal zur Verblüffung der Öffentlichkeit langsam durchsickert, dass es sich bei jenen Musikern, die dieses Prachtwerk ablieferten, nicht um gestandene Mannsbilder mit jahrzehntelanger musikalischer Berufserfahrung handelt, sondern schlichtweg um Teenager, die noch zwei bis drei Jahre warten müssen, bis sie die Volljährigkeit erreicht haben.

Mehr noch: Während ihrer – bedingt durch den Schul- und Unterrichtsrhythmus – vor allem an den Wochenenden stattfindenden Auftritte legen Sänger Hannes Braun, sein Gitarre spielender Bruder Ande sowie Gitarrist Jim Müller, Bassist Steffen Haile und Drummer Andi Schnitzer eine derart mitreißende Spielfreude und Musikalität an den Tag, dass sich die Zuschauer auf Biker-Festivals, die Schwermetaller beim renommierten „Bang Your Head“-Festival und das internationale Publikum des tschechischen „Masters of Rock-Festivals zu massiven Zugabeforderungen hinreißen lassen.

Selbst die Teutonen-Metal-Institution Udo Dirkschneider (Ex-Accept, U.D.O.) zeigte sich derart beeindruckt von dem Fünfer aus dem Schwabenland, dass er das Quintett nicht nur im Dezember 2009 kurzerhand für drei Shows als Support für seine Tournee verpflichtete und währenddessen den gesamten Auftritt der Jungs von der Bühnenseite aus bewunderte, sondern Anfang Januar spontan im Studio einschaute, um gemeinsam – einem Ritterschlag gleich – mit Hannes einen Track einzusingen. U.D.O.-Bassist Fitty Wienhold sieht in Kissin‘ Dynamite bereits heute die Stars von Morgen, die einmal in jene Fußstapfen treten könnten, wenn die alt gedienten Helden von Heute früher oder später einmal in Rente gehen.

Dass diese Vorschusslorbeeren auch in dieser Menge nicht unverdient sind – daran lassen die Youngster nicht die geringsten Zweifel aufkommen. Denn mit ADDICTED TO METAL legt der Fünfer nun einen zweiten Diskus nach, der den Qualitäten des grandiosen Debüts in nichts nachsteht. Wie schon beim Debüt erneut in Kooperation mit dem Flensburger Produzenten-Trio Elephant Music erarbeitet, beweisen die zwölf Songs der aktuellen Scheibe einmal mehr überdurchschnittliche Reife der jungen Musiker, die sich mit ihren Fähigkeiten und schon jetzt hervorragend ausgebildeten Harmonieverständnis nicht im Geringsten hinter den etablierten Größen verstecken müssen.

KISSIN DYNAMITE - Credits: Martin Häusler

KISSIN DYNAMITE - Credits: Martin Häusler

Alleine der programmatische Titelsong – eingeleitet durch einen auf den Ambos schlagenden Hammer und gleichzeitig jener Track, zu dem Udo Dirkschneider einige Gesangspassagen beisteuerte – marschiert auf Anhieb stoisch durch die Gehörgänge, setzt sich nicht zuletzt dank seines eingängigen Shout-Refrains im Ohr fest und dürfte sich in der Live-Situation zu einem exzellenten Headbanging-Animateur mausern.

Auch das rhythmisch akzentuierte ‚We Want More‚ eignet sich infolge seines plakativen Refrains hervorragend zum Mitsingen selbst in den größten Stadien dieses Planeten, weiß darüber hinaus durch brillant in Szene gesetzte Lead-Gitarren zu beeindrucken.

Das durch semiballadeske Töne eingeleitete ‚Iron Fist‚ – übrigens ein Stück über den legendären schwäbischen Ritter Götz von Berlichingen – wähnt den Zuhörer anfangs in trügerischerer Ruhe und Sicherheit, bevor die fünf Schwaben durchblicken lassen, dass eben auch Accept und U.D.O. beziehungsweise Judas Priest, diese insbesondere mit ihrem Jahrhundertwerk PAINKILLER, eine gewisse Vorbildwirkung auf die Jungs ausübten.

Why Can’t You Hear Me‚ wiederum verblüfft zu Beginn mit effektvollen Hendrix-Gitarren, bevor die Nummer zu einer der stimmungsvollsten Melancholie-Hymnen seit ’18 And Life‘ (Skid Row) avanciert und Frontmann Hannes hier seine stimmlichen Fähigkeiten eindrucksvoll demonstriert.

Das schnell an Fahrt aufnehmende und unerbittlich treibende ‚Run For Your Life‚ eignet sich exzellent als die Cabrio-Hymne für heiße Fahrten mit durchgedrücktem Gaspedal auf der Autobahn – ebenso das eingängige, fesselnde, gute Laune verbreitende ‚Love Me, Hate Me‚, das durch Stadion-Power vom Feinsten überzeugt. ‚Supersonic Killer‚ entpuppt sich schnell als durchs Mark und ins Blut gehende Biker-Hymne erster Güte – ‚All Against All‚ als geniale Hommage an Iron Maiden und, dank der wohl dosierten klassischen Gitarren-Licks, als Tribut an Yngwie Malmsteen.

Zu guter Letzt verdeutlicht die mit Vehemenz vorgetragene, entschieden rockigere Interpretation des Damn-Yankees-Stücks ‚High Enough‚ – im Original eine ziemlich balladeske Nummer ohne Nachdruck – das exorbitante Musikverständnis und den hohen Anspruch der fünf Süddeutschen: „Ein guter Song gewinnt immer“, lüftet Gitarrist Ande nicht ohne gesunde Portion Selbstvertrauen eines der Erfolgsgeheimnisse des Quintetts. Ein anderes Erfolgsgeheimnis ist, dass die Band „natürlich“ gewachsen sei und sich hier fünf Schulfreunde zusammengerauft haben, die alle auf einer Wellenlänge funken und gemeinsam an einem Strang ziehen, um sich ihren Traum zu verwirklichen – nämlich den, einmal als Berufsmusiker mit Kissin‘ Dynamite durch die Welt zu ziehen.

Die Chancen stehen gut, wie das Debüt STEEL OF SWABIA, das neue Werk ADDICTED TO METAL sowie die Leidenschaft und Vitalität, mit der die Jungs agieren, beweisen. Schon jetzt werden Kissin‘ Dynamite von Kritikern als „beste deutsche Nachwuchsband seit Edguy“ apostrophiert – der Durchmarsch von der Newcomer- in die Profiliga sollte also, noch dazu in Rekordschnelle, programmiert sein …

ALBUM „ADDICTED TO METAL“
VÖ: 26.03.2010


www.kissindynamite.de
www.myspace.com/kissindynamiterocks

Quelle: EMI

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