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MUDVAYNE „Mudvayne“ VÖ: 18.12.09

Freitag, 27. November 2009 | By | Category: Top News

MUDVAYNE aus Peoria, der ältesten Stadt Illinois‘ haben nicht viel Zeit verstreichen lassen und legen gut ein Jahr nach dem letzten Album „The New Game“ mit dem selbstbetitelten fünften Studioalbum nach.

Längst vorbei sind die Zeiten als Chad Gray (Gesang), Matthew McDonough (Schlagzeug), Greg Tribbett (Gitarre) und Ryan Martinie (Bass) eher für ihre verrückten Outfits bekannt waren. Schon mit ihrem zweiten Album konnten sie weltweit die Kritiker überzeugen und stehen seit dem für eigenständigen, modernen Metal bzw. alternative Rock.

Mudvayne - Foto: Eddie Malluk

Mudvayne - Foto: Eddie Malluk

Seit ihrer Gründung 1996 haben MUDVAYNE fast 4 Millionen Alben verkauft (u.a. 3x Gold in den USA, 2x Gold in Australien) und konnten 2006 eine Grammy Nominierung in der Kategorie „Best Metal Performance“ einsacken!

Neben der Musik ist beim neuen Album sicherlich das Artwork/Cover der Clou! Entworfen von einem der berühmtesten Tattoo-Artists unserer Zeit, Paul Booth www.darkimages.com, kann man das Motiv nur unter Schwarzlicht sehen; ansonsten erscheint das ganze Album weiß zu sein bis auf den Barcode. Die Erstauflage wird eine LED „Schwarzlichtlampe“ in „Keychain-Größe“ beinhalten.

Der Rio Grande ist überflutet mit Träumen von Hoffnung, die zu Albträumen des Schreckens und der Verzweiflung geworden sind. Für Menschen auf der anderen Seite der Grenze scheint der sich windende Fluss das magische Tor zu einem Leben voll von neuen Möglichkeiten zu sein. Einige schaffen es nach Amerika, einige nicht. Einige schaffen es nicht einmal lebendig wieder heraus.

Eine passendere Kulisse könnte es für das neue Mudvayne-Album wohl nicht geben. Eine akustische Sammlung von messerscharfen Gitarren-Riffs, hämmernden Beats und nachdenklichem, wütendem und durchgeknalltem Gesang. Das Album führt uns wieder einmal vor Augen, warum Mudvayne eine der dynamischten, charismatischsten und erfolgreichsten Bands der amerikanischen Metal-Szene ist. Und die Statistiken bestätigen diese Rolle: Mudvayne und Slipknot sind die einzigen zwei Metal-Bands, die in diesem Jahrzehnt mit drei neuen Alben Gold-Status erreicht haben, und Mudvayne sind die unbestrittenen Könige des Radio-Rocks, mit insgesamt sechs Top10-Hits, darunter die #1-Singles „Happy?“ und „Do What You Do„.

Mudvayne - Foto: Eddie Malluk

Mudvayne - Foto: Eddie Malluk

Umjubelt für ihre Genre-Grenzen überschreitende Musik, ihre technischen Fähigkeiten und ihre explosiven Live-Auftritte, legen Frontmann Chad Gray, Gitarrist Greg Tribbett, Bassist Ryan Martinie und Schlagzeuger Matt McDonough jetzt ihr neues, selbstbetiteltes Album nach.

Abgesehen von Internet-Downloads werden alle Exemplare des Albums Mudvayne mit einer ganz besonderen Covergestaltung erhältlich sein: Mit einer speziellen Schwarzlicht-Tinte entworfen, wird das Motiv für das bloße Auge nicht sichtbar sein. „Du kannst es gegen die Sonne halten, es seitwärts drehen, alles versuchen, was du willst. Du wirst nichts erkennen, aber halt es unter Schwarzlicht, und sofort erscheint es“, schwärmt Gray von der innovativen Veröffentlichung, die es in Sondereditionen auch direkt mit Schwarzlicht geben wird.

Mudvayne sind nicht nur die erste Band, die diese Schwarzlicht-Technologie auf ihrem Album anwendet, die Band hat auch sichergestellt, dass das Produkt mit dem Hype mithalten kann, und den legendären Tatoo-Künstler Paul Booth mit der Gestaltung beauftragt. „Nachdem wir die Idee hatten, etwas mit Schwarzlicht-Kunst zu machen, habe ich mir Sorgen gemacht, dass das Motiv nicht so aussagekräftig und künstlerisch sein könnte, wie die Idee“, fährt der Sänger fort, „aber als der Name Paul Booth ins Spiel gebracht wurde – es ist verrückt, dass ich nicht selbst an ihn gedacht hatte, wo ich doch eine seiner Arbeiten auf meinem Arm habe – wusste ich, dass es düster und großartig werden würde.

Wenn er sich mit einem Projekt wie diesem befasst, weißt du nie, was du bekommen wirst; aber du kannst dich beruhigt zurücklehnen, weil der Inhalt die Idee auf jeden Fall in den Schatten stellen wird.“

Abgesehen vom Design und der Verpackung des Albums haben Mudvayne sich auch musikalisch wieder selbst übertroffen. Teilweise liegt das zweifellos auch an ihrem einzigartigen Aufnahmeansatz: Zum fünften Mal in fünf Jahren hat sich die Band für die Aufnahme in eine vollkommen neue Umgebung zurückgezogen – dieses Mal ging es nach El Paso, Texas, an die trostlosen Ufer des Rio Grande.

