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Robin Schulz – Interview

Freitag, 12. September 2014 | By | Category: Top News

Du bist bereits früh mit Musik in Kontakt gekommen, da Dein Vater DJ war. Was für einen Eindruck hat dieser Job auf Dich als Kind gemacht?

Robin Schulz - Credits: Geturshot.com

Robin Schulz – Credits: Geturshot.com

Also mein Dad war ja damals DJ da war ich noch gar nicht geboren. Er fing glaube ich Anfang der Achtziger damit an und hat ungefähr bis 86 Musik gemacht. 1987 bin ich dann auf die Welt gekommen. Beeinflusst hat mich das aber trotzdem sehr, da ich mit Musik aufgewachsen bin. Er hat halt jeden Tag Musik gehört, darunter auch elektronische Musik. Doch, das hat mich schon sehr beeinflusst.

Wie kam es dazu, dass Du selbst angefangen hast aufzulegen und zu produzieren?

Ich glaube mit 15 Jahren hat mich ein Freund von meinem Dad, der auch DJ war und damals aufgelegt hat, mit auf eine Party genommen. Er hat mich da auf die Gästeliste  geschrieben, weil ich ja sonst mit 15 da noch nicht reingekommen wäre. Das hat mich sehr beeindruckt, also das ganze Drumherum und so. Danach hat es irgendwie Klick gemacht und ich wollte auch DJ werden, weil ich das einfach so beeindruckend fand.

Welche Musik hörst Du, wenn Du entspannst und mal nicht auf der Suche nach neuen Songs zum Remixen bist?

Wenn ich im Flieger sitze, höre ich sehr viel Hip Hop. Damals, so vor 6-7 Jahren, habe ich auch schon sehr viel Hip Hop gehört. Da habe ich auch noch gemalt, Graffiti und sowas halt. Das entspannt mich sehr. Oft höre ich Dortmunder Sachen wie Too Strong oder RAG. Dazu kann ich ganz gut runterkommen.

Welche weiteren Hobbys oder Leidenschaften hast Du neben der Musik?

Da findet sich sehr wenig Zeit. Eigentlich bin ich ständig auf Tour. Wenn ich mal Zeit habe, produziere ich neue Sachen, oder nehme mir die Zeit für meine Familie und meine Freunde. So wirklich andere, großartige Hobbys habe ich eigentlich nicht. Musik ist meine Leidenschaft.

Wie würden Deine Freunde Dich beschreiben?

Das ist eine schwierige Frage. Ich hoffe doch positiv und behaupte mal, als herzensoffener, ehrlicher und freundlicher Mensch.

Welchen Beruf hättest Du ergriffen, wenn es mit der musikalischen Karriere nicht geklappt hätte?  

Also einen wirklichen Plan B hatte ich eigentlich nie. Musik war immer schon mein Plan A und dafür habe ich alles gegeben. Ich habe alles darauf gesetzt, dass es einfach funktioniert und zum Glück hat es das auch.

Kennst Du die Musiker persönlich, deren Songs Du für Remixe auswählst?

Leider noch nicht, aber ich werde demnächst mit Lily Wood & The Prick gemeinsam einen Gig spielen. Ich freue mich sehr die beiden auch mal persönlich kennenzulernen. Die anderen Künstler treffe ich irgendwann bestimmt auch noch mal.
Bitte beschreibe kurz, wie Du Dich an die Suche nach neuen Titeln für Remixe machst. Was ist das wichtigste an einem Song, damit Du ihn remixt?

Ich verbringe grundsätzlich viel Zeit auf SoundCloud und auf YouTube. Dort habe ich verschiedene Channels abonniert und suche nach diesem gewissen Etwas, seien es jetzt besondere Vocals, schöne Gitarrenriffs oder sonstige Elemente, die mich einfach flashen.
Mittlerweile ist Dein Remix zu Lilly Wood & The Pricks „Prayer In C“ in 40 Ländern auf Platz 1 der Charts, darunter in UK, Frankreich und Italien. Wie verlief diese Erfolgsgeschichte?

Eigentlich sollte es nur ein Edit werden, aber dass daraus so ein großer Erfolg geworden ist, damit habe ich niemals gerechnet. In 40 Ländern auf Platz 1 zu sein, ist einfach unbeschreiblich. Ich kann es nicht in Worte fassen. Das ist einfach unglaublich.
Beschreibe einen typischen Tag im Leben von Robin Schulz, VOR dem Erfolg und JETZT. Was hat sich verändert?

Damals habe ich mich jeden Tag hingesetzt und Musik produziert. Dafür hatte ich einfach viel mehr Zeit. Jetzt hat sich natürlich einiges geändert. Ich bin nonstop auf Tour, habe Promo-Termine und sonstige neue Aufgaben und finde sehr wenig Zeit, um neue Musik zu produzieren. Aber ich nehme mir demnächst eine Auszeit, weil ja auch das zweite Album irgendwann ansteht. Klar, da hat sich schon einiges geändert, zeitlich gesehen auf jeden Fall. Aber ich probiere alles, so gut wie möglich, unter Dach und Fach zu bringen.

