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Whitney Houston – Million Dollar Bill – VÖ: 02.10.09

Mittwoch, 9. September 2009 | By | Category: Top News

Fünfundzwanzig Jahre ist es her, seit Whitney Houston mit ihrem Debütalbum in die Musikgeschichte einging. Fünfundzwanzig Jahre, in denen sie zu einem Superstar, einer Legende, einer Ikone wurde. Mit mehr als 140 Millionen verkauften Alben ist sie eine der erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten. Künstlerinnen wie Mariah Carey, Christina Aguilera, Jennifer Hudson und Leona Lewis bezeichnen sie als Inspiration und der Rolling Stone nannte sie im letzten Jahr in einer Liste der 100 größten Sängerinnen und Sänger aller Zeiten.

Whitney Houston - Credit: Patrick Demarchelier

Credit: Patrick Demarchelier

Aber als ihr langjähriger Mentor Clive Davis – derzeit Chief Creative Officer bei Sony Music Entertainment Worldwide – sie darauf ansprach, erstmals seit „Just Whitney“ aus dem Jahr 2002 ein neues Album aufzunehmen, war Whitney nicht sicher, ob sie wieder mitspielen wollte.

Als Clive mich anrief und fragte ‚Bist du bereit?’, sagte ich ‚Bereit wofür?’“, erinnert sie sich. „Ich war nicht unbedingt begeistert von der Richtung, in die sich die ganze Industrie entwickelte oder von der Musik, die ich hörte. Wenn ich mir Videos von vielen weiblichen Stars ansah, dachte ich nur, dass ich so etwas nicht tun werde. Ich bin in diesem Geschäft aufgewachsen, ich bin mit Gospelgesang aufgewachsen, und ich war auf keinen Fall bereit, das zu ändern, was die Leute am meisten an mir lieben.

Meine Karriere und mein ganzes Leben haben sich so schnell bewegt“, fährt sie fort. „Zu der Zeit ging ich gerade auf die Vierzig zu und wollte im Grunde nur Mutter sein und zuhause bleiben.

Zum Glück aber blieb Davis hartnäckig; und das Ergebnis ist nun – fast drei Jahre später – das bemerkenswerte neue Album „I Look to You“. Die Platte brachte Whitney mit einigen der angesagtesten Songschreiber und Produzenten aus Pop und R&B (unter anderem R. Kelly, David Foster, Akon, Stargate, Alicia Keys und Swizz Beatz) zusammen.

Die Songs, die daraus entstanden, sind von Whitneys unverkennbaren Markenzeichen geprägt: ihrer gesanglichen Stärke und ihrer großen Leidenschaft. Die starke Botschaft, die sich durch das ganze Album zieht, ist die Fähigkeit, die Widrigkeiten des Lebens einfach zu überleben und weiterzumachen. Auf diesem Weg verarbeitet Houston die harten Lehren, die sie in den letzten Jahren aus persönlichen – und oftmals öffentlich ausgebreiteten – Schicksalsschlägen gezogen hat.

Ein Schlüsselsong für das Projekt ist „Nothin’ But Love“, eine energiegeladene Tanznummer, mitproduziert von Fernando Garibay (Britney Spears, Lady GaGa). „Wenn es etwas gab, was ich nach all den Dingen, die ich durchgemacht habe, sagen wollte, dann dass ich nichts als Liebe in mir habe“, sagt Houston, „ganz egal, wie die Umstände auch sind. Vielleicht liegt das an der Art, in der ich erzogen wurde, oder vielleicht hatte ich auch nur diesen Punkt erreicht, an dem alles hinter mir lag und es Zeit war, mich vorwärts zu bewegen.

Davis, der Koproduzent des Albums, spielte Houston R. Kellys Komposition „I Look to You“ vor und sie war sofort begeistert – obwohl sie noch nicht die ganze Geschichte dazu kannte. „Ich hörte den Song und mir gefiel, dass er so kurz und süß war“, sagt sie. „Und dann kam ich nach Chicago und Robert sagte mir, dass noch eine andere Strophe und eine Bridge geschrieben werden sollten! Also stand er im Studio neben mir und schrieb ganz spontan die zweite Strophe. Er schloss seine Augen und wir lehnten uns quasi aneinander. Während er sang, betete ich und die Worte sprudelten einfach heraus.“

Der Song (einer von zwei Songs, die Kelly beisteuerte; er ist auch verantwortlich für das funky-trotzige Stück „Salute“) verlieh dem Album seinen Titel und Houston rechnet es Davis hoch an, dass er verstanden hat, was der Text ihr bedeuten würde. „Als CliveI Look to You’ hörte, wusste er, dass der Song genau für mich gemacht war; denn er kennt meinen Gospel-Hintergrund“, sagt sie.

Die Beziehung zwischen Houston und Davis geht zurück ins Jahr 1983, als er die junge Künstlerin bei Arista Records unter Vertrag nahm. Er überwachte die Entwicklung und das Marketing ihres 13 Millionen Mal verkauften Debüts „Whitney Houston“. Auch nach so vielen Jahren steht er der Sängerin immer noch so nah, dass sie ihn als „mein Vater im Geschäft“ bezeichnet.

