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LISA MITCHELL – Album: „Wonder” VÖ: 23.10.09

Montag, 12. Oktober 2009 | By | Category: Top News

Die Rechnung „Teenager + Pop“ ergibt im Falle der 19-jährigen Lisa Mitchell nicht zwangsläufig „Teenie-Pop“. Vielmehr ist die junge Musikerin trotz ihrer Jugend derzeit drauf und dran, das Bild, das man bislang von Singer/Songwritern hatte, neu zu definieren. Innerhalb kürzester Zeit gelang es der in Australien lebenden Künstlerin, ihren ganz eigenen Sound und Stimme zu finden. Ihr Zauber-Folkpop mag auf den ersten Eindruck recht wohlfeil und eingängig daher kommen – doch unter der niedlichen Oberfläche pocht ein wildes und finsteres Herz.

"Neapolitan Dreams" (2009) (c) Sony Music

"Neapolitan Dreams" (2009) (c) Sony Music

In ihrer Musik vereint Lisa gekonnt die Behutsamkeit einer Laura Marling, die Wortspielereien einer Regina Spektor und den Freigeist einer Feist. Gleichsam erschließt sie ihren Hörern eine magische Welt, in einer Art und Weise, wie es nur wenigen Künstlern gelingt.

Als Tochter eines schottischen Vaters in England zur Welt gekommen, zog Lisa Mitchell bereits im Alter von drei Jahren nach Australien um. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie dank ihres Vaters als musikalische Zeitreisende, die Songs von Bob Dylan („der beste Mann auf der ganzen Welt“), Cat Stevens und Van Morrison dominierten den Soundtrack des Mitchell’schen Familienlebens. Als sie später ihren eigenen Musikgeschmack entwickelte, zählten neben Bright Eyes zu ihren bevorzugten Bands u.a. The Killers, ohne deren Album „Hot Fuss“ Lisa das zehnte Highschool-Jahr wohl nicht überstanden hätte.

All diese Einflüsse kanalisierte das aufkeimende Talent durch einen sehr individuellen Filter und ließen ihre Stimme zu einem ausdrucksstarken Instrument reifen, das ihr vielfach Lob und Anerkennung einbrachte. Nehmen wir z.B. die Single „Neopolitan Dreams“ (Kampagnen-Musik des neuen, aktuellen T-Mobile-TV-Spots!): beim ersten Hören klingt der Song wie ein sanftes Wiegenlied. Doch kratzt man ein wenig an der Oberfläche, so zerfällt das Ganze kaleidoskopartig in zahllose Bilder, die eine emotionale Bandbreite und ein Level an Erkenntnis offenbaren, das nicht vielen 19-jährigen vergönnt ist.

„Ich denke, es handelt von der Trennung zweier Menschen, ganz offensichtlich ich und eine andere Person“, erklärt Linda. „Das ist die anfängliche Grundstimmung des Songs. Doch dann entwickelt er sich weiter in einen thematischen Bereich, wo man nicht mehr genau weiß, in welche Richtung man steuert. Doch wenn dann der Refrain kommt, mit den ganzen „Ba-da, Ba-das“, bedeutet das soviel wie‚ es passieren so viele Dinge, aber hey, was soll’s, lass uns Spaß haben.“ Diese Attitüde findet sich durchweg im Song-Repertoire ihres Debüt-Albums wieder. Von der überrealistischen Fantasy-Nummer „Animals“ bis zu der in finstere Klänge gewandete Beichte „So Jealous“.

"Neapolitan Dreams" (2009) (c) Sony Music

"Neapolitan Dreams" (2009) (c) Sony Music

„Durch das Songwritung versuche ich gewöhnlich, etwas zu erschaffen, das mir einen Beweis für Hoffnung gibt, wie ein gepacktes Lunchpaket für die Zukunft oder so“, erklärt Lisa. Kein Zweifel: wenn Fräulein Mitchell über ihre Musik spricht, bleiben ihre Erklärungen mindestens genau so undurchsichtig wie ihre eigentliche Kunst.
„Ich führe ständig Protokoll, und wenn ich etwas nicht einfach nur aufschreiben kann, sondern ein weiteres, menschliches Element benötige, wie z.B. meine Stimme oder Akkorde… dann ist das für mich ein Beleg dafür, dass ich mich weiter entwickeln kann“, erklärt sie. „Normalerweise handeln meine Songs vom Verlust und Wiederfinden von Hoffnung und Glück. Ich denke, das ist für mich eine Art Überlebenstechnik.“

Obgleich Lisa ganz offensichtlich in ihrer Tätigkeit als Songwriterin kaum auf fremde Hilfe angewiesen ist, so ergriff sie doch die sich bietende Gelegenheit, in ihrem Herkunftsland mit einigen der besten britischen Stückeschreiber zusammen zu arbeiten. So komponierte sie seit ihrer Ankunft in London u.a. mit Andy Barlow (Lamb) und Sacha Skarbek (Adele). Darüber hinaus halfen zwei weitere Herren entscheidend an der Entstehung von „Wonder“ mit: Singer-Songwriter Ed Harcourt findet sich als Co-Writer und Keyboarder in den Credits, Anthony Whiting (MIA, Eugene McGuinness) übernahm den Job des Produzenten.

„Ich fühle mich mit meiner Musik jetzt sehr viel freier“, sagt Lisa. „Ich glaube, jedes Mal, wenn ich mit jemandem arbeite, übernehme ich einige kleine Angewohnheiten, die ich mag, oder die einen beeinflussen. Ich schreibe sehr viel alleine, aber ich denke, es tut mir gut, Co-Writer zu haben. Es hält deinen Geist auf Trab. Man kann sich auch nicht mehr in den eigenen Ideen festfahren, weil man die ganze Zeit ununterbrochen erfrischt wird.“

Mit Wurzeln auf beiden Erdhälften und einer ständig wachsenden Schar von Fans überall, ist Lisa nun bereit, ihre hoffnungsvollen Songs mit der ganzen Welt zu teilen. Zwar wird Sydney bis auf weiteres ihre Heimatstadt bleiben – sie ist ja schließlich erst neunzehn – aber sie muss zugeben, grundsätzlich eine große Affinität zu London und Großbritannien zu verspüren. „Das liegt wohl ganz offensichtlich daran, dass mein Vater aus Schottland stammt. Ich habe den Eindruck, hier zu Hause zu sein.“

Aber das Allerwichtigste: die neuen Erfahrungen haben einen positiven Einfluss auf ihre Musik. „Den Eindrücken einer Stadt wie London ausgesetzt zu sein, verschiedene Dinge ausprobieren zu können und unterschiedlichste Kulturen zu erleben, ist immer stimulierend“, erklärt sie, „ob man sie nun mag oder nicht.“

www.myspace.com/lisalisamitchell

Quelle: Sony Music

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