Wie reagiert Dein Umfeld (Freunde/ Familie) auf Deinen Erfolg?

Meine Freunde und meine Familie sind natürlich stolz auf mich. Die haben auch nicht wirklich damit gerechnet, obwohl meine Mum eigentlich immer hinter mir stand. Mein Dad hat etwas daran gezweifelt, aber das ist ja normal. Wenn man nur eine Perspektive hat, nämlich Musik zu machen, dann wollen die Eltern natürlich auch, dass man etwas Vernünftiges lernt. Aber meine Mum stand immer hinter mir und beide sind absolut stolz auf mich.

Seit der Veröffentlichung Deiner ersten Bootlegs und Tracks auf SoundCloud, ist viel passiert. Jetzt veröffentlichst Du Dein erstes Artist-Album „Prayer“ bei Warner Music. Was gibt es, neben den bekannten #1 Hits wie „Waves“ und „Prayer In C“, darauf zu hören?

Ich hatte die große Ehre für Coldplay einen Remix zu machen, aber auch für Lykke Li und für Clean Bandit. Das war natürlich unglaublich für solch große Künstler einen Remix zu machen. Außerdem sind noch Lexer & Nico Pusch sowie Stil & Bense aus Osnabrück mit drauf. Das hat einfach perfekt zum Album gepasst.

Daneben sind auf dem Album auch Eigenproduktionen, wie Deine nächste Single „Sun Goes Down“, in dem Jasmine Thompson als Gastsängerin auftritt. Wie bist Du auf das unfassbare Talent der 13-jährigen Sängerin aus London gestoßen?

Das war ein Vorschlag meines Managements. Ehrlich gesagt, kannte ich sie vorher noch nicht. Also habe ich mir dann ein paar ihrer vielen Cover Songs auf YouTube reingezogen. Die hat einfach eine super geile Stimme, die perfekt auf den Song passte.

Du verarbeitest ja gerne Songs anderer Musiker zu Deinen ganz eigenen Deep-House-Titeln. Mit wem würdest Du gerne mal zusammenarbeiten?

Ich würde sehr sehr gerne mal mit Jen Whitmore zusammenarbeiten. Sie ist in Deutschland eigentlich noch nicht so bekannt. Ich bin damals über eine Hook, die sie auf einer amerikanischen Hip Hop-Nummer gesungen hat, auf sie aufmerksam geworden. Sie hat einfach eine so unglaublich geile Stimme, richtig rauchig, also unverwechselbar, und ich würde wahnsinnig gerne eine Nummer mit ihr zusammen machen. Ich bin sehr gespannt, ob das mal klappt.

Was waren bisher Deine spektakulärsten Auftritte?

Puh, da gab es schon eine ganze Menge. Die Veranstaltungen von I-Motion, sei es jetzt die Nature One, die Mayday, oder Ruhr in Love, die waren allesamt schon sehr beeindruckend. Zumal ich ja damals selber als Gast auf diese Veranstaltungen gegangen bin. Da war es natürlich eine Ehre dort mal selber aufzulegen.

Gibt es einen speziellen Ort, wo Du gern mal auflegen möchtest?

Als Nächstes freue ich mich auf meine USA-Tour, die gerade in Planung ist. Auch Asien und Australien sind im Gespräch. Da freue ich mich natürlich sehr drauf.

Du hast einen starken Bezug zu Deiner Heimatstadt Osnabrück. Kannst Du kurz umschreiben, was Dir die Stadt bedeutet?

Osnabrück heißt für mich Heimat. Hier lebt meine Familie, hier leben meine Freunde, hier bin ich aufgewachsen, hier ist mein Ruhepol. Wenn ich von dem ganzen Trubel nach Hause komme, freue ich mich einfach auf Osnabrück, auf Zuhause, und dann kann ich runterfahren. Hier fühle ich mich wohl und werde auch nicht so schnell weggehen.

Was erhoffst Du Dir von Deiner musikalischen Karriere? Gibt es noch Wünsche/ Träume, die erfüllt werden könnten?

Ich würde unheimlich gerne mal beim Burning Man auflegen, oder auf dem KaZantip. Das kenne ich leider nur aus dem Fernsehen, also die Reportage habe ich mir mal reingezogen. Das ist so abgefreakt, dass ich mir das gerne mal live reinziehen würde, auch nur als Gast. Wenn ich da sogar selber mal spielen könnte, wäre das natürlich eine Ehre. Da würde ich auf jeden Fall gerne mal hin.

Quelle: WMG

 

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