Clive und ich sind Partner“, sagt Houston. „Er hat sich die Liebe für die Musik bewahrt, er liebt Texte und Melodien noch immer. Er ist einer der wenigen Menschen, die diese besondere Gabe haben und wissen, welche Stimme zu welchem Song passt. Clive ist in der Lage, unter die Persönlichkeit eines Menschen zu sehen und zu entdecken, was im Inneren vorgeht und was die Menschen wirklich motiviert.“

Mit Whitney wiedervereinigt zu sein, ist so eine Erfüllung“, fügt Davis hinzu. „Das Album ist die größte und aufregendste Herausforderung, die ich je hatte, und was immer jetzt auch passiert, ich weiß, dass es etwas ganz Besonderes ist. Die Musik und Whitneys Stimme werden in den nächsten Jahren wieder Millionen von Menschen in der ganzen Welt bewegen.“

Trotz einiger starker Songs im Programm war Houston noch immer nicht sicher, ob sie sich in die Richtung bewegte, in die sie gehen wollte. Überraschenderweise ist es gerade der fröhlichste Song auf „I Look to You“ – das an die große Zeit der Rollschuhdiscos erinnernde Stück „Million Dollar Bill“ – der für sie den Wendepunkt ausmachte.

Für den Song habe ich mit Alicia Keys gearbeitet“, sagt sie, „und vermutlich hatte ich dabei den meisten Spaß. Aber ich hatte auch das Gefühl, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der mich wirklich versteht, mit dem ich mich identifizieren kann, von Sängerin zu Sängerin. Das war der Zeitpunkt, an dem ich wusste, dass sich alles zusammenfinden würde, dass das Album so wird, wie ich es wollte, und dass es nach zweieinhalb Jahren schließlich fertig werden würde.

Akon, noch ein Hitgarant des 21. Jahrhunderts, tat sich mit Houston für den Song „Like I Never Left“ zusammen. Unter den Freunden ihrer Tochter Bobbi Kristina war der Sänger der absolute Star; „Sie hatten seine Songs alle als Klingeltöne eingestellt“, sagt sie. Houston lobt das außergewöhnliche, exotische Gefühl in Akons Musik und erinnert sich an ihre Gedanken, als sie „Like I Never Left“ zum ersten Mal hörte: „Das könnte ein Titel für mein Album sein.“

Die vielleicht unvergesslichste Aufnahmesession bot die von Diane Warren geschriebene Ballade „I Didn’t Know My Own Strength“. Für den Song schloss sich Houston wieder mit dem Produzenten David Foster zusammen, mit dem sie schon für den unvergleichlichen Soundtrack zum Film Bodyguard aus dem Jahr 1992 zusammengearbeitet hatte und so eines der meistverkauften Alben der Geschichte schuf. Fosters Haus war durch die Feuer in Malibu 2007 beschädigt worden, weshalb er in einem kleinen Apartment arbeitete, als Houston kam, um ihren Gesang aufzunehmen.

Ich habe den Song in einem Büro aufgenommen, das direkt neben dem Badezimmer lag. Um das Mikrophon waren nur einige Laken aufgehängt“, erzählt sie. „Es war völlig anders als bei ‚I Will Always Love You’ in einem schönen Studio oder bei ‚I Learned From the Best’ in Davids wunderschönem Zuhause. Aber als ich mir meinen Gesang anhörte, war er echt. Er war leidenschaftlich – was ziemlich außergewöhnlich ist, wenn du direkt neben einer Toilette singst!

Ich habe nicht nur an mich selbst gedacht“, fährt sie fort. „Ich habe an andere Menschen und andere Kämpfe gedacht. Ich dachte daran, alleinerziehende Mutter zu werden, ich dachte an meine Mutter, meine Cousine Dionne, meine Schwägerinnen. Ich dachte an kranke Menschen, an Leute, die aus Notsituationen triumphierend hervortreten. Die Einfachheit und Stärke, die aus meinem Gesang herauskam, zeigte mir, wie stark der Song für viele Menschen sein könnte.

Eines der begrüßenswertesten Elemente auf „I Look to You“ ist, dass Houston sich wieder tanzbaren Nummern annähert und schnelle Songs mit Gefühl und Freude vermittelt. Sogar die einzige Cover-Version des Albums, Leon Russells unsterbliches Stück „A Song For You“, das schon von Größen wie Ray Charles, den Carpenters oder Donny Hathaway aufgenommen wurde, beginnt in einem traditionellen gemäßigten Tempo, wandelt sich dann aber schnell zu einem Partysong mit einem unwiderstehlichen Club-Beat.

Houston sagt, dass sie es genossen hat, diese Seite ihres Gesangs wieder einmal hervorzubringen, aber dass ihr Herz immer an den langsameren, gefühlvolleren Stücken hängen wird. „Ich liebe schnelle Songs, aber ich bin eine Balladen-Sängerin“, sagt sie. „Eine Ballade kann ich aufnehmen und sie in mein Herz lassen und ich verstehe, wo das herkommt.“

Vor allem glaubt Whitney Houston, dass sie ein Glied in einer Kette gesanglicher Traditionen ist und dass „I Look to You“ ein weiterer Ausdruck der Musik ist, mit der sie aufwuchs. „Ich hoffe, dass die Gospel-Tradition in meiner Stimme – und das ist einfach meine Seele – herauskommen wird, und dass die Menschen, die nach mir kommen werden, das hören und fühlen können.

http://www.whitneyhouston.com

Quelle: Sony Music

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