„Wir haben schon immer völlig isoliert geschrieben“, sagt Gray über den Schreib- und Aufnahmeprozess. „Beim Schreiben und Aufnehmen ist auch immer dein eigener Kopf dabei und der wird auf jeden Fall von deiner Umgebung geprägt.“

Mudvayne hätten sich keinen besseren Ort als die Sonic Studios, nur einen Steinwurf von der mexikanischen Grenze entfernt, ausmalen können. Während die amerikanische Seite des Rio Grande für die unzähligen Massen von Menschen, die den symbolischen Fluss illegal überqueren, für einen Neustart in ein anderes Leben steht, zeichnete die Realität der südwestamerikanischen Landschaft mit ihren düsteren Schlagzeilen für Mudvayne ein anderes, ein verstörendes Bild.

Verstörend, anders und inspirierend – anders als bei früheren Veröffentlichungen hält sich Gray dieses Mal bewusst bedeckter, was das Allerheiligste betrifft, nämlich den Quell seines lyrischen Schaffens. Er gibt aber zu, dass es zwar einen bestimmten gedanklichen Rahmen für das Album gab, nicht jeder Song diesen Rahmen schlussendlich aber auch einhielt.

Anders ausgedrückt, die lyrischen Ausbrüche und die emotionalen Befreiungsschläge sind genau so durchgeknallt und unangepasst wie die musikalische Grundlage, aus der sie hervorbrechen. „Ich will eigentlich wirklich nicht sagen, was für mich alles zusammenhält, aber Hinweise darauf lassen sich auf dem ganzen Album finden“, sagt Gray. „Manchmal brauche ich einfach ein wenig Zeit für mich.“

mudvayne-cover

mudvayne-cover

Und diese „Zeit für sich“ bekommt Gray auf Mudvayne genau so wie alle Bandmitglieder. Das Album wird von einem tosenden Gewitter von Matt McDonoughs Schlagzeug eröffnet, das die Tonart für die folgende Musik vorgibt: eigenwillig, durchdringend und geschickt konzentriert auf Details und Dynamik. War The New Game aus dem letzten Jahr eine Lehrstunde in kollektiver Bandentwicklung, so zeugen die 11 Songs auf dem neuen Werk vom erweiterten musikalischen Talent der Band – ohne sich aber von ihrem früheren Chaos loszusagen.

„Ich werde nicht sagen, dass dieses Album wie L.D.50 ist, denn so ist es nicht“, sagt Gray. „Aber ich denke, dass viele Aspekte der Platte eher Retro-Elemente aus früheren Mudvayne-Stücken sind. Viele kleine Dinge, die sich durch das ganze Album ziehen, versetzen mich zurück zu der Band, die wir damals waren, sowohl musikalisch als auch von der Struktur der Songs. ‚Out to Pasture‚ erinnert mich stark an ‚Skrying‚ oder etwas anderes von The End of All Things to Come‚, sehr nachdenklich, aggressiv, wütend und durchgeknallt…“

‚Nachdenklich, aggressiv, wütend und durchgeknallt‘ sind Worte, die Mudvayne kennzeichnen, sei es bei ihren melodischen Stücken wie der ersten Single „Scream with Me“ oder auch in der gesamten Bandbreite ihrer eher aggressiveren Stücke. „Heard it all Before“ wird von Greg Tribbetts Gitarren getragen, fängt dicht und paranoid an, bevor das Stück in ein Metal-Konzert übergeht, auf das Dimebag Darrel stolz wäre.

Auf „Closer“ bringt Ryan Martinie seinen Bass in einen Wahn, der einen ansteckenden, fieberhaften Groove heraufbeschwört. Auf der sanfteren Seite des Mudvayne-Spektrums gelingt es Gray und Tribbett alles abzulegen bis auf eine einzelne Akustikgitarre und einen rauen, hoffnungslosen Gesang, mit denen das Stück „Dead Inside“ das Album ausklingen lässt.

„Wir wollen nicht einfach nur wie eine Kutsche sein, die mal von dem Pferd und mal von einem anderen gezogen wird“, sagt Gray über das musikalische Anliegen Mudvaynes. „Was uns wichtig ist, ist Mudvayne zu bleiben – wir schreiben die Musik, die wir schreiben sollten, und wenn wir dabei ein gutes Gefühl haben, haben wir unseren Job gemacht. Im Nachhinein wird nichts mehr hinterfragt. Musik ist eine Kunstform und Künstler müssen mit ihrem eigenen Pinsel malen und sich ihre Farben selbst aussuchen.“

Und genau das haben Mudvayne getan. Und genau deshalb haben sie das Album nach sich selbst benannt. Allein in Amerika haben sie mehr als drei Millionen Alben verkauft; auf allen Kontinenten haben sie für mehr als eine Million Menschen gespielt. Sie wurden für den Grammy nominiert und waren die erste Metal-Band, die jemals einen MTV Video Music Award erhielt.

Der Name Mudvayne sagt alles, was gesagt werden muss.

Do What You Do – Mudvayne

Scarlet Letters – Mudvayne

http://www.mudvayne.com

Quelle: Sony Music

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